Davie Selke findet Viktor Skripnik äußerst bescheiden und das vermeintliche Top-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München ist so langweilig wie lange nicht mehr. Der Hamburger SV stattet seine Angestellten mit Knäbelverträgen aus und der VfL Wolfsburg schleift den VfB Stuttgart (wahrscheinlich) durch die VW-Arena. Die etwas andere (und nicht ganz ernst gemeinte) Bundesliga-Vorschau auf den 27. Spieltag.

Davie Selke findet Viktor Skripnik äußerst bescheiden

Davie Selke ist ein bescheidener Typ. Das sieht man dem jungen Stürmer auf Anhieb an. Und weil Davie Selke so bescheiden ist, spielt er beim stets in der Öffentlichkeit so bescheiden auftretenden Bundesligisten Werder Bremen. Da eben dieser Klub in der Hinrunde äußerst bescheiden spielte, war er auf dem besten Weg in die 2. Liga. Doch das war den Bremer Verantwortlichen dann doch etwas zu viel an Bescheidenheit.

Trainer Robin Dutt wurde aufgrund seiner äußerst bescheidenen Erfolge nach dem 9. Spieltag entlassen. Für ihn wurde der zurückhaltende (wahlweise auch bescheidene) Viktor Skripnik als neuer Coach installiert. Und weil dieser allem Anschein nach kein bescheidener, sondern ein sehr guter Trainer ist, ist Bremen plötzlich der Europa League näher als dem Abstieg. Erst Recht, wenn das Heimspiel am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 gewonnen werden sollte.

Es ist ein Schock für den FC Bayern München: David Alaba fällt für den Rest der Saison aus. Damit fehlt Trainer Pep Guardiola ausgerechnet in der wichtigsten Phase der Saison einer seiner wertvollsten Spieler.

Plötzlich Europapokal? Das ist natürlich zu viel Trubel für einen wie Davie Selke. Der nahm daher kurz einen Schluck aus einem Energydrink und flog fluchs rüber nach Leipzig, um beim Zweitligisten RB zu unterschreiben - für eine gar nicht mal so bescheidene Ablösesumme in Höhe von acht Millionen Euro.

Ob das liebe Geld auch den entscheidenden Ausschlag für den Wechsel gab? Das können wir uns beim bescheidenen Herrn Selke beim besten Willen nicht vorstellen ...

Borussia Dortmund gegen FC Bayern München: das langweiligste Duell der Rivalen seit Jahren

Man kann machen, was man will: So eine Mega-Hyper-Supi-Dupi-Vorfreude wie so oft in den vergangenen Jahren kommt einfach nicht auf, wenn man an den vermeintlichen Knaller Borussia Dortmund gegen Bayern München denkt. Da spielt ein Team irgendwo aus dem Nirgendwo der Liga gegen den Mit-Abstand-Tabellenführer. Und wenn das nicht schon schlimm genug wäre, gehen jetzt auch noch die Vereinsbosse auf Kuschelkurs. Gäääääähn!

Nicht, dass wir hier Hass schüren wollen. Aber so ein paar fiese Sprüche in Richtung des Konkurrenten fänden wir für diesen Klassiker durchaus angebracht. Und seien es irgendwelche abgedroschenen "Fernglas"-Sprüche seitens der Bayern oder Frotzeleien des BVB, dass Marco Reus den Bayern schon zweimal einen Korb gegeben hat. Oder schlicht so etwas wie: "Wir finden euch doof". Mehr verlangen wir ja gar nicht.

So bezieht das Spiel seinen Reiz daraus, dass die großen Rivalen der vergangenen Jahre aufeinandertreffen. Und vor allem wird es interessant zu beobachten sein, wie die Bayern die Ausfälle der verletzten David Alaba, Arjen Robben und Franck Ribéry kompensieren wollen.

Mit Robben und Ribéry haben die Münchner in dieser Saison übrigens alle zwölf Spiele gewonnen (bei 41:4 Toren). Ohne die beiden ist die Bilanz schon deutlich mauer (acht Siege, vier Remis und zwei Niederlagen). Doch mit Statistiken ist das immer so eine Sache. Xabi Alonso beispielsweise hat mit Real Madrid dreimal beim BVB gespielt und dreimal verloren. Ob Pep Guardiola deshalb auf ihn verzichten sollte? Wohl eher nicht ...

Der VfL Wolfsburg wird den VfB Stuttgart durch die VW-Arena schleifen - wahrscheinlich

Zweiter gegen Letzter, bestes gegen drittschlechtestes Rückrundenteam, Kevin de Bruyne und Bas Dost gegen Adam Hlousek und Georg Niedermeier: Die Vorzeichen vor dem Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem VfB Stuttgart sind eindeutig. Der VfL wird den VfB durch die VW-Arena schleifen. Etwas anderes ist kaum vorstellbar. Warum? Weil einfach alles für Wolfsburg und gegen Stuttgart spricht. Die "Wölfe" haben die jüngsten fünf Partien gegen die Schwaben allesamt gewonnen. Stuttgart verlor in Wolfsburg sogar die vergangenen sieben Spiele.

Zudem hat der VfL einen gewissen Kevin de Bruyne in seinen Reihen. Der ist nicht nur an sich ein richtig geiler Fußballer, sondern netzt auch mit Vorliebe gegen den VfB ein. In all seinen vier Spielen gegen Stuttgart hat der Belgier getroffen. Und weil de Bruyne so ein netter Kerl ist, hat er seinen Teamkollegen in diesen Partien auch noch insgesamt drei Treffer aufgelegt.

Zudem gewann Stuttgart zuletzt mit 3:1 gegen Eintracht Frankfurt. Klingt erstmal positiv. Allerdings sprang für den VfB seit September 2013 (!) kein zweiter Bundesliga-Sieg in Serie mehr heraus.

Doch, Achtung: Wenn uns der Fußball in den vergangenen Jahrzehnten eines gelehrt hat, dann, dass man auf all diese Vorzeichen einen Sch*** geben sollte!

Knäbelvertrag für den neuen HSV-Trainer

Knebelvertrag: Diesen Begriff kennt man ja eher aus dem Show-Business. Etwas wohlwollend meinen wir so etwas wie "Deutschland sucht den Superstar". Ein Knäbelvertrag wurde vor gut zwei Wochen auch beim Hamburger SV geschlossen. Der HSV hat allerdings mal so gar nichts mit Show-Business zu tun. So wohlwollend können selbst wir nicht sein.

Der vormalige Sportdirektor Peter Knäbel ist nämlich der neue Trainer, der den Bundesliga-Dino vor dem Abstieg bewahren soll.

Ob zu Knäbels Debüt gleich ein Sieg herausspringt? Das darf zumindest bezweifelt werden. Schließlich geht's zum zuletzt so stark aufspielenden Tabellenvierten Bayer Leverkusen. Der hat die vergangenen vier Bundesliga-Partien allesamt gewonnen - und das ohne ein Gegentor zu kassieren. Fünf Bundesliga-Spiele in Folge ohne Gegentor gelangen Bayer erst einmal, in der Saison 1983/84.

Die Chancen, dass Leverkusen seinen Rekord einstellt, stehen also nicht ganz so schlecht. Schließlich ist der HSV - um es wohlwollend zu formulieren - alles andere als eine Tor-Maschine. 16 Tore in 26 Spielen: Das ist leider zweitligawürdig.

Auch die HSV-Profis müssen sich mit dem Gedanken an einen Abstieg befassen. Zumindest diejenigen von ihnen, die von ihrem ehemaligen Sportdirektor mit einem Kontrakt ausgestattet wurden, der auch für die 2. Liga gültig ist. Praktisch einem Knäbel-Knebelvertrag.

Die Partien des 27. Spieltags:

Samstag, 04.04.2015:

Werder Bremen-FSV Mainz 0515:30 Uhr
Bayer Leverkusen-Hamburger SV15:30 Uhr
Eintracht Frankfurt-Hannover 9615:30 Uhr
VfL Wolfsburg-VfB Stuttgart15:30 Uhr
SC Freiburg-1. FC Köln15:30 Uhr
1899 Hoffenheim-Bor. Mönchengladbach15:30 Uhr
Borussia Dortmund-Bayern München18:30 Uhr

Sonntag, 05.04.2015:

FC Augsburg-FC Schalke 0415:30 Uhr
Hertha BSC-SC Paderborn17:30 Uhr

Tabelle

RangVereinSp.S.U.N.Diff.TorePunkte
1.Bayern München262042+5770:1364
2.VfL Wolfsburg261664+2857:2954
3.Mönchengladbach261385+1737:2047
4.Bayer Leverkusen261295+1645:2945
5.FC Schalke 04261169+637:3139
6.FC Augsburg2612212-133:3438
7.Hoffenheim261079+240:3837
8.Eintr. Frankfurt269710-349:5234
9.Werder Bremen269710-1341:5434
10.Bor. Dortmund269611+134:3333
11.FSV Mainz 05266128-135:3630
12.1. FC Köln267910-626:3230
13.Hertha BSC268513-1331:4429
14.Hannover 96267613-1329:4227
15.SC Freiburg2651011-1026:3625
16.Hamburger SV266713-2116:3725
17.SC Paderborn265912-2723:5024
18.VfB Stuttgart265813-1927:4623