• Konzerte finden zu Corona-Zeiten nicht statt.
  • Das ist für Musiker ein großes Verlustgeschäft.
  • Smudo von den Fantastischen Vier will mit der App "Luca" nun die Pandemie bekämpfen.

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Ein Hip-Hopper als Pandemiebekämpfer: Smudo von den Fantastischen Vier sieht das von ihm mitentwickelte System "Luca-App" als einen der Schlüssel, um das gesellschaftliche Leben wieder hochzufahren.

"Ich bin davon überzeugt, dass "Luca" uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Für uns ist das eine reelle Öffnungsstrategie."

Der Musiker, der eigentlich Michael Schmidt heißt, wirbt derzeit bei Behörden und Politikern um sein System der Kontaktnachverfolgung.

Wie funktioniert die Luca-App?

Wer ins Restaurant, Kino oder Büro geht, scannt einen QR-Code mit seinem Smartphone ab und checkt damit digital ein. Damit würde das Ausfüllen von Zetteln in Gaststätten wegfallen. Wenn die Besucher das Restaurant wieder verlassen, checken sie aktiv oder über die Ortungsfunktion ihres Handys automatisch wieder aus.

Die Corona-Warn-App Luca soll eine schnelle Kontakt-Nachverfolgung ermöglichen.
Die Corona-Warn-App Luca soll eine schnelle Kontakt-Nachverfolgung ermöglichen.

Tritt ein Infektionsfall auf, kann das Gesundheitsamt die Nutzer um eine Freigabe ihrer Daten bitten. Mithilfe von der Luca-App können alle Veranstaltungsorte der letzten 14 Tage ausfindig gemacht werden und den Betreibern Bescheid gegeben werden.

Dadurch kann das Gesundheitsamt alle anderen Nutzer warnen, die beispielsweise zusammen mit dem Infizierten im Restaurant waren.

Bei einer Corona-Infektion fänden die angeschlossenen Gesundheitsämter schneller entsprechende Kontaktpersonen. Die Macher der App, drei Berliner Entwickler, betonen, dass die Corona-Warn-App des Bundes nicht ersetzt werden soll, sondern ergänzt.

Welche Gesundheitsämter nehmen bereits teil?

Die Einbindung der Gesundheitsämter steht bisher noch ganz am Anfang: In Jena, auf den Nordseeinseln Sylt, Amrum und Föhr, in Nordfriesland und im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt wird die App bereits genutzt, wie ein Sprecher am Montag sagte. In den kommenden Tagen sollen Rostock und der Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein hinzukommen.

Nach Angaben des Sprechers sind die Entwickler mittlerweile mit rund 150 Gesundheitsämtern im Gespräch. "Wir könnten in vier Wochen bereits angeschlossen sein an alle Gesundheitsämter", sagte Smudo am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will".

Wie lade ich mir die App aufs Handy?

Die App ist für iOS und Android verfügbar und für die Nutzer kostenlos. Nach dem Herunterladen meldet sich der Nutzer mit Name und Adresse an, die Telefonnummer wird über einen SMS-Code verifiziert.

Die Daten werden nach Angaben der Entwickler anonym und verschlüsselt gespeichert. Von Betreibern und Veranstaltern können sie nicht eingesehen werden.

Smudo: Konzerte wohl auch 2021 nicht möglich

Das System könnte langfristig auch bei Musikveranstaltungen zum Einsatz kommen. "Konzerte sind natürlich der Endgegner. Körper an Körper zu stehen und einem Künstler zuzujubeln, das wird bis nächstes Jahr bestimmt nicht funktionieren. Das ist meine persönliche Einschätzung", erklärte Smudo in der Talksendung von Anne Will.

Das "Luca"-System könnte bei den Beratungen von Bund und Ländern an diesem Mittwoch in Berlin zur Sprache kommen. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hatte sich bereits offen für solche digitalen Lösungen gezeigt - als Unterstützung der Corona-Warn-App. (dpa/afp/sap)

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