Bayer Leverkusen hat den Einzug ins Achtelfinale der Champions League verpasst. In der ersten Halbzeit noch auf Augenhöhe, hatte die Werkself in Durchgang zwei das Nachsehen. Das Ergebnis im Parallelspiel hatte aber ohnehin alle Chancen zunichte gemacht.

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Superstar Cristiano Ronaldo hat Bayer Leverkusens Traum von einem kleinen Fußball-Wunder in der Champions League endgültig zunichte gemacht. Der fünfmalige Weltfußballer traf beim 2:0 (0:0) von Juventus Turin bei der Werkself zum 128. Mal in der Königsklasse. Bayer steigt damit als einziger Verein aus dem deutschen Königklassen-Quartett in die Europa League ab. Ein kleiner Trost: Aufgrund des Erfolgs von Atlético Madrid im Parallelspiel gegen Lok Moskau hätte selbst ein Sieg nicht für das Achtelfinale gereicht.

Nach dem Katastrophen-Start mit drei Niederlagen hatten zwei Siege die Leverkusener Hoffnung auf einen Eintrag in die Geschichtsbücher der Champions League genährt. Am Mittwoch überzeugte Bayer mit Entschlossenheit, doch Ronaldo, der schon im Hinspiel getroffen hatte, war vor 29.542 Zuschauern in der ausverkauften BayArena wieder einmal zu stark. Gonzalo Higuain (90.+2) machte alles klar.

Engagierter Beginn der Werkself

Leverkusen begann mutig, allerdings auch anfällig in der Defensive. Die Hoffnung, dass die bereits für das Achtelfinale qualifizierten Gäste mit halber Kraft spielen würden, war schnell dahin. Zwar hatte Leverkusen mit dem Pfostenschuss des auffälligen Moussa Diaby (11.) die beste Chance der Anfangsphase. Sekunden zuvor hatte der sichtlich motivierte Ronaldo die Führung der Gäste nach einem ungenauen Anspiel von Higuain aber nur knapp verpasst.

Bosz, der im Sturm erneut Lucas Alario den Vorzug vor Kevin Volland gegeben hatte, stand mit verschränkten Armen und stoischer Miene am Spielfeldrand. Das Madrider Führungstor im Parallelspiel wurde auf den Videowänden der BayArena nicht angezeigt, die Runde unter den Zuschauern machte es trotzdem. Auf dem Rasen hatten wieder Ronaldo (21.), inzwischen nicht nur Rekordtorjäger, sondern auch der Feldspieler mit den meisten Einsätzen in der Königsklasse, und Juan Cuadrado (21.) die Juve-Führung auf dem Fuß. Für Bayer scheiterte Karim Bellarabi an Turins Torwart-Ikone Gianluigi Buffon (22.).

"Wir brauchen einen Sieg, alles andere bringt uns nichts", hatte Bosz vor dem Anpfiff beim Streamingdienst "DAZN" gesagt und vor allem Mittelfeldregisseur Miralem Pjanić als Dreh- und Angelpunkt des Turiner Spiels ausgemacht. Leverkusens Spielmacher Kai Havertz agierte im Bayer-Mittelfeld zunächst unauffällig, die schnellen Angriffe der Gastgeber liefen zumeist über Diaby und den nach etwas über einer Stunde ausgewechselten Bellarabi.

Ronaldo und Atlético beenden Träume

Die Leverkusener, die bei ihren vorausgegangenen acht Champions-League-Teilnahmen nur einmal in der Vorrunde ausgeschieden waren, hielten sich gut im Spiel und setzten die Juve-Stars angefangen bei Buffon früh in deren eigener Hälfte unter Druck. Ein kluges Anspiel von Bellarabi auf Havertz in den Strafraum der Italiener konnte von Merih Demiral gerade noch entschärft werden (44.).

Den Gästen von Trainer Maurizio Sarri, der mit einer Serie von 20 Europacup-Spielen ohne Niederlage nach Deutschland geflogen war, boten sich dadurch aber immer wieder Räume. Ronaldos vermeintliches Führungstor nach dem Wiederanpfiff wurde wegen einer Abseitsposition des Portugiesen nicht gegeben (51.). Kurz darauf fiel in Madrid das 2:0, das Achtelfinale rückte für Leverkusen in noch weitere Ferne. Zwar versuchte Bayer weiterhin alles, dann aber war Ronaldo doch noch erfolgreich. (dpa/sg)

Nach Attacke gegen Dolmetscher: Klopp sagt ''sorry''

Jürgen Klopp hat sich nach dem Champions-League-Auswärtsspiel bei RB Salzburg bei einem Dolmetscher für eine verbale Attacke entschuldigt. Klopp hatte ihn am Tag davor gerügt, weil er die Antworten von Liverpool-Kapitän Jordan Henderson seiner Meinung nach nicht gut genug übersetzt hatte.