Drei Klubs im Achtelfinale der Champions League, drei Teams in der Zwischenrunde der Europa League – die Bundesliga blickt zufrieden auf die internationalen Wettbewerbe. Ein Verein macht Mut für die Zukunft, ein anderer Klub scheitert jäh.

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"Europapokal, Europapokal, Eu-ro-pa-po-kal!" Nicht nur in der Münchner Allianz Arena erklang beim 3:1 des FC Bayern gegen Tottenham Hotspur aus der Kurve der bei Fans angesagte Stimmungs-Klassiker für internationale Spiele.

Champions League und Europa League: Sechs Bundesliga-Klubs sind weiter

Keine Frage: Champions League und Europa League erfreuen sich bei Fußball-Fans hierzulande weiter großer Beliebtheit.

Einziger Wermutstropfen: Durch das überraschende Aus von Borussia Mönchengladbach verpassten es die deutschen Mannschaften, erstmals seit 2012/13 mit sieben Bundesliga-Klubs in die K.o.-Runde einzuziehen. Zur Winterpause ziehen wir Bilanz zur laufenden Europapokal-Saison.

FC Bayern mit Rekord, der BVB wankt

Sechs Spiele, 18 Punkte – die Bayern haben einen einmaligen deutschen Rekord aufgestellt und sind nach Tordifferenz (plus 19) sogar der beste Gruppensieger der bisherigen Champions-League-Geschichte. Und doch sind die Münchner angesichts der Schwankungen in der Bundesliga kein Favorit auf den Titel.

Man wolle auch in der Königsklasse für Furore sorgen hatten BVB-Abwehrchef Mats Hummels und Dortmunds Kapitän Marco Reus vor dieser Saison unisono gesagt. Zur Halbzeit wankte der Vize-Meister jedoch nach einem bemerkenswerten 0:0 gegen den FC Barcelona, aber einem schwachen Auftritt bei Inter Mailand (0:2).

Am Ende blieb ein Herzschlag-Finale gegen Slavia Prag (2:1) – und die Erkenntnis, dass sich die Westfalen in einer starken Gruppe mit dem Tabellenführer aus Spanien (Barca), dem Tabellenführer aus Italien (Inter) und einem wirklich tapferen, weil mutigen Viertplatzierten (Slavia) durchgesetzt haben, inklusive Rettung des Trainerjobs von Lucien Favre.

RB Leipzig macht Mut, Bayer Leverkusen bleibt europäisch

Bei der zweiten Königsklassen-Teilnahme zog RB Leipzig als Gruppensieger ins Achtelfinale ein. Leistungen wie das 2:1 beim portugiesischen Serien-Meister Benfica Lissabon und das 2:0 beim russischen Meister Zenit St. Petersburg machen Mut – und Hoffnung auf mehr.

Gerade der Umschalt- und Offensivfußball der Sachsen begeistert, mit einem Timo Werner (20 Tore in 22 Pflichtspielen) in Topform. Wird das Team von Trainer Julian Nagelsmann sogar die Überraschung dieser Champions-League-Saison? Das könnte auch von der Auslosung des Achtelfinales am Montag in Nyon (12 Uhr, hier im Live-Ticker) abhängen.

Bayer Leverkusen ist zwar aus der Königsklasse ausgeschieden, aber nicht raus aus Europa. Dennoch war für die Werkself wieder mal mehr drin. Wie 2015/16 wird Bayer 04 Dritter in der CL-Gruppenphase. Jetzt soll es für die Tempofußballer vom Rhein in der Europa League möglichst weit gehen.

Wolfsburg vorzeitig weiter, Gladbach ist raus

Der VfL Wolfsburg, der in der Bundesliga nach sehr gutem Saisonstart erheblichen Schwankungen unterliegt, qualifizierte sich schon vor dem letzten Spieltag (1:0 gegen Saint-Etienne) für die Zwischenrunde. Das Manko: Der geringe Zuschauerzuspruch! Gegen die Ukrainer von Oleksandrija kamen nur 10.112 Fans, gegen KAA Gent 11.620 Zuschauer und gegen die Franzosen aus Saint-Etienne 10.802 Anhänger.

Über mangelnden Zuschauerzuspruch kann sich Bundesliga-Tabellenführer Gladbach nicht beklagen. Allerdings hakt die Super-Offensive um Marcus Thuram und Breel Embolo international gehörig. 6:9-Tore und ein 1:2 im Gruppenfinale gegen Basaksehir bedeuteten das überraschende Ausscheiden in der Vorrunde – als einziges deutsches Team.

Eintracht Frankfurt begeistert und zittert

Den mittlerweile Europapokal-erfahrenen Frankfurtern, die in der Vorsaison im Halbfinale standen, bereiteten dagegen vor allem einige Zuschauer Probleme.

Im Auswärtsspiel bei Vitoria Guimaraes (1:0) sorgten Frankfurter Chaoten für Ausschreitungen - die zogen durch die Europäische Fußball-Union verhängte Zuschauerausschlüsse in den Auswärtsspielen bei Standard Lüttich (1:2) und beim FC Arsenal (2:1) nach sich.

Sportlich stand neben dem prestigeträchtigen Sieg in London der wackelige Einzug in die Zwischenrunde mit neun Punkten und einem enttäuschenden 2:3 am Ende gegen Guimaraes zu Buche. So bleibt den Hessen die Hoffnung, dass es auch diesmal in Europa weit für sie gehen kann. Und dass die Chaoten endlich zur Vernunft kommen.

Verwendete Quellen:

  • bild.de: Unsere große Euro-Rechnung
  • transfermarkt.de: Pokalhistorie Bayer Leverkusen
  • faz.net: Eintracht will Berufung gegen Uefa-Strafe prüfen
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Unter Ex-Trainer Niko Kovac steckte Thomas Müller beim FC Bayern in einer tiefen Krise und hatte seinen Stammplatz verloren. Umso erstaunlicher, dass es in einer Disziplin im Kalenderjahr 2019 (Stand 5. Dezember) europaweit keinen Besseren gab - nicht mal Lionel Messi.