Lars Klingbeil

Das Morning Briefing von Gabor Steingart - kontrovers, kritisch und humorvoll. Wissen, über was politisch diskutiert wird. Heute: Macron als heimlicher Herrscher Europas, die Stichwahl des neuen Führungsduos der SPD und Klinsmanns Rückkehr in die Bundesliga.

Die SPD schießt gegen Annegret Kramp-Karrenbauer. Die CDU entferne sich immer weiter von der Mitte der Gesellschaft, moniert Generalsekretär Lars Klingbeil.

Am Samstagmorgen begann die Auszählung des Mitgliederentscheids über den SPD-Partei-Vorsitz. Sechs gemischte Doppel stehen zur Wahl. Einen klaren Favoriten gab es bis zuletzt nicht. Ein Bewerber mahnt schon einmal alle, das Resultat in jedem Fall anzuerkennen.

23 Vorstellungsrunden, noch 6 Kandidaten-Duos - die Abstimmung ist beendet, die Auszählung hat begonnen: Die Kür der neuen SPD-Vorsitzenden soll der Partei frischen Wind unter die ermatteten Flügel geben. Ob das gelingt, ist aber fraglich.

Welches Zwischenzeugnis stellt sich die GroKo aus? Das wird auch wichtig sein, wenn es darum geht, ob sich eine weitere Zusammenarbeit noch lohnt. Umfragen sind mies, auch aus der Wirtschaft kommt Kritik.

Abschied und Neuanfang: Während die SPD-Mitglieder aufgerufen sind, ihre neue Doppelspitze zu wählen, zieht sich Andrea Nahles komplett aus der Politik zurück. Sie legt auch ihr Bundestagsmandat nieder.

Vertreter anderer Parteien geben der AfD eine Mitschuld am Anschlag von Halle. Bayerns Ministerpräsident Söder sieht sie in der Nähe der NPD. AfD-Chef Meuthen will das nicht auf seiner Partei sitzen lassen.

Ab Montag können die SPD-Mitglieder über ihre neue Führungsspitze abstimmen. Übrig sind inzwischen nur noch sechs Kandidatenteams.

Die AfD ist sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen der große Wahlgewinner. Doch in beiden Ländern reicht es nicht für den Spitzenplatz. Die amtierenden Ministerpräsidenten von CDU und SPD dürften ihre Ämter wohl behalten - die Frage ist nur, in welchen Konstellationen. Für die bisherigen Zweier-Koalitionen reicht es nicht mehr.

Zwei weitere Absagen im Rennen um den SPD-Parteivorsitz: Weder Generalsekretär Lars Klingbeil noch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wollen für das Amt kandidieren. 

Kritik am Verfahren zur Suche einer neuen Parteispitze hat Lars Klingbeil zurückgewiesen und wirbt zugleich um Geduld. "Politik braucht Umbrüche", so der SPD-Generalsekretär.

US-Botschafter Richard Grenell hat Berlin mit dem Abzug der amerikanischen Truppen gedroht, sollte Deutschland den Wehretat nicht bald auf zwei Prozent aufstocken. Während die Union durchaus Verständnis für die Drohung hat, spricht die SPD von Erpressung.

Stauss spricht über Nahles-Nachfolge: "Die Kandidaturen dürfen nicht zur Laufsteg-Veranstaltung werden."

Die SPD darf den wegen seiner islamkritischen Thesen umstrittenen früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der Partei ausschließen. Das gab SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Donnerstag bekannt. 

Zunächst wollte man sich nur ein bisschen besser kennenlernen. Doch schon beim ersten Koalitionsausschuss mit neuer Besetzung gibt es beim Thema Grundrente einen Kompromiss.

Die Union bezeichnet es als Schreckgespenst, in der SPD scheinen immer mehr Genossen Gefallen daran zu finden: Die Vorstellung eines linken Dreierbündnisses auf Bundesebene statt einer großen Koalition polarisiert.

Die Übergangsspitze der SPD könnte noch etwas länger im Amt bleiben: Laut SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil könnten die Sozialdemokraten ihre neue Führung erst gegen Ende des Jahres bestimmen.

Mit der Einigung auf Gesetzentwürfe zur Migration hat die Koalition nach dem SPD-Beben Handlungsfähigkeit demonstriert. Doch schafft sie das auch bei Knackpunkten wie Klima, Grundrente, Grundsteuer oder Soli?

Die SPD könne durchaus wieder Wahlen gewinnen und den Kanzler stellen, heißt es trotzig von führenden Sozialdemokraten. Vorerst liegt die Traditionspartei aber nur auf Rang drei in der Wählergunst. Bürger und Basis sollen aktiviert werden. Kommt ein Mitgliedervotum?

Mit einem millionenfach geklickten Video unter anderem zur Klimapolitik treibt der Influencer Rezo die Koalitionsparteien quasi vor sich her. Nun zeigt er sich bereit für ein Gespräch mit der SPD - an die CDU richtet er dagegen eine Forderung.

Die CDU hat "Rezo" zum Meinungsaustausch eingeladen. Der Youtuber antwortet nun direkt an Paul Ziemiak und Annegret Kramp-Karrenbauer – und stellt Bedingungen.

Für die einstmals "großen Volksparteien" war die Europawahl ein Desaster, Grund zum Feiern haben eigentlich nur die Grünen. Doch bei Frank Plasberg wurde am Ende – trotz vieler guter Vorsätze – dann doch wieder über Grundrente und Solidaritätsbeitrag gestritten.

Das Anti-CDU-Video von Youtuber Rezo hat vor dem wichtigen Wahlsonntag große Aufregung ausgelöst. Jetzt hat Rezo mit einem neuen Video noch mal nachgelegt und sich dafür Unterstützung geholt aus der Youtube-Szene. Und diesmal geht es nicht nur gegen die CDU.

Der Unionspolitiker Joachim Pfeiffer steht nach einem Interview bei der SPD in der Kritik. Im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen hatte der wirtschaftspolitische Sprecher der Union davon gesprochen, dass sich Deutschland "zu viel Sozialklimbim" leiste. 

Soll bei einer Grundrente die Bedürftigkeit geprüft werden oder nicht? Darüber liegt sich die Regierungskoalition in den Haaren. Die CDU-Arbeitnehmer wagen einen Kompromissvorstoß - und kassieren eine Abfuhr.