Astronomen gelingt die bisher genaueste Vermessung des Alls
Die genaue Distanz zu unserem Nachbarn zu kennen, ist unter anderem wichtig, um die Entfernung von weiter entfernten Objekten im All zu bestimmen. Das Vorgehen kann man sich wie das Besteigen einer Leiter vorstellen. Die Entfernung zur Großen Magellanschen Wolke ist eine der ersten Sprossen und spielt folglich eine Schlüsselrolle.
So weit ist die Nachbargalaxie entfernt
Während die Angaben zur Distanz der Galaxie zu unserem Planeten in der Vergangenheit stark variierten, präsentiert das internationale Forscherteam um Erstautor Grzegorz Pietrzyński von der Universidad de Concepción in Chile jetzt nach jahrelanger Arbeit den genauesten Wert, der jemals bestimmt wurde: 49,97 Kiloparsec. Das entspricht ungefähr 162.980 Lichtjahren. Auch ein Deutscher, Jesper Storm vom Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam, hat an der Studie mitgewirkt, die jetzt in der Fachzeitschrift "Nature" erscheint.
"Ich freue mich sehr, dass uns das gelungen ist", freut sich Wolfgang Gieren, ein weiterer Forscher, der an dem Projekt mitgearbeitet hat. "Einhundert Jahre lang haben Astronomen versucht, die Entfernung zur großen Magellanschen Wolke exakt zu messen. Es hat sich als unglaublich schwer herausgestellt. Jetzt haben wir dieses Problem endlich lösen können, und das mit einem Ergebnis, das auf zwei Prozent genau ist."
Wichtig ist das Resultat auch, weil Astronomen dadurch die Ausdehnungsrate des Universums genauer bestimmen können - die so genannte Hubble-Konstante.
Und so gingen die Wissenschaftler vor: Aus einem Pool von 35 Millionen Sternen, die bei der Durchmusterung der Großen Magellanschen Wolke entdeckt worden waren, kristallisierten sich acht passende Sternenpaare heraus. Die jeweils zwei Sterne stehen nahe beieinander und ziehen – von der Erde aus gesehen - regelmäßig direkt voreinander vorbei. Dabei verringert sich von unserem Standpunkt aus die Gesamthelligkeit des Systems.
Diese Veränderungen der Helligkeit maßen die Astronomen und bestimmten gleichzeitig die Umlaufgeschwindigkeit. Daraus konnten sie einige Informationen ermitteln, unter anderem wie groß und wie massereich die Sterne sind. Kombiniert mit der Gesamthelligkeit und der Farbe der Himmelskörper gelang es, die Entfernung genau zu berechnen.
Die Methode, die das Team anwandte, ist zwar schon vorher benutzt worden. Allerdings hatte man noch nicht die optimale Sternenart für eine präzise Messung untersucht: die so genannten kühlen Roten Riesen.
Wie geht es weiter?
Studien über ungefähr ein duzend weiterer dieser Sternenpaare sind in der Pipeline. Mit Ergebnissen ist bald zu rechnen, schreibt Bradley Schaefer, ein Wissenschaftler von der Louisiana State University in einem Begleitartikel zur Studie in "Nature". Die Sonde "Gaia", die im Herbst 2013 auf ihre Reise ins All geschickt werden soll, werde die Situation aber drastisch ändern. "Gaia" wird Entfernungen noch viel präziser messen können als die hier beschriebene Methode, die deshalb wohl in ein paar Jahren in der Versenkung verschwinden wird.
104 Meinungen zu "Astronomen gelingt Meilenstein "
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ew59
Dienstag, 12.03.2013, 13:26 Uhr Hat jemand von den geneigten Diskutanten hier jemals schon Bedeckungsveränderliche beobachtet, vielleicht sogar die Lichkurve aufgenommen? Das sollte _eine_ Voraussetzung für das Posten von Kommentaren zu solchen Artikeln sein. Wer Hinweise braucht, schaue in Cuno Hoffmeisters "Veränderliche Sterne", 1990 erschienen, rein. Paul Ahnert hatte in seinen Sternkalendern und der kleinen praktischen Astronomie auch eine Liste lohneswerter solcher Objekte veröffentlicht. -
rabiagierre
Dienstag, 12.03.2013, 13:23 Uhr Zitat:....auch am beispiel von stephen hawking sieht man das sehr gut. während seine "kurze geschichte der zeit" noch eine gute übersicht war, sind seine neuen werke nur noch voll mit hohlen vermutungen, die er als fakt verkauft (ich habe nur noch "universum in der nussschale" gekauft, seit dem nichts mehr). anders als mit auflagesteigerung kann ich mir sätze wie "slebst für gott gilt die unschärferelation" und "für den modernen menschen gelten die mechanismen der natürlichen selektion nicht mehr" nicht erklären ------------------------------------------------------------ Es ist wohltuend zu lesen, dass es noch wissenschaftlich orientierte Menschen gibt, welche den Kollegen Hawking so realistisch einschätzen. -
sagitta68
Dienstag, 12.03.2013, 08:09 Uhr martinopladen | 1178 Beiträge Ich wünsche mir sehr mehr Wissenschaftstheorie in Lehrplänen, aber bei einem Schuljahr weniger bleibt das wohl ein frommer Wunsch. Nicht die Frage der Schuljahre ist relevant sondern die Intensität des Lernens. Es gibt Schüler die Überspringen Klassen und andere machen sie ein 2. Mal. Leider führt auch das schematisierte Lernen nicht unbedingt zur Förderung besonders interessierter und lerneifriger Schüler. Und Leistungsdruck, über den so viele klagen, hat auch was mit der Bandbreite von Ablenkung und Nebenbeschäftigungen aller Art zu tun. -
umpalumpa123
Montag, 11.03.2013, 12:54 Uhr @ martinopladen: Sehe ich ähnlich. Dann gibt es noch die Wissenschaftler, die zu den Medien wechseln und Millionenauflagen mit ihren Büchern erreichen udn dann (zwangsläufig?) den Stil der Medien nachmachen. ----------- leider wahr, auch am beispiel von stephen hawking sieht man das sehr gut. während seine "kurze geschichte der zeit" noch eine gute übersicht war, sind seine neuen werke nur noch voll mit hohlen vermutungen, die er als fakt verkauft (ich habe nur noch "universum in der nussschale" gekauft, seit dem nichts mehr). anders als mit auflagesteigerung kann ich mir sätze wie "slebst für gott gilt die unschärferelation" und "für den modernen menschen gelten die mechanismen der natürlichen selektion nicht mehr" nicht erklären ================ Medien und Schule prägen heute die Menschen... Ich wünsche mir sehr mehr Wissenschaftstheorie in Lehrplänen, aber bei einem Schuljahr weniger bleibt das wohl ein frommer Wunsch. ------------------ es scheint so, zunmindest auf den gymnasien diese landes sollte es unterrichtet werden. von leuten mit nem abi sollte man schon erwarten können, zu wissen was wissenschaftliches arbeiten bedeutet. das wäre sicherlich hilftreicher als das grosse latinum,.... -
martinopladen
Montag, 11.03.2013, 11:09 Uhr Sehe ich ähnlich. Dann gibt es noch die Wissenschaftler, die zu den Medien wechseln und Millionenauflagen mit ihren Büchern erreichen udn dann (zwangsläufig?) den Stil der Medien nachmachen. Medien und Schule prägen heute die Menschen... Ich wünsche mir sehr mehr Wissenschaftstheorie in Lehrplänen, aber bei einem Schuljahr weniger bleibt das wohl ein frommer Wunsch. -
umpalumpa123
Montag, 11.03.2013, 07:17 Uhr @ martinopladen: Darüber haben wir hier öfters diskutiert, ob Wissenschaftler, Medien oder unser Bildungssystem die Schuld haben. Jedenfalls ist das eine gesellschaftliche Baustelle, für die sich keiner zuständig fühlt. ---------------- also ich sehe hier das grösste problem bei den medien. die wissenschaftlichen publikationen weissen schon auf die schwächen ihrer theorien hin. auch der konjunktiv ist hier meist anzutreffen. natürlich gibt es auch hier schwarze schafe, keine frage. aber ich lese sehr, sehr viele solcher artikel (zwar biologische), und meistens wird das schon richtig gemacht. eine der meist unrühmlichen ausnahmen ist da finde ich sehr oft die nasa, die schon oft recht reisserisch veröffentlicht das bildungssystem hat nur insofern ein wenig schuld, als dass schlicht nicht gelehrt wird, wie wissenschaftler denn so arbeiten. zumindest ein wenig erkenntnistheorie würde da sicher nicht schaden. aber das grösste problem ist schon der veröffentlichungsstil der medien wie ich finde -
martinopladen
Samstag, 09.03.2013, 09:44 Uhr Dass die Astrophysik erhebliche Probleme hat, ist kein Geheimnis. Noch nicht abzusehen ist, ob man Theorien verbessern muss oder ob es da einen neuen Einstein braucht. Die Ungereimtheiten werden nicht verschwiegen, aber sind in der Bevölkerung nicht angekommen. Da herrscht weiter: Die Wissenschaft hat festgestellt. Darüber haben wir hier öfters diskutiert, ob Wissenschaftler, Medien oder unser Bildungssystem die Schuld haben. Jedenfalls ist das eine gesellschaftliche Baustelle, für die sich keiner zuständig fühlt.
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