Die Vertragsverhandlungen zwischen dem FC Bayern München und seinem Kapitän Manuel Neuer stocken. Angeblich verlangt Neuer ein astronomisches Jahresgehalt. Das Vertrauensverhältnis ist einem Bericht zufolge massiv gestört - es bahnen sich zähe Verhandlungen an.

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Die Planungen beim FC Bayern München laufen auf Hochtouren. Dabei gab es bereits erste Vollzugsmeldungen: Cheftrainer Hansi Flick hat einen neuen Vertrag bis Sommer 2023 unterschrieben, Urgestein Thomas Müller ebenso. Zwei wichtige Personalien, die die Führungsabteilung des deutschen Rekordmeisters abhaken kann.

Dennoch gibt es einiges zu tun für Sportdirektor Hasan Salihamidzic und seine Kollegen. Da wäre Mittelfeldregisseur Thiago, dessen Vertrag im Sommer 2021 ausläuft - immerhin scheinen hier die Verhandlungen auf der Zielgeraden zu sein. Bei David Alaba, der sein Interesse für ein Engagement im Ausland noch nie verhehlt hat, gestalten sich die Gespräche schwieriger. Am weitesten entfernt von einer Einigung scheint man in München aber bei den Verhandlungen mit Manuel Neuer zu sein.

Wie der "Kicker" berichtet, könnte es bis zu einer "definitiven Entscheidung" noch Wochen oder sogar Monate dauern. "Die Fronten sind derzeit allzu sehr verhärtet", schreibt das Magazin. Allerdings seien der Nationaltorwart und der deutsche Rekordmeister grundsätzlich zu einer Vertragsverlängerung bereit. Offizielle Stellungnahmen der beiden Parteien lagen zunächst nicht vor.

Bei der Vertragslaufzeit sind sich Manuel Neuer und der FC Bayern nicht einig

Ein Knackpunkt soll unter anderem die Laufzeit des künftigen Kontrakts sein. Neuer ist aktuell noch bis zum 30. Juni 2021 an den FC Bayern gebunden. Der 34-Jährige soll angeblich bis zum Sommer 2025 verlängern wollen, die Münchner bis zum Sommer 2023. Im reiferen Profi-Alter sind kürzere Vertragslaufzeiten beim FC Bayern üblich.

Ein weiteres Störfeuer bei den Verhandlungen ist die Verpflichtung von Alexander Nübel (23), der als künftiger Neuer-Nachfolger im Sommer vom FC Schalke kommen wird. Ein Transfer, über den Neuer alles andere als glücklich war.

Angesprochen auf seinen neuen Torwartkollegen ließ sich Neuer im Wintertrainingslager zu einer Kampfansage hinreißen: "Ich bin kein Statist, sondern Protagonist." Er wolle immer spielen, fügte er hinzu, und ließ damit durchblicken, was er von der angeblichen Einsatzgarantie Nübels hält.

Ein weiterer Aspekt, bei dem es aktuell knirscht, ist das Thema Gehalt. Nach "Bild"-Informationen soll der Bayern-Kapitän enorme Gehaltsvorstellungen geäußert haben. Demnach hatte Neuers Berater Thomas Kroth bei ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen des FC Bayern angeblich mehr als 20 Millionen Euro brutto Jahresgage gefordert.

Die "Bild" spekuliert, dass Spieler wie Philippe Coutinho und Rekordtransfer Lucas Hernandez mehr als die kolportierten 20 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Demnach hat Neuer, der auf seiner Position nach wie vor zur Weltspitze gehört, gute Gründe, ein ähnliches Gehalt zu bekommen.

Dass diese Gehaltsforderung an die Öffentlichkeit gelangt ist, gefiel der Neuer-Seite nicht besonders. Die Vertrauensbasis zwischen dem Torhüter und seinem Klub sei momentan "stark erschüttert", berichtet der "Kicker".

Manuel Neuer soll einen ablösefreien Wechsel in Betracht ziehen

Neuer soll dabei über seinen Arbeitgeber so verärgert sein, dass sogar ein Abschied vom deutschen Rekordmeister im Sommer 2021 eine Möglichkeit sei. Sollten sich Neuer und die Bayern nicht einigen, könnte der Weltklassetorwart den Rekordmeister am 1. Juli 2021 nach dann zehn Jahren ablösefrei verlassen. Der "Kicker" nannte bereits Manchester City mit Teammanager und Ex-Bayern-Coach Pep Guardiola und den FC Chelsea als mögliche Kandidaten.

Bayern-Coach Hansi Flick hatte zuletzt nach der Vertragsverlängerung mit Thomas Müller bis zum Sommer 2023 seine Hoffnung geäußert, dass unter anderen auch Neuer weitere Jahre bei den Münchnern bleibe. "Er weiß, was er an Bayern hat", sagte Flick und meinte: "Nicht nur ich, sondern alle würden sich freuen, wenn er verlängert."

Mit Material von dpa und AFP

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