• 21:33 Uhr: ➤ USA warnen Russland vor Umleitung von AKW-Strom
  • 20:29 Uhr: Kremlkritiker Roisman vorerst auf freiem Fuß
  • 17:42 Uhr: Immer mehr deutsche Unternehmen von Folgen des Ukraine-Kriegs betroffen
  • 14:53 Uhr: Angriff auf Bahnhof: EU verurteilt "russischen Raketenterror" - Angeblich 200 Soldaten getötet
  • 14:07 Uhr: Ukraine will Putin vor internationales Tribunal stellen

+++ News-Ticker zum Krieg in der Ukraine hier aktualisieren +++

➤ USA warnen Russland vor Umleitung von AKW-Strom

  • 21:33 Uhr

Nach der zwischenzeitlichen Trennung des russisch besetzten Atomkraftwerks Saporischschja vom ukrainischen Netz haben die USA Moskau vor einer Umleitung des Stroms gewarnt. "Um es ganz klar zu sagen: das Atomkraftwerk und der Strom, den es produziert, gehören der Ukraine", sagte der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Vedant Patel. Jeder Versuch, das Werk von der ukrainischen Stromversorgung zu trennen und in russisch besetzte Gebiete umzuleiten sei "inakzeptabel".

Zuvor war das von Russland besetzte ukrainische AKW Saporischschja Angaben aus Kiew zufolge zumindest zwischenzeitlich vom ukrainischen Stromnetz getrennt worden. Das sei erstmalig vorgekommen, teilte der staatliche Atomkraftwerksbetreiber Enerhoatom mit. (dpa)

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen über 11,1 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand: 17. August), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. Dass die Nato aktiv in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Krieg in der Ukraine

Ukraine will Putin vor internationales Tribunal stellen

Sechs Monate nach Beginn der russischen Invasion arbeitet Kiew daran, Russlands Präsidenten Wladimir Putin und seine Militär-Befehlshaber für den Angriffskrieg gegen die Ukraine vor Gericht zu bringen.

Weitere Meldungen vom 25. August:

Puschkin und Tolstoi sind Vergangenheit: Kiew benennt 95 Straßen um

  • 22:41 Uhr

Wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine hat die ukrainische Hauptstadt Kiew 95 Straßen und Plätze umbenannt, deren Namen bislang an Russland oder die Sowjetunion erinnerten. Das teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit.

So verschwinden aus dem Stadtbild neben den deutschen kommunistischen Vordenkern Karl Marx und Friedrich Engels auch die russischen Schriftsteller, Alexander Puschkin, Lew Tolstoi, Anton Tschechow, Iwan Turgenjew und Michail Lermontow. Entfernt werden die Namen sowjetischer Marschälle des Zweiten Weltkriegs und Bezeichnungen mit Bezügen zu russischen Städten wie Moskau, Rostow am Don oder Magnitogorsk. Kritik hatte die Entfernung des in Kiew geborenen Schriftstellers Michail Bulgakow hervorgerufen.

Künftig heißen die Straßen nach Personen und Städten aus der Ukraine, es gibt auch eine "Straße der Helden des Regiments Asow". Die Umbenennungen in der Dreimillionenstadt seien damit noch nicht abgeschlossen, sagte Klitschko. (dpa)

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Kremlkritiker Roisman vorerst auf freiem Fuß

  • 20:29 Uhr

Der wegen "Diskreditierung" der russischen Armee festgenommene russische Oppositionspolitiker Jewgeni Roisman ist am Donnerstag vorläufig auf freien Fuß gekommen. Ein Gericht in Jekaterinburg entschied, dass Roisman weder an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen noch das Internet nutzen darf, wie die Nachrichtenagentur Ria Nowosti meldete. Außerdem darf er keine Briefe versenden und empfangen. Roisman dürfe nur mit engen Familienmitgliedern, seinem Anwalt und Ermittlern Kontakt aufnehmen.

Den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Hausarrest für Roisman lehnte das Gericht ab. Anhänger des Oppositionellen applaudierten und sangen "Freiheit!", als Roisman ins Gericht gebracht wurde. Roisman erklärte sich für unschuldig. Er war am Mittwoch in seiner Wohnung in Jekaterinburg festgenommen worden.

Die Polizei erklärte, gegen Roisman werde ermittelt, weil er ein Video im Internet hochgeladen habe, durch das die russische Militäröffensive in der Ukraine diskreditiert worden sei. Roisman droht eine mehrjährige Haftstrafe. (afp)

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Betreiber: Akw Saporischschja "komplett" vom ukrainischen Stromnetz getrennt

  • 18:59 Uhr

Das von der russischen Armee kontrollierte Atomkraftwerk in Saporischschja ist nach Angaben des Betreibers am Donnerstag vollständig vom ukrainischen Stromnetz abgeschnitten worden. Wie die ukrainische Betreibergesellschaft Energoatom mitteilte, wurden die zwei zuletzt noch arbeitenden Reaktoren des größten Akw Europas "komplett" vom Netz gekappt.

Die Stromversorgung des Akw selbst sei über das Wärmekraftwerk weiterhin gewährleistet, erklärte das ukrainische Energieunternehmen. Die permanente Stromversorgung ist nach Angaben von Experten für die Sicherheit von Atomkraftwerken essenziell - auch im ausgeschalteten Zustand, denn auch dann müssen diese Anlagen gekühlt werden. (afp)

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Zahl der von Kriegsfolgen betroffenen deutschen Unternehmen steigt

  • 17:42 Uhr

Die Zahl der Betriebe in Deutschland, die wegen der Folgen des Krieges in der Ukraine Personal reduzieren oder Preise erhöhen mussten, ist gestiegen. Die Zahl der Betriebe mit Personalreduzierung sei von Mai auf Juni um drei Prozent nach oben gegangen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in Nürnberg mit. Preisanpassungen hätten im gleichen Zeitraum fünf Prozent mehr Unternehmen vorgenommen.

Besonders stark betroffen seien das verarbeitende Gewerbe und Großbetriebe. Dies gelte auch für das Zurückfahren der Produktion. Rückgänge bei Neueinstellungen legten nahe, dass die Betriebe von einer Verschärfung der wirtschaftlichen Lage ausgehen, sagte IAB-Chef Bernd Fitzenberger. Die Ergebnisse stammen aus einer regelmäßigen Befragung von 2.000 Unternehmen in Deutschland.

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EVP-Chef Weber will russischen Touristen Einreise verweigern

  • 16:49 Uhr

Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP) um CDU und CSU, Manfred Weber, hat sich für ein Einreiseverbot für Russinnen und Russen in die EU ausgesprochen. "Wir wollen nicht, dass diejenigen, die diesen Krieg mitzuverantworten haben, (...) jetzt bei uns Urlaub machen", sagte der CSU-Politiker am Donnerstag im ARD-"Mittagsmagazin". Europa müsse "Klartext sprechen".

"Das ist für mich schwer vorstellbar, dass wir gleichzeitig Flüchtlinge aus der Ukraine haben und Russen, die hier das Leben genießen", betonte Weber. Problematisch sei es etwa, wenn Russen am Tegernsee oder auf Sylt Urlaub machten und sich dort im Restaurant von Ukrainern bedienen ließen. (afp)

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Luftalarm: Ukrainisches Erstliga-Spiel dauert über vier Stunden

Trotz des seit sechs Monaten andauernden Kriegs hat in der Ukraine die Fußball-Saison begonnen - wegen andauernden Luftalarms hat eines der ersten Spiele allerdings mehr als vier Stunden lang gedauert. Das Erstliga-Spiel zwischen Ruch Lwiw und Metalist Charkiw wurde am Mittwoch um 15.00 Uhr Ortszeit (14.00 MESZ) angepfiffen und endete genau 4 Stunden und 25 Minuten später, wie ukrainische Medien in der Nacht zum Donnerstag berichteten.

Insgesamt gab es während der in Lwiw in der Westukraine ausgetragenen Partie drei Mal Luftalarm - zusammengerechnet insgesamt 145 Minuten lang. Letztendlich endete das Spiel mit einem 2:1-Sieg für die Gäste aus dem ostukrainischen Charkiw. Es war die fünfte Begegnung der Saison, die am Dienstag ungeachtet des russischen Angriffskriegs gestartet war. (dpa)

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Angriff auf Bahnhof: EU verurteilt "russischen Raketenterror"

  • 14:53 Uhr

Der russische Angriff auf den Bahnhof im ukrainischen Tschaplyne mit mindestens 25 Toten hat international Entrüstung ausgelöst. Die EU verurteilte die Attacke am Donnerstag als "russischen Raketenterror". Moskau erklärte, der Angriff habe auf einen Militärzug am Bahnhof abgezielt und "mehr als 200" ukrainische Reservisten getötet.

Der Bahnhof in Tschaplyne in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk war am Mittwochabend angegriffen worden. Die Zahl der Toten stieg am Donnerstag nach Angaben der ukrainischen Bahngesellschaft auf 25, darunter zwei Kinder.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sprach auf Twitter von einem "abscheulichen Angriff Russlands auf Zivilisten". "Die Verantwortlichen für den russischen Raketenterror werden zur Rechenschaft gezogen", betonte er. (afp)

Ukraine will Putin vor internationales Tribunal stellen

  • 14:07 Uhr

Die ukrainische Regierung arbeitet daran, Russlands Präsidenten Wladimir Putin und seine Militär-Befehlshaber für den Angriffskrieg vor Gericht zu bringen. Angestrebt wird von ukrainischer Seite ein internationaler Strafgerichtshof, der Russlands "Verbrechen der Aggression" untersuchen soll.

Ein entsprechendes Tribunal sei "der einzige Weg, um sicherzugehen, dass die Kriminellen, die den Ukraine-Krieg begonnen haben, schnell zur Rechenschaft gezogen werden", sagte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Smirnow, der Nachrichtenagentur AFP.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) ermittelt bereits wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermords in der Ukraine. Doch der IStGH kann nicht von sich aus die Vorwürfe der Aggression untersuchen, weil weder Russland, noch die Ukraine das Rom-Statut ratifiziert haben. (afp)

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Internationale Organisation: Hunderte Streubomben-Opfer in der Ukraine

  • 12:32 Uhr

International geächtete Streumunition ist nach Angaben von Beobachtern in diesem Jahr weltweit nur in der Ukraine eingesetzt worden. Russland habe in seinem Angriffskrieg große Mengen davon abgeschossen, berichtete die internationale Streumunition-Koalition am Donnerstag in Genf.

Seit der russischen Invasion im Februar seien bis Ende Juni mindestens 215 Menschen getötet und weitere 474 durch Streumunition verletzt geworden, hieß es. Vermutlich seien die Zahlen viel höher. Nicht alle Fälle würden erfasst. Auf russischer Seite spricht die Koalition von Hunderten Einsätzen, die dokumentiert oder gemeldet wurden, aber nicht alle unabhängig geprüft werden konnten, auf ukrainischer Seite von drei.

Mit Streumunition werden viele kleinere Sprengsätze bezeichnet, die in Behältern aus Flugzeugen und Raketenwerfern abgeschossen werden. Sie werden wahllos und großflächig verteilt und explodieren. Viele landen auch als Blindgänger in Böden und töten oder verletzen Menschen noch Jahre später. Die allermeisten Opfer sind Zivilisten. (dpa)

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Scheidender Ukraine-Botschafter Melnyk hofft auf Abschiedsgespräch mit Scholz

  • 11:05 Uhr

Der scheidende ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hofft vor Ende seines Dienstes noch auf ein klärendes Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). "Es würden zehn Minuten ausreichend sein, um einiges mitzuteilen, mich zu bedanken, auch zu entschuldigen, aber auch zu bedanken, was uns in diesem halben Jahr zuteil wurde", sagte Melnyk am Mittwochabend in der Sendung "RTL direkt".

Er wolle Scholz aber auch darauf hinweisen, wie wichtig weitere Waffenlieferungen seien, fügte Melnyk hinzu. Er habe die Hoffnung, "dass der Kanzler trotz der Zögerlichkeit der vergangenen Monate begreift: Es ist notwendig, es ist auch im deutschen Interesse, dass dieser Krieg schnell vorbei ist."

Melnyk ist seit Ende 2014 Botschafter in Deutschland. Im Oktober soll er die Geschäfte an seinen Nachfolger übergeben. (AFP)

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Zahl der Toten nach russischem Raketeneinschlag steigt auf 25

  • 10:25 Uhr

Nach dem russischen Beschuss einer Bahnstation in der Ukraine ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf mindestens 25 gestiegen. Bei dem Beschuss von bewohntem Gebiet und der Bahnanlagen in dem Ort Tschaplyne des zentralukrainischen Gebietes Dnipropetrowsk seien auch zwei Kinder getötet worden, teilte der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, am Donnerstag in seinem Blog im Nachrichtenkanal Telegram mit. Am Vorabend hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj von 22 Toten gesprochen. Zudem wurden nach Angaben von Tymoschenko 31 Menschen verletzt. Die Informationen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Bei den getöteten Kindern handele es sich um einen elfjährigen Jungen, der unter den Trümmern eines Hauses gestorben sei. Ein sechs Jahre altes Kind sei beim Brand eines Autos bei der Bahnstation gestorben, sagte Tymoschenko. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten seien abgeschlossen. (dpa)

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Russland hat seit März in Ukraine Gebiet der Größe Dänemarks verloren

  • 10:10 Uhr

Seit dem Höhepunkt der russischen Offensive in der Ukraine Mitte März hat die russische Armee in der Ukraine Gebietsverluste in der Größe Dänemarks erlitten. Das zeigt die US-Denkfabrik Institute for the Study of War anhand ihrer täglich aktualisierten Karte zum Stand der Gebietsverteilung auf.

Russland hat seit März in der Ukraine Gebiet der Größe Dänemarks verloren

Einer US-Denkfabrik zufolge hat Russland seit März in der Ukraine ein Gebiet der Größe Dänemarks verloren - und nur einen Bruchteil dessen dazugewonnen.

In den vergangenen 39 Tagen hätten die russischen Streitkräfte ein Gebiet der Größe Andorras hinzugewonnen, schreibt das Institut auf Twitter. Das entspreche in etwa einem Prozent der verlorenen Gebiete. (mcf)

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Scholz trifft Soldatinnen und Soldaten aus der Ukraine

  • 07:13 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) besucht am Donnerstag ukrainische Soldatinnen und Soldaten, die an deutschen Panzern ausgebildet werden. Das Treffen findet auf dem Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein statt. Dort werden die Soldatinnen und Soldaten aus der Ukraine für den Flugabwehrpanzer Gepard ausgebildet. Deutschland hat der Ukraine die Lieferung von 30 solcher Panzer zugesagt, die sich derzeit noch in Altbeständen des Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann befinden. (AFP)

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Die Meldungen vom 24. August:

Selenskyj: 22 Tote nach russischem Raketentreffer

  • 23:30 Uhr

Nach dem russischen Beschuss eines Personenzugs in der Ukraine ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf mindestens 22 gestiegen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Mittwochabend zum Ende des ukrainischen Nationalfeiertags in einer Videoansprache, fünf Tote seien aus einem Auto an den Bahngleisen geborgen worden. Die Rakete war am Bahnhof des Ortes Tschaplyne des zentralukrainischen Gebietes Dnipropetrowsk eingeschlagen. Mehr als 50 Menschen wurden nach ersten Angaben verletzt. Die Informationen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

"Tschaplyne ist heute unser Schmerz", sagte Selenskyj zum 31. Jahrestag der Unabhängigkeit seines Landes von der Sowjetunion. Die Ukraine werde die russischen Angreifer aber vertreiben. "Unsere Unabhängigkeit endet nicht und wird niemals enden. Der Präsident versicherte, es werde auch einen 32. Unabhängigkeitstag und einen 33. und alle folgenden geben. "Die Ukraine wird ewig bestehen." (dpa)

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Tausende protestieren gegen Russlands Krieg gegen die Ukraine

  • 21:56 Uhr

Ein halbes Jahr nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine haben in deutschen Städten Tausende gegen den Krieg protestiert. In Berlin zog eine Menge nach Gebeten in der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz in Richtung Brandenburger Tor. Etliche von ihnen schwenkten ukrainische Flaggen, trugen diese über den Schultern oder blau-gelbe Kleidungsstücke. Ein Polizeisprecher sprach zunächst von rund 2000 Teilnehmenden. Die Veranstalter hatten mit bis zu 10 000 Demonstranten gerechnet.

In anderen Städten gab es ähnliche Aktionen. In Frankfurt demonstrierten mehrere tausend Menschen nach Angaben der Polizei für Solidarität mit der Ukraine. In Mainz bildeten Menschen eine Kette über die Theodor-Heuss-Brücke, um sich solidarisch mit dem angegriffenen Land zu zeigen.

Aufgerufen zu der Veranstaltung am Mittwoch in Berlin hatte der Verein Vitsche. Dessen Vorstandsmitglied Vlada Vorobiova sagte vor dem Protest: "Heute ist einerseits ein Tag des großen Grauens – es ist sechs Monate her, dass Russland die gesamte Ukraine angegriffen hat – aber gleichzeitig auch ein Tag der großen Freiheit, der Unabhängigkeit, für die die Ukraine steht und kämpft." (dpa)

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Russischer Oppositioneller Roisman festgenommen

  • 20:58 Uhr

In Russland ist der prominente Oppositionspolitiker und frühere Bürgermeister der Millionenstadt Jekaterinburg, Jewgeni Roisman, festgenommen worden. Das bestätigte sein Anwalt Wladislaw Idamschanow am Mittwoch, wie die Agentur Tass meldete. Der Anwalt äußerte sich nicht im Detail zu den Vorwürfen. Dem Internetportal e1.ru zufolge wird Roisman die Verbreitung von Falschnachrichten über die russische Armee beim Angriffskrieg gegen die Ukraine vorgeworfen. Ihm drohen zehn Jahre Gefängnis. Roisman war als einer der letzten bekannten Kremlkritiker noch auf freiem Fuß.

Das Portal zeigte auch einen Videoclip über die Festnahme. Der 59-Jährige hat eine Wohltätigkeitsstiftung und ein Ikonenmuseum in Jekaterinburg. Bei einer Razzia in den Räumen des Hilfsfonds und anderen Büros beschlagnahmten bewaffnete und maskierte Sicherheitskräfte Unterlagen, Computer und andere Technik, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Der Stiftung zufolge wurde kein Durchsuchungsbeschluss vorgelegt.

Als früherer Bürgermeister der Stadt östlich des Uralgebirges hat Roisman dort noch viele Anhänger. Einige Dutzend versammelten sich abends friedlich in der Stadt. Trotzdem gab es nach Berichten mehrere Festnahmen. Roisman werde zunächst für 48 Stunden festgehalten, sagte sein Anwalt. Über weitere Zwangsmaßnahmen werde ein Gericht in Jekaterinburg entscheiden.

Präsident Wladimir Putin habe sich entschieden, das "halbe Jahr" Krieg gegen die Ukraine mit der demonstrativen Festnahme "des letzten noch in Freiheit befindlichen Oppositionspolitikers" zu begehen, meinte Kira Jarmysch, die Sprecherin des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny. Es gibt noch andere Oppositionelle, allerdings nicht mit Roismans - oder Nawalnys - Bekanntheitsgrad. (dpa)

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Selenskyj: 15 Tote bei russischem Beschuss auf Bahnstation

  • 20:30 Uhr

Durch russischen Beschuss auf einen Bahnhof in der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben an deren Nationalfeiertag mindestens 15 Menschen getötet worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete am Mittwoch, dass etwa 50 Menschen auf dem Bahnhof von Tschaplyne im Gebiet Dnipropetrowsk verletzt worden seien. Nach ersten - noch nicht verifizierten - Bildern aus der Region wurde ein Personenzug getroffen.

"Rettungskräfte sind im Einsatz. Es kann leider sein, dass die Zahl der Toten noch steigt", berichtete Selenskyj in einer Videoschalte mit dem UN-Sicherheitsrat in New York. "So leben wir jeden Tag. So hat Russland sich auf diese Sitzung des UN-Sicherheitsrats vorbereitet."

An anderer Stelle des Gebiets Dnipropetrowsk im Zentrum des Landes kam am Mittwoch ein elfjähriges Kind durch russischen Beschuss ums Leben, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Im April waren durch einen russischen Raketentreffer auf den Bahnhofsvorplatz der Stadt Kramatorsk im Donbass 57 Menschen getötet worden.

Die Ukraine beging am Mittwoch den 31. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Der Tag markierte zugleich ein halbes Jahr seit dem Beginn der russischen Invasion vom 24. Februar. (dpa)

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Ukraine meldet russische Raketenangriffe zum Unabhängigkeitstag

  • 19:50 Uhr

Am Unabhängigkeitstag der Ukraine sind nach offiziellen Angaben mehrere Regionen mit russischen Raketen beschossen worden. Im Gebiet Chmelnyzkyj im Westen des Landes waren am Mittwochnachmittag schwere Explosionen zu hören, wie Gouverneur Serhij Hamalij mitteilte. Wenige Minuten zuvor hatten oppositionelle Aktivisten aus dem Nachbarland Belarus angeblich den Abschuss von vier Raketen von belarussischem Gebiet aus registriert. Auch zwei russische Bomber seien von Belarus aus gestartet. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Machthaber Alexander Lukaschenko stellt sein Land den russischen Truppen als Aufmarschgebiet zur Verfügung.

Am Vormittag seien über Chmelnyzkyj drei russische Marschflugkörper vom Typ Kalibr abgefangen worden, teilte das zuständige Kommando der ukrainischen Luftwaffe mit. In diesem Fall seien die Raketen vom Schwarzen Meer aus abgefeuert worden. Auch das Gebiet Schytomyr im Norden wurde angeblich beschossen. Im Gebiet Dnipropetrowsk sei ein elfjähriges Kind beim Einschlag einer Rakete getötet worden, teilten die Behörden mit. Den ganzen Tag über herrschte in der Ukraine immer wieder Luftalarm. (dpa)

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Selenskyj vor Sicherheitsrat: Welt braucht unsere Unabhängigkeit

  • 18:36 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor dem UN-Sicherheitsrat die globale Bedeutung des Abwehrkampfes seines Landes gegen die russische Invasion hervorgehoben. "Heute feiert unser Land den Unabhängigkeitstag und jetzt kann jeder sehen, wie sehr die Welt von unserer Unabhängigkeit abhängig ist", sagte Selenskyj am Mittwoch per Video bei einer Sicherheitsratssitzung zu dem Krieg, der ein halbes Jahr andauert. Zuvor war Russland mit dem Versuch gescheitert, eine Ansprache Selenskyjs zu verhindern.

Wenn Russland jetzt nicht aufgehalten werde, "werden russische Mörder wahrscheinlich in anderen Ländern landen - in Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika", sagte Selenskyj weiter. "Russland muss für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine zur Rechenschaft gezogen werden". Vor genau sechs Monaten begann Russland die Invasion - anlässlich dessen traf sich auch der Sicherheitsrat. Gleichzeitig ist am Mittwoch ebenfalls der ukrainische Unabhängigkeitstag. (dpa)

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USA: Werden Veränderungen der ukrainischen Grenzen nicht akzeptieren

  • 17:35 Uhr

Die Vereinigten Staaten haben ihre Unterstützung für den Abwehrkampf der Ukraine gegen Aggressor Russland vor dem UN-Sicherheitsrat unterstrichen. "Um es klar zu sagen: Die internationale Gemeinschaft wird Russlands Versuch, die Grenzen der Ukraine gewaltsam zu verändern, niemals anerkennen", sagte die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Mittwoch bei einer Sicherheitsratssitzung zu dem Krieg, der ein halbes Jahr andauert.

Die vergangenen sechs Monate hätten schreckliche Gräueltaten, darunter Vergewaltigung, Mord und Folter durch russische Streitkräfte in Städten wie Butscha oder Irpin gebracht, so Thomas-Greenfield weiter. Die Hinweise dafür, dass russische Streitkräfte Hunderttausende Ukrainer, unter ihnen auch Kinder, festgenommen, verhört und gewaltsam deportiert haben, häuften sich weiter. "Ihre Gründe sind klar: Sie wollen die Ukraine zerstören – ihre Kultur, ihre Menschen, ihre Existenz."

Vor genau sechs Monaten begann Russland eine Invasion zur Eroberung der Ukraine - anlässlich dessen traf sich auch der Sicherheitsrat. Gleichzeitig ist am Mittwoch ebenfalls der ukrainische Unabhängigkeitstag. (dpa)

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Guterres: Krieg an "tragischem Meilenstein" - Kein Ende in Sicht

  • 16:46 Uhr

UN-Generalsekretär António Guterres hat keine Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine. "Trotz Fortschritten an der humanitären Front gibt es keine Anzeichen für ein Ende der Kämpfe in der Ukraine - und es gibt neue Gebiete für eine potenzielle gefährliche Eskalation", sagte Guterres am Mittwoch bei einer Sicherheitsratssitzung zu dem Krieg, der ein halbes Jahr andauert.

Bezüglich des umkämpften Atomkraftwerks Saporischschja mahnte der UN-Chef erneut eine internationale Experten-Mission an, für die es trotz offizieller Unterstützung der Kriegsparteien noch kein grünes Licht gibt. "Die Warnleuchten blinken", so Guterres.

"Der heutige Tag markiert einen traurigen und tragischen Meilenstein", sagte Guterres mit Blick auf die russische Invasion in die Ukraine vor genau sechs Monaten - anlässlich dessen traf sich auch der Sicherheitsrat am Mittwoch.

Tausende Zivilisten seien getötet oder verwundet worden, darunter auch Hunderte Kinder. "Die Welt hat schwere Verletzungen der internationalen Menschenrechtsnormen und des humanitären Völkerrechts erlebt". Ein Ende Juli zwischen Moskau und Kiew ausgehandelter Deal zur Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine mache aber Hoffnung, sagte der Generalsekretär. (dpa)

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Ukraine fordert mehr "echte Waffen" von Deutschland

  • 16:15 Uhr

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow hat Deutschland aufgerufen, die Lieferung von Leopard-Panzern aus anderen Ländern zu genehmigen. "Sie könnten ihnen die Erlaubnis erteilen, uns die Panzer zu geben. Darum bitten wir die Deutschen: Gebt uns die Werkzeuge und wir erledigen den Job", sagte Resnikow am Mittwoch den ARD-"Tagesthemen".

Resnikow forderte "mehr als nur Freundschaft und Lippenbekenntnisse." Die Ukraine hätte zudem gerne mehr "echte Waffen, wie zum Beispiel den MARS II Raketenwerfer." Man habe 3 Stück, aber wenn man 12 hätte, wäre es "noch besser".

Eine diplomatische Lösung schließt Resnikow zurzeit aus: "Das Ziel von Verhandlungen ist ein Traum unserer Partner. Im Moment ist das kein Traum der Ukraine." Der Wunsch seines
Landes sei es, sämtliche vorübergehend besetzte Gebiete in der Ukraine zu befreien. (dpa)

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Ukrainische Eisenbahn präsentiert "Zug des Sieges"

  • 16:04 Uhr

Zum 31. Unabhängigkeitstag hat die ukrainische Eisenbahn in der Hauptstadt Kiew einen mit patriotischen Graffiti verzierten "Zug des Sieges" präsentiert. Insgesamt sieben Waggons seien den von Russland besetzten Gebieten und den Verteidigern des Landes gewidmet, teilte Eisenbahnchef Olexander Kamyschin in der Nacht zum Mittwoch in seinem Telegram-Kanal mit.

Inklusive der bereits seit 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim kontrolliert Russland sechs Monate nach Kriegsbeginn gut ein Fünftel der gesamten Ukraine.

Bei der Präsentation des Zuges war auch Kateryna Prokopenko, die Ehefrau des Kommandeurs des Nationalgarderegiments Asow, dabei. Denys Prokopenko hatte sich mit den übrigen in einem Stahlwerk ausharrenden Verteidigern der Hafenstadt Mariupol vor etwa drei Monaten der russischen Armee ergeben.

Den Mitgliedern des nationalistischen Regiments, das Moskau immer wieder zur Rechtfertigung des eigenen Angriffskriegs heranzieht, droht vor einem Gericht in der von Russland kontrollierten Region Donezk die Todesstrafe. (dpa)

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Diplomaten: Selenskyj soll Mittwoch vor UN-Sicherheitsrat sprechen

  • 15:29 Uhr

Ein halbes Jahr nach Beginn des russischen Angriffskrieges soll der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Video zur UN-Sicherheitsratssitzung am Mittwoch zugeschaltet werden. Das berichteten Diplomaten in New York wenige Stunden vor der Sitzung, die um 16.00 MESZ starten soll.

Es sei demnach nicht auszuschließen, dass Russland versuchen werde, die Rede Selenskyjs vor dem wichtigsten UN-Gremium zu blockieren. Dafür dürfte Moskau allerdings nicht die nötigen Stimmen des 15-köpfigen Rates haben. (dpa)

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USA verkünden Milliarden-Paket für Ukraine

  • 14:44 Uhr

Die US-Regierung hat der Ukraine weitere Milliardenhilfen zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zugesagt. US-Präsident Joe Biden kündigte am Mittwoch in Washington Unterstützung für Kiew im Umfang von knapp drei Milliarden Dollar (rund drei Milliarden Euro) an. "Damit kann die Ukraine Luftabwehrsysteme, Artilleriesysteme und Munition, unbemannte Luftabwehrsysteme und Radare erwerben, um sich langfristig verteidigen zu können", erklärte Biden.

In den vergangenen Monaten hatten die Amerikaner bereits im großen Stil und in schneller Abfolge diverse Hilfspakete für die Ukraine auf den Weg gebracht. Erst am vergangenen Freitag hatte die US-Regierung angekündigt, Kiew weitere Militärhilfe in Höhe von rund 775 Millionen US-Dollar (rund 777 Millionen Euro) bereitzustellen. Damit hatte sich die militärische Unterstützung der USA für die Ukraine seit Beginn von Bidens Amtszeit auf insgesamt 10,6 Milliarden US-Dollar (rund 10,6 Milliarden Euro) erhöht. Der Großteil der Hilfen floss seit dem Kriegsbeginn Ende Februar. (dpa)

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Putin: Innere Notlagen trotz des Krieges gegen die Ukraine im Griff

  • 14:11 Uhr

Trotz des seit sechs Monaten andauernden Krieges gegen die Ukraine hat Russland laut Kremlchef Wladimir Putin noch genug Kapazitäten, um andere Krisen im Land zu bewältigen. Derzeit konzentriere das ganze Land seine Aufmerksamkeit auf "die Ereignisse" in der Ukraine, sagte Putin am Mittwoch bei einer Besprechung zur Bekämpfung von Waldbränden.

"Aber das Leben geht weiter, es kommen andere Probleme auf. Ich möchte anmerken und betonen, dass zur Reaktion auf solche Notfallsituationen alle nötigen Mittel, Kräfte und Ressourcen da sind", sagte Putin. "Hier gibt es keinerlei Probleme."

Wie bereits in den Vorjahren kämpfen auch in diesem Sommer viele russische Regionen gegen schwere Waldbrände. Immer wieder gibt es Berichte über Personalmangel bei den Löscharbeiten, der auch damit zu tun haben soll, dass das in der Ukraine eingesetzte Militär nicht mithelfen kann.

Besonders schwer wüten die Brände derzeit im Gebiet Rjasan rund 200 Kilometer südöstlich von Moskau. Vor wenigen Tagen wurde dort der Notstand ausgerufen. Der Brandgeruch zog bis ins Zentrum der russischen Hauptstadt.

Putin entsandte nun Ministerpräsident Michail Mischustin, Vize-Premier Dmitri Grigorenko und Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin in besonders betroffene Regionen, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. (dpa)

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Präsidentenpaar Selenskyj nimmt an "Gebet für die Ukraine" teil

  • 13:05 Uhr

Zum 31. Unabhängigkeitstags haben Präsident Wolodymyr Selenskyj und seine Frau Olena in Kiew an einem "Gebet für die Ukraine" mit Vertretern aller Glaubensrichtungen teilgenommen.

Dem ukrainischen Volk werde Kraft bei den schweren Proben und das baldige Eintreten von Frieden gewünscht, hieß es in einer Mitteilung des Präsidentenbüros in Kiew vom Mittwoch. Der Tag fiel mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges vor sechs Monaten, am 24. Februar, zusammen.

Bilder zeigten das Ehepaar gemeinsam mit den Vorstehern der orthodoxen Kirchen und anderen Vertretern christlicher, muslimischer und jüdischer Konfessionen in der im 11. Jahrhundert errichteten Sophienkathedrale im Zentrum der Hauptstadt Kiew.

Vor seiner Wahl 2019 hatte Selenskyj gesagt, selbst keiner speziellen Konfession anzugehören, aber mit Gott im Zwiegespräch zu sein. Der 44-Jährige hat jüdische Wurzeln. (dpa)

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Von der Leyen: Europa steht langfristig an der Seite der Ukraine

  • 12:28 Uhr

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat der Ukraine zum Unabhängigkeitstag Unterstützung beim Wiederaufbau versprochen. "Gemeinsam werden wir die Städte Stein für Stein wieder aufbauen und die Gärten und Felder Samen für Samen neu anlegen", sagte sie am Mittwoch in einer Grußbotschaft. Europa stehe heute und langfristig an der Seite der Ukraine.

Von der Leyen wies zugleich darauf hin, dass die EU bereits in den vergangenen Monaten viel für das von Russland angegriffene Land und dessen Bürger getan hat.

"Unsere Schulen haben für mehr als drei Millionen ukrainische Kindern ihre Türen geöffnet, damit diese weiter lernen und studieren können", sagte sie. Zudem gebe es Unterstützung für die Soldaten an der Front, die Staatsbediensteten und die Zivilgesellschaft. (dpa)

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Scholz sagt Ukraine unbefristete Unterstützung Deutschlands zu

  • 12:20 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine anlässlich ihres Nationalfeiertags die unbefristete Hilfe Deutschlands zugesagt. Deutschland stehe "fest an der Seite der bedrohten Ukraine, heute und so lange, wie die Ukraine unsere Unterstützung braucht", sagte Scholz in einer auf Twitter veröffentlichten Video-Grußbotschaft. Den russischen Angreifern warf der Kanzler "Terror" und Imperialismus" vor.

Die Bundesrepublik werde der Ukraine finanziell, militärisch und politisch helfen, sagte der Kanzler. "Wir werden weiter Waffen liefern von der Panzerhaubitze bis zum Flugabwehrsystem, Monat für Monat", sagte Scholz. "Wir werden weiterhin ukrainische Soldatinnen und Soldaten an modernstem europäischen Kriegsgerät ausbilden."

Deutschland werde die Sanktionen fortsetzen, die Ukraine finanziell weiter unterstützen, ihr beim Wiederaufbau helfen, ukrainisches Getreide per Bahn an europäische Häfen transportieren, verwundete Ukrainer in deutschen Krankenhäusern behandeln und ukrainische Flüchtlinge aufnehmen, sagte der Kanzler weiter. "Unsere Grenzen und unsere Herzen bleiben offen für alle, die vor dem russischem Terror fliehen müssen", sagte Scholz. "Sie sind uns von Herzen willkommen."

Der Kanzler würdigte den "Mut" der Verteidigerinnen und Verteidiger in der Ukraine. "Der dunkle Schatten des brutalen russischen Angriffskriegs lastet schwer", sagte Scholz. "Unsere Herzen sind bei denjenigen, die den russischen Kriegsterror Tag für Tag mit ihrem Leben bezahlen, die verstümmelt und verwundet werden", sagte der Kanzler weiter. (afp)

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London lehnt grundsätzlichen Visa-Stopp für Russen ab

  • 11:17 Uhr

Die britische Regierung hat sich gegen einen grundsätzlichen Stopp von Touristenvisa für Russen ausgesprochen. "Ich bin mir nicht sicher, ob ein generelles Verbot der richtige Weg ist", sagte Verteidigungsminister Ben Wallace am Mittwoch dem Sender BBC Radio 4.

Allerdings sollten die Bedingungen für eine Einreise verschärft werden. Wallace betonte, er möge es nicht, "Frauen von Oligarchen oder gar von ranghohen russischen Beamten dabei zuzusehen, wie sie sich in Griechenland oder Südfrankreich vergnügen (...), während ihre Armee in der Ukraine Kriegsverbrechen begeht".

Der Verteidigungsminister betonte, die Visa-Frage falle ins Ressort von Innenministerin Priti Patel. "Das Problem datiert bis 2014 zurück", sagte Wallace und kritisierte indirekt EU-Staaten wie Deutschland wegen mangelnder Konsequenz.

"Russland ist auf der Krim einmarschiert, hat sie illegal annektiert, und dann wurde in einigen Ländern erlaubt, so weiterzumachen, als hätte sich nichts wirklich geändert", sagte er.

Die baltischen Staaten haben als Reaktion auf Russlands Angriffskrieg in der Ukraine die Vergabe von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen an Russen bereits weitgehend ausgesetzt. Gemeinsam mit mehreren anderen EU-Staaten drängen sie auf eine EU-weite Lösung für einen grundsätzlichen Stopp von Touristenvisa. (dpa)

Selenskyj bekräftigt am Unabhängigkeitstag Kampfeswillen der Ukraine

  • 10:21 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zum Unabhängigkeitstag das Ziel bekräftigt, im Krieg gegen Russland alle Gebiete des Landes zurückzuholen. "Für uns ist die Ukraine die ganze Ukraine", sagte Selenskyj in einer am Mittwoch verbreiteten Videobotschaft.

Dazu gehörten auch der Donbass und die Krim und alle Regionen, die unter russischer Besatzung seien. "Wir werden kämpfen bis zum Schluss", sagte er in dem emotionalem Clip mit Kriegsszenen.

Selenskyj stand selbst in der Aufnahme auf dem Unabhängigkeitsplatz und der Prachtstraße Chreschtschatyk in Kiew, wo zerstörte russische Panzer und andere Militärtechnik zu sehen sind.

Die russischen Truppen seien gekommen, um eine Militärparade zu feiern, sagte Selenskyj vor den Kriegstrophäen. Sechs Monate wehre sich das Land gegen die Eindringlinge. Der Staatschef würdigte alle, die in Schützengräben, Panzern und überfall für die Unabhängigkeit des Landes kämpften. Einziges Ziel sei, die Unabhängigkeit zu erhalten, der Sieg der Ukraine.

Vor 31 Jahren, am 24. August 1991, hatte die damalige Sowjetrepublik Ukraine nach dem gescheiterten Putsch konservativer Kräfte gegen Generalsekretär Michail Gorbatschow ihre Unabhängigkeit erklärt. (dpa)

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Stoltenberg dringt auf weitere Unterstützung für Ukraine

  • 10:05 Uhr

Sechs Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor einem Nachlassen der militärischen und finanziellen Unterstützung für die Ukraine gewarnt. "Ich sage nicht, dass es einfach ist. Es verlangt harte Arbeit", sagte Stoltenberg in einem Interview mit dem Nachrichtenportal "ZDFheute.de".

Er setze sich in Zusammenarbeit mit anderen Staats- und Regierungschefs der Allianz in Europa und Nordamerika dafür ein, weiterhin Unterstützung sicherzustellen, sagte der Nato-Generalsekretär. Gerade erst hätten die USA weitere 800 Millionen US-Dollar für Waffenlieferungen an die Ukraine freigegeben.

Zwar würden die Staaten für ihre Unterstützung "einen Preis bezahlen", etwa "als Konsequenz der Sanktionen und natürlich infolge der Tatsache, dass Russland Energie als Waffe nutzt". Aber es gebe "keine Alternative", so Stoltenberg. "Der Preis, den wir zahlen würden, wenn wir die Ukraine nicht unterstützen und Russland gewinnen würde, wäre viel höher." Nicht zu handeln, suggeriere, dass aggressive und militärische Aktionen belohnt würden. Das schaffe für alle "eine gefährlichere Welt".

Stoltenberg warnte vor einer Kriegsmüdigkeit. Man müsse die Menschen daran erinnern, was auf dem Spiel stehe: "Es ist Solidarität mit mehr als 40 Millionen Ukrainern. Es geht aber auch darum, unsere eigenen Interessen zu schützen. Es sind die Regeln der Weltordnung, dass Großmächte nicht einfach bei Nachbarn einmarschieren können." (dpa)

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Russischer Oppositioneller Roisman berichtet über Festnahme

  • 09:53 Uhr

In Russland ist der prominente Oppositionspolitiker und frühere Bürgermeister der Millionenstadt Jekaterinburg, Jewgeni Roisman, festgenommen worden. Ihm werde die Verbreitung von Falschnachrichten über die russische Armee im Zuge des Moskauer Angriffskriegs gegen die Ukraine vorgeworfen, wie das Internetportal "e1.ru" am Mittwoch berichtete. Demnach drohten ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis. Roisman war einer der letzten scharfen Kritiker des Kreml, der noch auf freiem Fuß war.

Das Medium zeigte auch einen Videoclip, in dem Roisman über seine Festnahme informierte. Der 59-Jährige hat eine Wohltätigkeitsstiftung und ein Ikonenmuseum in Jekaterinburg. An dem Hilfsfonds trafen schwer bewaffnete und maskierte Sicherheitskräfte ein. Die Stiftungsdirektion teilte mit, es sei kein Durchsuchungsbeschluss vorgelegt worden.

Als früherer Bürgermeister der Stadt östlich des Uralgebirges hat Roisman dort noch viele Anhänger. Eine offizielle Information der russischen Behörden über die Festnahme gab es zunächst nicht. (dpa)

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London: Krieg gegen Ukraine ist für Moskau kostspielig und schädlich

  • 09:31 Uhr

Ein halbes Jahr nach dem Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine hat Großbritannien den Angreifern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Operativ leidet Russland unter einem Mangel an Munition, Fahrzeugen und Personal", teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit.

Die Moral sei in vielen Teilen schlecht und die Armee erheblich eingeschränkt. Russlands diplomatische Macht sei gesunken und die langfristigen wirtschaftlichen Aussichten seien düster.

"Die Donbass-Offensive macht minimale Fortschritte, und Russland erwartet einen schweren ukrainischen Gegenangriff", hieß es weiter. Das britische Fazit: "Nach sechs Monaten hat sich Russlands Krieg als kostspielig und strategisch schädlich erwiesen."

Das Ministerium betonte, der russischen Führung sei seit April bewusst, dass die Ziele, die ukrainische Regierung zu stürzen und große Teile des Landes zu besetzen, gescheitert seien. Seitdem verfolge Moskau bescheidenere Pläne in der Ost- und Südukraine. (dpa)

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Ukraine begeht sechs Monate nach Kriegsbeginn Unabhängigkeitstag

  • 04:03 Uhr

Die Ukraine begeht am Mittwoch ihren Unabhängigkeitstag - zugleich sind es an diesem Tag genau sechs Monate seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar. In der Hauptstadt Kiew wurden alle öffentlichen Zusammenkünfte untersagt, in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gewarnt, Russland könnte im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitstag "etwas besonders Widerwärtiges und Gewalttätiges unternehmen". Die Ukraine hatte am 24. August 1991 im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion ihre staatliche Unabhängigkeit erklärt. Am 24. Februar begann Russland seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland, zunächst mit dem erklärten Ziel, die Regierung in Kiew zu stürzen. (afp)

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Ukraine-Botschafter Melnyk begrüßt Ankündigung weiterer Waffenlieferungen

  • 00:20 Uhr

Der scheidende ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat die von Bundeskanzler Olaf Scholz angekündigten neuen Waffenlieferungen an sein Land begrüßt. "Wir sind dankbar für diese Zusagen", sagte Melnyk am Dienstag im "heute journal update" des ZDF. Er äußerte aber zugleich die Hoffnung, "dass auch die anderen Waffen, die schnell lieferbar sind, auch die Ukraine erreichen werden". Bei der jüngsten Ankündigung gehe es "um Waffen, die erst im kommenden Jahr lieferbar sind", erläuterte der Botschafter. "Wie Sie wissen, geht es um jeden Tag gerade vor dem Winter."

Es sei wichtig, dass sein Land zeige, dass es den Krieg gegen Russland militärisch gewinnen könne. "Nur dann besteht eine Chance auf Verhandlungen und auf einen nachhaltigen Frieden." Melnyk wird Deutschland am 14. Oktober verlassen. Er ist wegen seiner oft harten Kritik an der Ukraine-Politik der Bundesregierung umstritten.

Kanzler Scholz hatte am Dienstag umfangreiche weitere Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt. Man habe ein neues Paket auf den Weg gebracht, das hochmoderne Flugabwehrsysteme, Raketenwerfer, Munition und Anti-Drohnen-Geräte umfasse, sagte der SPD-Politiker bei einer Konferenz zur Lage auf der Krim, zu der er aus Kanada zugeschaltet war. Wie ein Regierungssprecher auf Anfrage mitteilte, soll Kiew drei weitere Flugabwehrsysteme des Typs Iris-T, ein Dutzend Bergepanzer und 20 auf Pick-ups montierte Raketenwerfer erhalten. Insgesamt geht es nach Angaben des Sprechers um Rüstungsgüter im Wert von deutlich mehr als 500 Millionen Euro.

Das Geld müsse vom Haushaltsausschuss noch freigegeben werden. Die Waffen sollen "maßgeblich in 2023" geliefert werden, "einiges deutlich früher". Ein Teil der genannten Rüstungsgüter - etwa die 20 Raketenwerfer - taucht schon seit einigen Tagen auf einer im Internet veröffentlichten Regierungs-Liste auf, die geplante Unterstützungsleistungen für die Ukraine zusammenfasst. (dpa)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

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