Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus ist nach der Überzeugung britischer Mediziner nicht mehr aufzuhalten. In Europa wird Italien zum Hotspot der mitunter tödlich verlaufenden Infektion. Die Bundesregierung ist beunruhigt. Alle Entwicklungen im News-Blog von Sonntag und Montag zum Nachlesen.

Der Euro profitiert von der Ausbreitung des Coronavirus

17:38 Uhr: Der Eurokurs hat am Montag zugelegt. An den Finanzmärkten dominieren Sorgen über die Ausbreitung des Coronavirus außerhalb Chinas und die wirtschaftlichen Folgen. "Die wachsende Verunsicherung hat den Eurokurs gestützt", sagte Thu-Lan Nguyen, Devisenexpertin von der Commerzbank.

Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0854 US-Dollar. Am Morgen hatte der Euro nur knapp über der Marke von 1,08 Dollar notiert.

Ökonomen warnen angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus vor zu viel Optimismus. "Vielleicht ist die heutige Zahl auch nur der Blick in den Rückspiegel und verrät uns nicht allzu viel über die nahen Konjunkturaussichten", kommentierte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg.

Kurs-Einbruch an der Wall Street

16:46 Uhr: Die US-Börsen haben wegen der wirtschaftlichen Sorgen rund um die Coronavirus-Ausbreitung starke Verluste verzeichnet.

Der Dow Jones Industrial, der Mitte Februar noch bei über 29.500 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte, sackte zum Handelsstart unter die Marke von 28.000 Punkten ab. Allerdings erholte sich der Wall-Street-Index anschließend teilweise von diesem Tief seit Mitte Dezember.

Der marktbreite S&P 500 verlor 2,56 Prozent auf 3252,39 Punkte und der technologielastige Nasdaq-100-Index büßte 3,03 Prozent auf 9162,40 Zähler ein.

Die WHO warnt vor "möglicher Pandemie"

16:34 Uhr: Nach britischen Medizinern hat auch die Weltgesundheitsorganisation WHO bezüglich der Verbreitung des Coronavirus vor einer "möglichen Pandemie" gewarnt.

Die Zahlen aus Italien, dem Iran und Südkorea seien sehr beunruhigend. Als ermutigend werten die Experten indes den Rückgang der Fallzahlen im Ursprungsland China, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Mit seinen drastischen Maßnahmen habe China "das Steuer herumgerissen" und "möglicherweise hunderttausende Fälle von Covid-19 hier in China verhindert", ergänzte WHO-Experte Bruce Aylward.

Insofern handele es sich laut WHO-Einschätzung derzeit noch nicht um eine Pandemie, sondern um Epidemien in einzelnen Ländern.

Mit Pandemie bezeichnet man die Verbreitung eines neuen Virus auf der ganzen Welt. Es gebe bislang keine unkontrollierte globale Ausweitung des Virus, sagte Tedros.

Von einer Pandemie zu sprechen, würde Angst schüren und es sei im Prinzip unerheblich, sagte Tedros. "Es würde kein Menschenleben retten."

Siebter Corona-Toter in Italien

16:24 Uhr: Für Italien beginnt die Woche mit einer Sterbewelle bei den mit dem Coronavirus infizierten Patienten. Inzwischen läge deren Zahl bei über 220.

Bei dem nunmehr siebten Toten handele es sich um einem 80-jährigen Mann, der in der vergangenen Woche nach einem Herzinfarkt in ein Krankenhaus in der Stadt Lodi eingeliefert worden sei, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Die deutsche Nachrichtenagentur dpa wollte diese Zahl zunächst nicht bestätigen. Sie berief sich auf den Gesundheitsbeauftragten der norditalienischen Region Lombardei und sprach von sechs Toten - allesamt ältere Menschen.

Die Lombardei ist die von der Infektion mit dem Coronavirus am stärksten betroffene Region in Italien.

Jens Spahn warnt vor Ansteckungswelle in Deutschland

16:13 Uhr: Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden Italiens bereitet sich die Bundesregierung auch auf eine gravierendere Lage in Deutschland vor.

"Die Corona-Epidemie ist als Epidemie in Europa angekommen", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU am Montag in Berlin. "Deshalb müssen wir damit rechnen, dass sie sich auch in Deutschland ausbreiten kann."

Die Lage deute darauf hin, dass sich das Virus in Form einer Pandemie ausbreite, bestätigte Spahn die zuvor veröffentlichte Prognose britischer Mediziner.

Spahn skizzierte den breiten Handlungsspielraum der Bundesregierung in einer derartigen Notlage. "Grundsätzlich lassen sich keine Maßnahmen ausschließen, gleichzeitig stellt sich immer die Frage der Verhältnismäßigkeit."

Das Infektionsschutzgesetz sehe verschiedene Möglichkeiten vor, um ein Infektionsgeschehen zu begrenzen. Zwischen der Absage von Großveranstaltungen, der Schließung von Einrichtungen wie Schulen oder Kitas "bis hin zum Abriegeln ganzer Städte" gebe es zahlreiche Zwischenstufen.

Geister-Show wegen Coronavirus-Angst: Armani hält Modenschau ohne Publikum ab

Aus Angst vor dem Coronavirus hat Designer Giorgio Armani eine Modenschau in Mailand ohne Publikum abgehalten. In Italien haben sich bereits mehr als 150 Menschen mit dem Virus infiziert. Die geisterhafte Show wurde ins Internet gestreamt

Auto-Experte Dudenhöffer warnt vor Einbruch beim Export deutscher Pkw

15:11 Uhr: Das Coronavirus gefährdet nicht nur die Lieferketten der internationalen Autoindustrie, sondern senkt auch insbesondere in China die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen.

Im laufenden Jahr werde daher die weltweite Pkw-Produktion auf 76,9 Millionen Exemplare zurückgehen, schreibt Branchen-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität St. Gallen in einer am Montag veröffentlichten Analyse zum bevorstehenden Autosalon in Genf. Die deutsche Autoindustrie sei wegen des hohen China-Anteils von 35 Prozent am Gesamtumsatz besonders betroffen.

Dudenhöffer erwartet in seiner Prognose einen globalen Rückgang von 2,7 Millionen Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr. Das wären 7,5 Millionen Autos weniger als im Rekordjahr 2017 noch vor den Handelskonflikten zwischen den USA und China.

Die Coronavirus-Pandemie ist angeblich nicht aufzuhalten

14:25 Uhr: Britische Mediziner sind sehr skeptisch, ob die weltweite Ausbreitung des neuen Coronavirus noch gestoppt werden kann. "Das Zeitfenster für die Eindämmung des Ausbruchs schließt sich nun sehr schnell", zitierte die britische Zeitung "The Telegraph" am Montag Devi Sridhar von der Universität Edinburgh, die zur weltweiten öffentlichen Gesundheit forscht.

"Es ist klar, dass nun alle Voraussetzungen für eine Pandemie vorhanden sind", sagte Bharat Pankhania von der Universität Exeter. "Es ist besser, ehrlich zu sein und es zu sagen."

Deutsche Industrie fordert Bundesregierung zum Handeln auf

14:08 Uhr: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus die Regierung zum raschen wirtschaftlichen "Krisenmanagement" aufgefordert.

Die Auswirkungen des Virus seien in Ausmaß und Dauer derzeit "überhaupt nicht einzuschätzen", erklärte am Montag Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Für die Konjunktur drohten "schwere Auswirkungen".

Die mehr als 5.000 deutschen Unternehmen in China seien derzeit in Beschaffung, Produktion und Absatz stark eingeschränkt, erläuterte der BDI-Hauptgeschäftsführer. In den kommenden Wochen rechnen demnach mehrere Industriebranchen in Deutschland mit Engpässen bei Lieferungen aus Fernost, unter anderem Elektro, Automobil, Pharma und Papier.

"Die Bundesregierung muss jetzt schleunigst wirtschaftspolitische Impulse für eine Belebung des Wachstums liefern", forderte Lang.

Italienische Fluggäste stranden auf Mauritius

13:57 Uhr: Nach dem Ausbruch des Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien wurde auf Mauritius ein italienisches Flugzeug blockiert. Die Fluggesellschaft Alitalia erklärte am Montag, 40 Passagiere aus der Lombardei und aus Venetien seien aufgefordert worden, nach dem Aussteigen in lokale Quarantäne in dem Inselstaat zu gehen. Da sie dies abgelehnt hätten, würden sie nun wieder nach Italien gebracht.

An Bord der Maschine von Rom nach Mauritius seien 212 Reisende gewesen. Keiner an Bord hätte Symptome, die auf das Virus deuten würden, gezeigt.

Trotz Coronavirus soll chinesische Wirtschaft auch im ersten Quartal 2020 wachsen

13:26 Uhr: Die rasante Ausbreitung des Coronavirus in Südkorea und Italien hat über das Wochenende die Anleger auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Aktienkurse brachen zum Wochenbeginn ein, die Ölpreise gaben nach. Gefragt waren hingegen Anlagen wie Gold, Staatsanleihen oder die Krisenwährung US-Dollar, die als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten gelten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte bereits seine Wachstumsprognose für China. Die Wirtschaft des Landes dürfte demnach im ersten Quartal nur noch um drei Prozent wachsen, nach rund sechs Prozent Ende 2019.

Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft werde das entsprechende Auswirkungen auf die globale Konjunktur haben.

Mit Blick auf Deutschland gehen Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute davon aus, dass die Folgen der Epidemie eine Konjunkturerholung verzögern könnten. Für die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen ist China der wichtigste Einzelmarkt.

Viele Bewohner von Wuhan bekommen nicht mehr genug zu essen

13:16 Uhr: Wegen des dort ausgebrochenen Coronavirus steht die chinesische Stadt Wuhan seit dem 23. Januar 2020 unter Quarantäne.

Viele Menschen in der Elf-Millionen-Einwohner-Metropole wissen nicht mehr, wovon sie sich in naher Zukunft ernähren sollen. Guo Jing beispielsweise baut auf einen Vorrat aus eingelegtem Gemüse und Sole-Eiern. Der hielte aber nicht mehr länger als einen Monat.

Die Versorgungslage ist in Teilen Wuhans mittlerweile so katastrophal, dass manche Bewohner damit begonnen haben, Rübenschalen zu trocknen - für noch schlechtere Zeiten.

Pan Hongsheng fürchtet für sich und seine Familie ums Überleben. "Ich weiß immer noch nicht, wo ich etwas kaufen kann, wenn wir das, was wir zu Hause haben, aufgegessen haben", sagt der Vater zweier Kinder.

Sein dreijähriges Kind habe "nicht einmal mehr Milchpulver". Außerdem könne er für seine über 80 Jahre alten Schwiegereltern keine Medikamente besorgen, weil sie in einer anderen Gegend von Wuhan leben.

Je nach Wohnanlage und Viertel gelten unterschiedlich strenge Ausgangsregeln für die Bewohner. Die Nachfrage nach Lebensmittellieferungen ist in jedem Fall hoch.

Die meisten Gruppenbestellungen von Nahrungsmitteln laufen über den chinesischen Messengerdienst WeChat. Dort haben sich Chat-Gruppen für unterschiedliche heiß begehrte Lebensmittel gegründet wie zum Beispiel Fleisch, Mich oder Re Gan Mian - eine Nudelspezialität in Wuhan.

Manche Läden oder Wohnanlagen haben sogar ihre eigenen kleinen Apps bei WeChat. In Guos Viertel steht derzeit etwa eine Mischung aus 6,5 Kilogramm Gemüse für 50 Yuan (6,55 Euro) auf der Angebotsliste.

Ob ihr die Zusammenstellung gefällt oder sie lieber etwas anderes hätte, spielt keine Rolle. "Man kann keine persönlichen Vorlieben mehr haben", kommentiert die 29-Jährige die Ausnahmesituation wegen der Coronavirus-Epidemie.

Marathon in Israel findet ohne ausländische Läufer statt

13:03 Uhr: Israel hat aus Sorge vor einer Verbreitung des Coronavirus Läufern aus dem Ausland die Teilnahme am Marathon in Tel Aviv untersagt. Ursprünglich hätten am Freitag rund 3.000 Ausländer an der Sportveranstaltung teilnehmen sollen, bestätigte eine Sprecherin der Stadt Tel Aviv am Montag.

Knapp 1.000 Läufer aus asiatischen Ländern hätten bereits abgesagt, weil Israel Bürgern von dort derzeit die Einreise verbiete. Das Gesundheitsministerium habe nun entschieden, auch die Teilnahme von 2.000 weiteren ausländischen Läufern nicht zu erlauben.

Der Marathon in Tel Aviv soll nun allein mit rund 40.000 israelischen Teilnehmern starten. Die ausländischen Läufer erhalten laut Stadtverwaltung ihr Startgeld zurück. In Israel war am Freitag erstmals ein Mensch positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden.

Fünfter Toter in Italien

13:01 Uhr: Italien meldet den fünften Toten nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Ein 88-Jähriger sei in der Lombardei ums Leben gekommen, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Montag in Rom. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region in Italien.

Borrelli warnte vor Panikmache - auch im Ausland. "Unser Land ist sicher, und man kann beruhigt hierher kommen."

Alle Toten in Italien waren ältere Menschen, teils auch mit Vorerkrankungen. 23 Menschen seien auf der Intensivstation.

Die Lufthansa fliegt Italien weiter an

12:32 Uhr: Die Ausbreitung des Coronavirus in Italien hat zunächst keine Auswirkungen auf den Flugplan der Lufthansa. "Wir beobachten die Lage sehr genau", sagte ein Sprecher der Airline am Montag.

Aber bislang gebe es keine Änderungen oder Streichungen. Auch an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt war bislang nichts bekannt über eingestellte Flüge von und nach Italien, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport mitteilte.

Bereits im Januar hatte die Lufthansa ihre Flüge nach und von China wegen des Coronavirus allerdings eingestellt. Mindestens bis Ende des Winterflugplans am 28. März werde Festlandchina nicht angeflogen, sagte der Sprecher.

Österreich schließt die Grenze zu Italien vorerst nicht

12:27 Uhr: Österreich wird seine Grenze zu Italien trotz des Coronavirus-Ausbruchs in Norditalien vorerst nicht schließen. "Im Moment steht das noch nicht zur Debatte. Langfristig, wenn es sich ausweitet, muss man sehen, welche Schritte zu setzen sind", sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Montag. Sie geht auch davon aus, dass der Hafenbetrieb in Genua aufrechterhalten wird.

Zum Ausbruch im südlichen Nachbarland sagte die Ministerin, dass man da "ganz am Anfang" stehe. "Wir werden sehen, wie es sich weiterentwickelt. Wenn man nach Italien schaut, kann man sehen, dass die italienische Regierung alle notwendigen Schritte ergreift. Jetzt gilt es mal zuzuwarten und vorbereitet zu sein."

Elf Mitarbeiter eines österreichischen Krankenhauses in Quarantäne

12:24 Uhr: Elf Mitarbeiter des LKH Weststeiermark sind in der Nacht auf Montag von einer Italienreise nach Hause gekommen und gingen umgehend vorsorglich für zwölf Tage in häusliche Quarantäne.

Sie hatten den Karneval in Venedig besucht und noch im Bus bei der Heimreise die Krankenhausleitung darüber informiert, teilte die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) am Montag mit. Die KAGes betonte, dass es sich um eine "reine Vorsichtsmaßnahme" handle.

"Keine Panik": Atemschutzmasken werden in Deutschland knapp

12:13 Uhr: Wegen des neuartigen Coronavirus sind in vielen Apotheken Schutzmasken seit Wochen ausverkauft - und sie bekommen kaum Nachschub.

"Es gibt wirklich erhebliche und umfängliche Lieferengpässe", sagte Thomas Porstner, Geschäftsführer beim Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO). Die verstärkte Nachfrage in letzter Zeit sei auf das Coronavirus zurückzuführen, so ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Konkrete Zahlen liegen beiden Verbänden zwar nicht vor. Es gebe momentan aber nur noch "Kleinstmengen", sagte Porstner. Viele Großhändler könnten keine Ware mehr nachbestellen. Wann die Hersteller ausreichend Masken nachproduzieren können, sei unklar.

"Der Markt für Atemschutzmasken ist im Allgemeinen umkämpft", sagte eine Sprecherin des oberfränkischen Zulieferers Sandler. Als einer der weltweit größten Vlies-Hersteller produziert die Firma unter anderem Vlies für Schutzmasken, auch für Kunden in China. "Aufgrund der aktuellen Situation besteht zurzeit hoher Bedarf an Vliesstoffen für diese Anwendung; es herrscht Materialknappheit am Markt."

Doch ein Grund zur Panik sei das nicht, versicherte der ABDA-Sprecher. "Gesunde Menschen, die in Deutschland unterwegs sind, brauchen keine Maske."

Ein einfacher Mund-Nasen-Schutz, wie ihn Pfleger und Ärzte bei Eingriffen tragen, schütze sowieso nicht vor einer Ansteckung mit dem neuen Virus Sars-CoV-2. "Das ist mehr eine Frage der Rücksicht auf andere. Sie sollen mit der Maske vor den eigenen Keimen geschützt werden."

EU will mit Millionen helfen, Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen

11:45 Uhr: Die EU-Kommission kündigte Hilfszahlungen in Höhe von 232 Millionen Euro an. "Mit mehr als 2.600 Toten gibt es keine andere Option, als sich auf allen Ebenen vorzubereiten", sagte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, am Montag in Brüssel.

Das neue Hilfspaket solle die Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützen und Ländern mit schwächerem Gesundheitssystem zur Verfügung stehen. Allein 90 Millionen Euro sollen in die Suche nach einem Impfstoff investiert werden.

Coronavirus-Infektionen: Südkoreaner geben einer Sekte die Schuld

11:30 Uhr: Südkorea ist nach China das Land mit den meisten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus - und schuld daran ist aus Sicht vieler Südkoreaner eine christliche Sekte. In einer Petition forderte daher bereits rund eine Million Menschen Südkoreas Staatschef Moon Jae In auf, die Shincheonji Church of Jesus aufzulösen.

In dem auf der Website des Präsidialamtes veröffentlichten Aufruf heißt es, die "unmoralische Lehre" der Sekte sei die Ursache für Südkoreas mehr als 830 Infektionen und sieben Todesopfer durch das neuartige Coronavirus. Am Sonntag rief Präsident Moon für das ganze Land die höchste Seuchen-Alarmstufe aus.

Eine 61-jährige Anhängerin der Shincheonji-Kirche hatte nach Behördenangaben Virustests zunächst verweigert und war weiter zu Gottesdiensten in der südlichen Stadt Daegu gegangen.

In der mit 2,5 Millionen Einwohnern viertgrößten Stadt Südkoreas konnte sich der Erreger der Atemwegskrankheit Covid-19 auf diese Weise schnell ausbreiten.

Landesweit meldeten die Gesundheitsbehörden im Verlauf des Montags 231 neue Fälle von Infektionen. Das ist der bisher stärkste Anstieg an einem Tag. Davon wurden allein 172 neue Fälle in der Millionen-Stadt Daegu im Südosten erfasst.

Bis zum Nachmittag (Ortszeit) zählten die Behörden insgesamt 833 Menschen, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben. Zudem wurden bisher sieben Todesfälle mit dem Virus in Verbindung gebracht.

China verbietet Verkauf und Genuss von Wild

11:25 Uhr: Als eine Konsequenz der Coronavirus-Epidemie im Land hat China den Handel mit Wildtieren sowie deren Verzehr komplett verboten. Eine entsprechender Vorschlag wurde am Montag vom Ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses getroffen, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete.

Das Verbot solle die "schlechte Gewohnheit des übermäßigen Konsums von Wildtieren" beenden und "Leben und Gesundheit der Menschen wirksam schützen". Das Verbot tritt demnach sofort in Kraft.

In China haben sich inzwischen 77.150 Menschen mit dem neuartigen Erreger der Atemwegskrankheit Covid-19 infiziert, genau 2.592 Menschen starben.

Angeblich 50 Coronavirus-Tote im Iran

11:05 Uhr: Nach offiziellen Angaben ist die Zahl der gemeldeten Covid-19-Opfer im Iran auf 12 gestiegen. Das bestätigte Gesundheitsminister Saeid Namaki am Montag.

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) spricht hingegen von weit mehr Toten. Unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur ILNA heißt es, es seien im Monate Februar bereits 50 Menschen im Iran dem Coronavirus zum Opfer gefallen.

Ein Sprecher der Stadt Qom, Ahmad Amiriabadi Farahani, berichtete gegenüber ILNA zudem von mehr als 250 infizierten Menschen, die sich in Qom in Quarantäne befänden. Die 50 Todesopfer reichten zurück bis zum 13. Februar, obwohl der Iran erst sechs Tage später erste Erkrankungs- und Todesfälle offiziell vermeldet hatte.

Coronavirus: Die Symptome und wie Sie sich schützen

Die Lungenerkrankung aus China hat längst Europa erreicht. Hier erfahren Sie, durch welche Symptome sich das Coronavirus beim Menschen äußert wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen können.

Erste Infektion mit dem Coronavirus in Afghanistan

10:58 Uhr: In Afghanistan, das an den Iran grenzt, wurde am Montag der erste Fall einer Erkrankung bestätigt. Er sei in der Provinz Herat im Westen des Landes aufgetreten, wie Gesundheitsminister Firusuddin Firus in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte. Herat grenzt an den Iran.

Firus riet seinen Landsleuten dringend, nicht nach Herat oder aus Herat in andere Landesteile zu reisen. Afghanistan hat vorübergehend seine Grenze zum Iran geschlossen.

Auch die beiden Staaten Bahrain und Kuwait auf der Arabischen Halbinsel bestätigten am Montag erste Fälle des Coronavirus. Das Gesundheitsministerium in Kuwait teilte mit, dass bei drei Menschen, die aus der iranischen Stadt Maschhad nach Kuwait zurückgekehrt seien, das Virus nachgewiesen worden sei.

Auch bei dem Fall aus Bahrain handele es sich um eine Person, die aus dem Iran ins Land gekommen sei, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur BNA.

Die Türkei hatte bereits am Sonntag ihre Grenzübergänge zum Iran geschlossen, um eine Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern. Zudem dürfen vorübergehend keine Flüge aus dem Iran mehr in der Türkei landen, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. In der Türkei selbst ist bislang kein Fall gemeldet worden.

Österreich warnt vor Panik

10:53 Uhr: Die österreichische Regierung hat vor Panik und Hysterie angesichts des Ausbruchs der neuen Lungenkrankheit Covid-19 im benachbarten Italien gewarnt.

"Wir sind nach wie vor in einer sicheren, stabilen Situation", sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Montag vor der Tagung von Fachgruppen und dem Einsatzstab. Es bestehe kein Grund zur Panik, bekräftigte auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Alle 189 Tests auf das Coronavirus, die bisher in Österreich erfolgt seien, seien negativ. Die Behörden seien international in engem Kontakt.

Für die Beobachtung der neuen Lungenkrankheit ist es laut Anschober günstig, dass die klassische Grippewelle ihren Höhepunkt überschritten habe.

Als Vorsichtsmaßnahme hatte der Landeschef von Kärnten, Peter Kaiser (SPÖ), am Sonntag vor Reisen ins nahe Norditalien abgeraten.

Italiens Serie A stellt Spielbetrieb zum Teil ein

10:32 Uhr: Die Ausbreitung des Coronavirus wirkt sich auch nachhhaltig auf den italienischen Fußball aus. Nachdem am Sonntag bereits vier Serie-A-Spiele nicht ausgetragen wurden, da alle Sportveranstaltungen in der Lombardei und Venetien abgesagt wurden, müssen weitere Begegnungen verschoben werden.

Die für den kommenden Freitag angesetzte Partie Udines gegen Florenz Spiel wird ausgesetzt, da die Region Friaul Julisch Venetien, zu der die Stadt Udine gehört, vorbeugend diese Woche Sportveranstaltungen abgesagt hat.

Die Auswirkungen der Epidemie sind auch in der norditalienischen Region Piemont mit der Olympiastadt Turin zu spüren. So bleibt das Juventus-Turin-Museum vorläufig bis Freitagabend geschlossen. Auch Stadiontouren in der Juve-Arena wurden gestrichen.

"Serie A in Quarantäne", schrieb die "Gazzetta dello Sport" über die prekäre Lage. Die Serie A signalisierte die Bereitschaft, Partien ohne Zuschauer auszutragen, um nicht weitere Spiele verlegen zu müssen. Angesichts des dicht gedrängten Spielkalenders wäre es problematisch, diese nachzuholen. Ein ensprechendes Dekret wurde am Nachmittag von der Regierung verabschiedet.

Fraglich ist noch, was mit dem Spiel Inter Mailand gegen Ludogorez Rasgrad am Donnerstag geschehen wird. Das letzte Wort spricht dazu die Europäische Fußball-Union (UEFA).

Vierter Todesfall wegen Coronavirus in Italien

10:06 Uhr: In Italien ist der vierte Mensch nach dem Ausbruch des Coronavirus gestorben. Der 84 Jahre alte Mann sei in einem Krankenhaus in Bergamo ums Leben gekommen, berichtete am Montag die Region Lombardei. Der Mann habe andere Vorerkrankungen gehabt, erklärte Regionalpräsident Attilio Fontana in einem Radiointerview.

Die Zahl der Infizierten sei alleine in der Lombardei auf 165 gestiegen - am Vorabend waren es in ganz Italien nach Angaben des Zivilschutzes noch rund 150.

Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region in Italien. Fontana sprach sich gegen Hamsterkäufe aus. "Der Wettlauf um Lebensmittel hat keinen Sinn. Die Lieferungen sind gesichert", sagte er. Auf Fotos und Videos waren leer geräumte Regale in Supermärkten in Mailand zu sehen - und lange Schlangen an Kassen.

In der Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi - die südlich der Millionenmetropole Mailand liegt - zu Sperrzonen erklärt. Dort kontrollieren Sicherheitskräfte, wer rein und raus darf. Zudem wurde eine Gemeinde in Venetien abgeriegelt.

China verschiebt die Sitzung des Nationalen Volkskongresses

09:51 Uhr: Wegen der Coronavirus-Epidemie verschiebt China die diesjährige Sitzung des Nationalen Volkskongresses. Über einen neuen Termin für das eigentlich am 5. März geplante Treffen entscheide der Ständige Ausschuss des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei zu einem späteren Zeitpunkt, berichtete am Montag der Staatssender CCTV. Es ist demnach die erste Verschiebung des Volkskongresses seit der Kulturrevolution.

Die Gesundheitskommission meldete am Montag in Peking weitere 150 neue Covid-19-Todesfällen - so viele wie noch nie innerhalb eines Tages.

Griechenland verbietet Klassenfahrten nach Italien

08:24 Uhr: Nach der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 in Italien hat Griechenland erste Maßnahmen getroffen. Unter anderem werden seit Montagmorgen die Besatzungen von Fähren, die zwischen Italien und Griechenland pendeln, informiert, welche vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden müssen, damit mögliche Verdachtsfälle rasch isoliert werden. Dies berichtete am Montag der griechische Staatsrundfunk.

Bereits am Vorabend hatte Athen alle künftigen Klassenfahrten nach Italien verboten. Die Schüler von zehn Schulen, die sich zurzeit in Italien befinden, sollten zurück nach Griechenland kommen, teilte das Ministerium mit.

"Wir treffen alle diese Maßnahmen vorbeugend. Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung", erklärte die griechische Bildungsministerin Niki Kerameos im griechischen Fernsehen Open am Montagmorgen. In Griechenland sind bislang keine Coronavirusfälle erfasst.

Zugverkehr über den Brenner läuft wieder normal

07:12 Uhr: Nach der kurzzeitigen Unterbrechung des Zugverkehrs über den Brenner gibt es laut den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) keine Einschränkungen mehr auf der Strecke.

Wegen des Verdachts auf das Coronavirus war am Sonntagabend ein Zug von Venedig nach München mit 500 Personen an Bord gestoppt worden. Der Eurocity konnte um kurz vor Mitternacht weiterfahren, nachdem Entwarnung gegeben wurde. er erreichte München mit einer Verspätung von etwa dreieinhalb Stunden.

Einer der Züge hatte zwei deutsche Frauen an Bord, die Fieber und starken Husten hatten. Sie wurden aber in Verone nach Angaben des österreichischen Innenministeriums negativ getestet.

Der Verkehr auf der Strecke zwischen Deutschland und Italien sollte nun wieder nach Plan laufen, wie ein ÖBB-Sprecher am Montagmorgen sagte. Auch die Deutsche Bahn ging davon aus, dass der Zugverkehr mit Italien am Montag planmäßig verläuft.

Brenner-Zug darf weiterfahren

23:48 Uhr: Der aus Furcht vor dem Coronavirus am Brenner gestoppte Eurocity nach München darf weiterfahren. Die österreichischen Behörden gaben am späten Sonntagabend grünes Licht für die Weiterreise des aus Venedig kommenden Zugs, wie ein Sprecher der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mitteilte. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass der Zugverkehr mit Italien an diesem Montag wieder planmäßig verläuft. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens am Sonntagabend in Berlin.

Österreich stellt Zugverkehr über Brenner ein

23:07 Uhr: Aus Furcht vor Coronavirus-Infektionen hat Österreich den Zugverkehr mit Italien auf der zentralen Brenner-Route eingestellt. Die staatliche österreichische Eisenbahngesellschaft ÖBB teilte am Sonntagabend mit, alle Zugverbindungen über den italienisch-österreichischen Grenzübergang Brenner seien ausgesetzt, weil bei zwei aus Italien kommenden Bahn-Passagieren der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestehe.

Die italienischen Behörden bestätigten am Sonntagabend der österreichischen Nachrichtenagentur APA, dass rund 300 Passagiere an Bord des Eurocity 86 von Venedig nach München auf der italienischen Seite gestoppt wurden. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurde auch der Eurocity 1288, der ebenfalls von Venedig nach München fahren sollte, am Brenner angehalten.

Der Südtiroler Zivilschutz sei eingeschaltet worden, um den Passagieren - zum Großteil Österreicher und Deutsche - Unterstützung zu leisten, berichtete die Polizei in Bozen der APA. Die Passagiere könnten aussteigen, da die italienischen Gesundheitsbehörden keine Bewegungsbeschränkung ausgesprochen hätten.

Nun mehr als 150 Infizierte in Italien

20:18 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Menschen in Italien steigt. Es seien bisher 152 Personen positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Zivilschutz am Sonntagabend in Rom mit. Die meisten Infizierten gibt es in der Lombardei. Es folgen die Regionen Venetien, Emilia-Romagna, Piemont und Latium.

Vom Robert Koch-Institut hieß es am Sonntag in Berlin, Reisenden aus italienischen Regionen mit Erkrankungsfällen, die innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollten unter Hinweis auf die Reise einen Arzt aufsuchen. Nach Möglichkeit sollten diese Menschen zu Hause bleiben, beim Husten und Niesen Abstand halten oder sich wegdrehen und sich die Armbeuge oder ein Taschentuch, das sie sofort entsorgen, vor Mund und Nase halten.

Dritter Todesfall in Italien

17:50 Uhr: In Italien gibt es nach dem Coronavirus-Ausbruch ein drittes Todesopfer. Eine ältere, vorerkrankte Frau sei gestorben, die in der Klinik von Crema in der Onkologie gelegen habe, sagte der Gesundheitsbeauftragte der Region Lombardei, Giulio Gallera, am Sonntag. Zuvor waren in Italien zwei ältere Menschen gestorben, die mit dem Virus infiziert waren: eine Person in der Lombardei und eine in Venetien.

Türkei schließt Grenze zum Iran wegen Coronavirus

16:34 Uhr: Die Türkei hat ihre Grenzübergänge zum Iran geschlossen, um eine Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern. Dies teilte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Sonntag mit. Zudem dürften von 20 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) an keine Flüge aus dem Iran mehr in der Türkei landen. Dies gelte "vorübergehend", sagte Koca Reportern in Istanbul. In der Türkei selbst ist bislang kein Fall einer Infektion mit dem Virus gemeldet worden.

Österreich beobachtet Covid-19-Lage in Italien genau

14:55 Uhr: Der rasche Anstieg der Infektionen mit dem
neuartigen Coronavirus in Italien wird von Österreichs Sicherheitsbehörden "sehr ernst" genommen. Es gebe aber "keinen Grund zur Panik", sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Sonntag. Man sei "gut gerüstet". Auch am Montag soll ein Einsatzstab unter Beteiligung des Gesundheitsministeriums "über die Entwicklung beraten und darüber, welche neuen Maßnahmen unter Umständen zu setzen sind. Es werden auch immer wieder Lagen durchgespielt, sollte es tatsächlich einmal in Österreich einen bestätigten Fall geben".

Innerhalb einer Stunde könnten auch Grenzkontrollen "hochgefahren werden", sagte der Leiter des Bundeskriminalamts, Franz Lang. "Wenn aufgrund dieser Gefahrenlage die Grenzen geschlossen und Grenzkontrollen eingeführt werden, dann ist die spannende Frage, wie man das tut, welche gesundheitsbezogenen Maßnahmen führt man an der Grenze durch, ähnlich wie beim Flughafen zum Beispiel oder müssen wir spezifische Maßnahmen ergreifen." Das alles werde beraten.

Sorgen in der Schweiz wegen Coronavirus in Italien

15:17 Uhr: Die Nachbarländer von Italien sorgen sich wegen der ansteigenden Anzahl an Coronavirus-Infizierten. In der Schweiz ist vor allem der südliche Kanton Tessin betroffen. Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani erklärte am Sonntag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass man die Entwicklung analysiere. "Die ganze Angelegenheit ist größer als es anfänglich schien." Personen mit Covid-19-Symptomen sollen in Hospitälern isoliert und getestet werden, selbst wenn sie keine bekannten Verbindungen nach China oder zu Infizierten gehabt haben, wie der Kanton am Sonntag mitteilte.

Das Tessin gehört zur Schweiz, ist geografisch aber eher ein Teil Norditaliens. Der Kanton reicht wie ein Stachel in die Lombardei hinein. Zudem arbeiten im Tessin etwa 68.000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger - also Menschen, die täglich von Italien ins Tessin zur Arbeit pendeln. Im Tessin sind seit Samstag Fasnachtsferien. Der Unterricht beginnt erst wieder am 2. März.

Chinas Präsident sieht "größte Gesundheitskrise" seit Staatsgründung

14:57 Uhr: Der Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit ist nach Darstellung von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping die größte Gesundheitskrise in der Geschichte der Volksrepublik. Auf einem Treffen zum Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 am Sonntag in Peking sagte Xi Jinping nach Angaben des Staatsfernsehens, die Epidemie sei "der größte öffentliche Gesundheitsnotstand mit der schnellsten Verbreitung, dem breitesten Ausmaß an Infektionen und der schwierigsten Vorbeugung und Kontrolle seit der Gründung des neuen Chinas".

"Es ist eine Krise für uns - und ein großer Test", sagte Xi Jinping nach Angaben des Fernsehens weiter. "Die gegenwärtige Lage der Epidemie ist düster und kompliziert, und Vorbeugung und Kontrolle stecken in der kritischsten Phase." Der Präsident räumte auch "Unzulänglichkeiten in der Reaktion auf die Epidemie" ein. "Wir müssen unsere Erfahrungen zusammenfassen und Lektionen lernen."

Die Epidemie werde "große Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft" haben, sagte Xi Jinping ferner. Er halte diese aber für "vorübergehend und beherrschbar", da die Grundlagen für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung China unverändert seien.

Covid-19: Zahl der Infizierten in Italien steigt weiter

14:48 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Menschen in Italien steigt. Es seien bisher 132 Personen positiv auf das Virus getestet worden, darunter seien auch die beiden Verstorbenen und ein Genesener, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mit. Die meisten der Infizierten (89) gibt es in der Lombardei. Es folgen die Regionen Venetien, Emilia-Romagna, Piemont und Latium. Bis auf drei Infektionen wurden alle seit Donnerstag gemeldet. Von den Infizierten seien 26 auf der Intensivstation, hieß es weiter.

"Diamond Princess": Weiterer Passagier tot, Dutzende Neu-Infektionen

14:06 Uhr: Ein weiterer mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Passagier von Bord des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" in Japan ist gestorben. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Sonntagabend (Ortszeit) unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Der Japaner in seinen 80ern war positiv getestet und in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er verstarb. Es ist der dritte Todesfall unter den Passagieren des Schiffes.

Insgesamt hatten sich mehr als 600 Passagiere und Crewmitglieder mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, darunter auch ein deutsches Ehepaar. Die von der Regierung in Tokio angeordnete, inzwischen aufgehobene zweiwöchige Quarantäne auf dem Schiff war von einigen Experten als unzureichend kritisiert worden. Und die Zahl der Infektionen steigt. Weitere 57 sind positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden, berichtet der Sender NHK. Damit erhöht sich die Zahl bekannter Infektionen unter Menschen von Bord des Kreuzfahrtschiffs auf mehr als 690.

Unilever zu Coronavirus: Kein Deutscher in italienischer Einrichtung

12:44 Uhr: In den letzten Wochen ist nach Firmenangaben kein deutscher Unilever-Mitarbeiter in der norditalienischen Forschungs- und Entwicklungseinrichtung gewesen, in der ein am Coronavirus Sars-CoV-2 erkrankter Kollege arbeitet.

"Das haben wir sofort überprüft", sagte Unilever-Sprecher Konstantin Bark am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. "Da gab es keine persönlichen Kontakte." Es gebe auch keine Berührungspunkte zwischen der Einrichtung in Casalpusterlengo in der norditalienischen Lombardei und dem deutschen Markt.

Coronavirus: Karneval in Venedig abgesagt

11:35 Uhr: Der berühmte Karneval in Venedig wird aus Sorge wegen der Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens abgesagt. Das teilte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Sonntag mit. Derweil ist die Zahl bestätigter Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19 auf 109 gestiegen.

In der Lombardei seien inzwischen 89 Fälle erfasst, sagte der Präsident der am stärksten betroffenen Region, Attilio Fontana, dem Sender SkyTG24 am Sonntag. Betroffen war daneben die norditalienische Region Venetien, wo es laut letzten Zahlen des italienischen Zivilschutzes 17 Infizierte gab. Hinzu kamen einzelne positive Tests in den Regionen Emilia-Romagna und Piemont.

Italien sucht nach dem "Patient 0"

11:10 Uhr: Für die Menschen Norditaliens ist die rasante Entwicklung kaum zu fassen, Angst greift um sich. Bis Mittwoch schien die Welt noch in Ordnung, nur drei Infektionen waren landesweit bekannt, alle drei wurden früh erkannt.

Am Donnerstag folgte der Schock: Bei einem schwer erkrankten 38-Jährigen in einer Klinik in Codogno wurde das Virus nachgewiesen. Die italienischen Behörden reagierten schnell, stellten zig Menschen unter Quarantäne, veranlassten umfassende Tests auf das Virus bei Krankenhauspersonal, Verwandten, Arbeitskollegen und Freunden des Mannes.

Das Virus erfasste weitere Menschen. In Venetien starb in der Gemeinde Vo ein 78-Jähriger wohl an Covid-19, der vom Virus verursachten Lungenkrankheit, wie die Behörden annehmen. Mehr als zehn Menschen in seinem Umkreis sind ebenfalls infiziert.

Derweil wird nach dem Ursprung beider Ausbrüche gesucht: Wo steckten sich die beiden 38 und 78 Jahre alten Männer an, auf die wohl alle weiteren Nachweise in Venetien, der Lombardei und dem Piemont zurückgehen? Vollkommen unklar. Im Unterschied zum Aufflackern von Sars-CoV-2 in Bayern mit insgesamt 14 Infizierten gibt es keinen "Patient 0", keinen bekannten Ersterkrankten.

Möglicherweise brachten Touristen oder Geschäftsleute aus China das Virus irgendwann unwissentlich mit. Die Statistiker zählen in Italien rund 300.000 Chinesen, dazu kamen zuletzt jährlich 5,3 Millionen Übernachtungen aus dem Land.

Berliner Virologe: "Pandemie nicht vermeidbar"

10:50 Uhr: "Eine Eindämmung in letzter Sekunde ist wohl auch mit allen verfügbaren Kräften nicht mehr erreichbar", sagte der Berliner Virologe Christian Drosten am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Das wohl auf einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen übergesprungene Virus spielt seinen Trumpf aus: Weil die meisten Infektionen mit Sars-CoV-2 mild verlaufen, sind sie kaum erfassbar.

Seine Eigenschaften ermöglichten Sars-CoV-2 eine unbemerkte Übertragung, erklärt Drosten. Wer nur milde oder keine Symptome hat, geht nicht zum Arzt und wird nicht getestet - kann das Virus aber auf Dutzende andere Menschen übertragen, die es wiederum in ihr Netz von Sozial- und Arbeitskontakten tragen. Nach einer Modellrechnung des Imperial College London würden geschätzt nur ein Drittel aller importierten Fälle aus China überhaupt wahrgenommen, so Drosten. "Ich glaube nicht mehr daran, dass eine Pandemie vermeidbar ist."

Schon Mitte Februar hatte es vom Robert Koch-Institut (RKI) geheißen, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19- und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen. Das würde eine kaum zu stemmende Doppelbelastung von Kliniken und Praxen bedeuten. "Wir müssen mit angemessenem Aufwand versuchen, die Ausbreitung zu verlangsamen, um einen intensiven Belastungspuls auf das Gesundheitssystem abzumildern", erklärt Drosten. "Die Zahl der Infektionen sollte über eine möglichst lange Zeit ausgedehnt werden."

Coronavirus lähmt Alltag im Iran – Schulen und Unis geschlossen

10:30 Uhr: Die Ausbreitung des Coronavirus im Iran hat den Alltag in dem Land erheblich eingeschränkt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden vorläufig in mehreren Städten die Schulen und Universitäten geschlossen. Auch Kinos bleiben bis auf weiteres zu, Theater- und Konzertveranstaltungen wurden abgesagt. Die Spiele der ersten Fußall-Liga werden zwar wie geplant ausgetragen, allerdings ohne Zuschauer.

Laut Gesundheitsministerium gibt es landesweit 785 Verdachtsfälle, von denen 28 positiv auf Covid-19 getestet wurden. Bislang sind demnach fünf Patienten an der Krankheit gestorben. Neue Infektions- und Todesfälle am Wochenende wurden zunächst noch nicht gemeldet.

China-Rückkehrer aus Quarantäne in Berlin entlassen

10:15 Uhr: 20 China-Rückkehrer in Berlin sind aus der zweiwöchigen Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus entlassen worden. Am Sonntagmorgen durften die Menschen vom Isolierbereich auf dem Gelände der DRK Kliniken im Stadtteil Köpenick nach Hause, wie das Deutsche Rote Kreuz mitteilte.

"Wir sind sehr erleichtert, dass bei keinem der Rückkehrer ein Coronavirus nachgewiesen werden konnte. Wir sind glücklich, dass die Isolation aufgehoben werden konnte. Die Belastung für alle Beteiligten war enorm", sagte DRK-Generalsekretär Christian Reuter laut einer Mitteilung.

Südkorea ruft wegen Coronavirus höchste Warnstufe aus

9:56 Uhr: Nach der rasanten Verbreitung des neuartigen Coronavirus in den vergangenen Tagen in Südkorea hat die Regierung die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen. Präsident Moon Jae In gab die Entscheidung laut seinem Büro am Sonntag bekannt. In einigen Tagen werde ein "kritischer Moment" im Kampf gegen Covid-19 erreicht sein, sagte Moon. Die Zentralregierung wie auch die Lokalregierungen sollten nicht zögern, beispiellose Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit Sars-CoV-2 in Südkorea im Verlauf des Tags um 169 auf 602. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Erreger habe sich von vier auf fünf erhöht.

Großveranstaltungen in Italien verboten

09:35 Uhr: In zehn Gemeinden der Lombardei in Italien wurden Schulen und ein Großteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen. Rund 50.000 Einwohner sind aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben. Großveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste und Sportevents wurden verboten. Auch in Venetien wurden Maßnahmen beschlossen, die eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern sollen.

In der Lombardei und in Venetien wurden für Sonntag alle Sportveranstaltungen abgesagt. Davon betroffen sind auch drei Serie-A-Spiele zwischen Inter Mailand und Sampdoria Genua sowie zwischen Hellas Verona und Cagliari Calcio. Auch die Partie Atalanta Bergamo gegen Sassuolo wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Am Nachmittag war bereits das Zweitliga-Spiel zwischen Ascoli Calcio und US Cremonese abgesagt worden.

In Mailand kündigte Modezar Giorgio Armani im Gespräch mit der Agentur Ansa an, dass seine für Sonntag geplante Modenschau vor leeren Rängen abgehalten werde. Die Show als Teil der Modewoche werde lediglich als Livestream zu sehen sein, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus zu minimieren.

Giuseppe Conte setzt auf Verständnis der Bevölkerung

08:45 Uhr: Ministerpräsident Conte kündigte die Notfallmaßnahme nach Krisengesprächen mit der Zivilschutzbehörde des Landes an. "Das Ziel ist es, die Gesundheit der italienischen Bevölkerung zu schützen", sagt Conte.

Zunächst sollten die Sicherheitskräfte die betroffenen Regionen abriegeln. "Wenn nötig, werden es auch die Streitkräfte sein", fügte Conte hinzu. Wer versuche, die Absperrungen zu umgehen, dem drohe "strafrechtliche Verfolgung". Er setze dennoch auf Verständnis der Bevölkerung.

Ein Aussetzen der innereuropäischen Reisefreiheit im Rahmen der Schengen-Zone sei vorerst nicht vorgesehen, sagte Conte.

Auch in Südtirol bereiteten sich die Behörden auf einen Notfall vor. Unter anderem empfahlen die Gesundheitsbehörden am Samstagabend dem Südtiroler Landeshauptmann Thomas Widmann vor, die Universität Bozem sowie Kitas und Kinderhorte für die kommende Woche zu schließen. Zudem sei ein medizinischer Notfallplan erstellt worden, berichtete die Website des Rundfunksenders Südtirol.

Coronavirus: Italienische Regierung will Städte abriegeln

08:20 Uhr: Italien hat den Kampf gegen den schlimmsten Ausbruch des neuen Coronavirus in Europa mit drastischen Maßnahmen aufgenommen. Um eine weitere Ausbreitung im Norden des Landes zu unterbinden, sollen nun die am stärksten betroffenen Städte abgeriegelt werden.

Das teilte die italienische Regierung am Samstagabend mit. "Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete ist verboten", sagte Regierungschef Giuseppe Conte. Betroffen seien zunächst knapp ein Dutzend Orte südöstlich von Mailand mit etwa 50.000 Einwohnern sowie Vo' im benachbarten Venetien mit rund 3.000 Bewohnern. In Italien waren bis zum Abend 76 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 erfasst worden, zwei Menschen sollen daran gestorben sein.

Damit ist Italien das europäische Land mit den weitaus meisten erfassten Sars-CoV-2-Infizierten. In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich zwölf, darunter ein Todesfall.

Frankreich bereitet sich auf eine Ausbreitung vor

Angesichts der Lage in Italien bereitet sich Frankreich auf eine Ausbreitung des Coronavirus vor. Die Lage im Nachbarland werde "aufmerksam verfolgt", sagte Gesundheitsminister Olivier Véran im Gespräch mit dem "Le Parisien" (Sonntag). "Eine Epidemie? Wir bereiten uns darauf vor", wurde der Minister zitiert.

Auch auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich die Lage zu: Nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit haben die Gesundheitsbehörden des Landes zwei weitere Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gemeldet. Zudem sei die Zahl der Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, über die Nacht zum Sonntag um 123 auf 556 gestiegen, teilten die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention mit.

Der Großteil der neuen Fälle konzentriert sich erneut auf die südöstliche Millionen-Stadt Daegu und deren Umgebung. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich auf vier.

Aus diesen Gründen hat die Regierung in Südkorea die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen. Präsident Moon Jae In gab die Entscheidung laut seinem Büro am Sonntag bekannt. In einigen Tagen werde ein "kritischer Moment" im Kampf gegen Covid-19 erreicht sein, sagte Moon. Die Zentralregierung wie auch die Lokalregierungen sollten nicht zögern, beispiellose Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

In China sind erneut fast 100 Menschen dem neuartigen Coronavirus zum Opfer gefallen. Die Pekinger Gesundheitskommission meldete am Sonntag 97 weitere Tote, womit die Gesamtzahl der Opfer seit Ausbruch Krankheit in China auf 2.442 gestiegen ist. Die Zahl neu bestätigter Infektionen kletterte um 648 auf 76.936.

Mit Material von dpa und AFP