Borussia Dortmund bläst zum Angriff: Mit einer großen Portion Selbstvertrauen und neuen Stars will der BVB den FC Bayern München vom Bundesligathron stoßen. Der Vorjahresvize ändert seine Strategie deutlich.

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Kaum hat sich die Bundesliga in die Sommerpause verabschiedet, bastelt Borussia Dortmund schon gewaltig am Kader für die kommende Saison. Innerhalb von zwei Tagen gab der BVB die Verpflichtungen von Nico Schulz (1899 Hoffenheim), Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) und Julian Brandt (Bayer Leverkusen) bekannt. Mit einer Transferoffensive will Dortmund den Sprung auf den Bundesligathron schaffen.

Der Deutsche Meistertitel ist nach jahrelangem Understatement wieder der Anspruch der Dortmunder. "Ich habe mich entschieden, dass wir die Kommunikationsstrategie etwas mehr akzentuieren. Wir werden noch ambitionierter auftreten", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bei der Saisonabschlussanalyse in Dortmund. "Ohne Wenn und Aber" wolle man um die Deutsche Meisterschaft spielen.

Damit das gelingt, müssen neue Spieler her. Nationalspieler. Spieler, die die Schwachstellen schließen, den BVB auf eine neue Stufen heben und das Stückchen besser machen, das ihnen in der vergangenen Saison fehlte, als sie knapp den Meisterschaftskampf gegen den FC Bayern verloren. Kriterien, die die drei bisherigen Neu-Dortmunder allesamt erfüllen, sind die BVB-Verantwortlichen überzeugt.

Meisteransage: BVB will "Mount Everest" FC Bayern bezwingen

Der Vizemeister hat Blut geleckt. Die Meisterschale war zum Greifen nahe - und landete dennoch in München. Um das zu ändern, muss der BVB den "Mount Everest" bezwingen, den großen FC Bayern, wie Watzke es kürzlich in der "Bild"-Zeitung nannte.

"Bayern ist wie der Mount Everest, wie ein 8000er. Den kannst du versuchen, mal zu bezwingen – und das möchten wir auch. Ich denke sogar, Deutschland braucht das bald mal wieder. Doch wir wissen trotzdem, dass Bayern immer ein 8000er bleibt."

Niko Kovac holt mit dem FC Bayern nicht nur das Double, sondern schafft Historisches. Und er darf nun sicher auch in seine zweite Saison als Trainer der Münchener gehen. Die Diskussionen um seine Zukunft sind beendet.

Allein die Transferausgaben zeigen, dass der FCB in einer anderen Liga als der BVB spielt. Borussia Dortmund hat mit Schulz, Hazard und Brandt wahrlich drei echte Transfercoups gelandet, die die Ambitionen des Meisterschaftszweiten der vergangenen Saison zeigen.

Doch während der BVB für sein gesamtes neues Personal fast 80 Millionen Euro investiert hat, gibt der FC Bayern lediglich für Lucas Hernández von Atlético Madrid eine ähnliche Summe aus - und hat dann noch genug übrig, um an einem Transfer von Leroy Sané von Manchester City zu arbeiten. Die Dortmunder Kasse hingegen ist erst mal leer, berichtete "Sport.de".

Boateng-Gerüchte: Wechselt der Bayern-Star zum BVB?

Dennoch sind die Transferaktivitäten des BVB nicht abgeschlossen. "Wir haben noch Ideen, die sind aber nicht immer leicht umzusetzen", sagte Watzke der "Bild" weiter. Meint der BVB-Boss damit vielleicht eine Verpflichtung von Jérome Boateng? Wie "Sport 1" am Dienstag meldete, gibt es Gerüchte über ein Interesse von Borussia Dortmund am Bayern-Innenverteidiger.

Während die Kollegen ausgelassen auf dem Rasen des Berliner Olympiastadion den Double-Gewinn zelebrierten, verschwand Jerome Boateng so schnell wie möglich in die Bayern-Kabine.

Stefan Effenberg jedenfalls würde einen Boateng-Wechsel nach Dortmund begrüßen, wie der Ex-FCB-Profi in einer Kolumne schreibt. "Boateng wäre der perfekte Stabilisator, um den Kampf um die Meisterschaft ernsthaft annehmen und sogar gewinnen zu können. Boateng wäre der Spieler, den sie für den nächsten Schritt brauchen", so Effenberg.

Schmelzer, Philipp & Co: Wer verlässt Borussia Dortmund?

Doch den BVB werden auch Spieler verlassen. Derzeit wird unter anderem über die Abgänge von Raphael Guerreiro, Marcel Schmelzer, Maximilian Philipp oder Julian Weigl spekuliert. Ebenso haben die insgesamt sieben verliehenen Spieler, darunter André Schürrle, keine Zukunft in Dortmund, das hat Watzke bereits betont.

Nur der Verkauf von Stars eröffnet weiteren finanziellen Spielraum für Verstärkungen - und ist im mehr als 30-köpfigen BVB-Kader ohnehin dringend notwendig. Zwar braucht Borussia Dortmund einen breiten Kader, um den Bayern eine Kampfansage machen zu können - jedoch muss er auch über die nötige Qualität verfügen, wenn der BVB den FCB tatsächlich vom Thron stoßen will.

Verwendete Quellen:

  • Bild.de: "Watzke fordert Götze-Comeback bei Jogi"
  • Welt.de: "Nach dem Frusttrinken ändert Watzke die BVB-DNA"
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