• 16:39 Uhr: ➤ Hofreiter: Wagner-Aufstand in Russland Chance für die Ukraine
  • 14:29 Uhr: Bundesregierung will bis Jahresende 45 weitere Gepard-Panzer an Ukraine liefern
  • 13:21 Uhr: Tote und Verletzte nach russischem Raketenangriff auf Kiew
  • 12:18 Uhr: Kampfhandlungen der russischen Armee in russischer Region Woronesch
  • 11:15 Uhr: Auswärtiges Amt rät "bis auf Weiteres" von Besuchen im Moskauer Stadtzentrum ab
  • 10:33 Uhr: Bundesregierung beobachtet Ereignisse in Russland "aufmerksam"
  • 10:15 Uhr: Wagner-Truppen sollen laut Geheimdienst Richtung Moskau ziehen

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤ Hofreiter: Wagner-Aufstand in Russland Chance für die Ukraine

  • 16:39 Uhr

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter sieht angesichts des gewaltsamen Aufstands der Söldnerarmee Wagner in Russland neue Chancen für die Ukraine. "Wenn es zu kriegerischen Auseinandersetzungen innerhalb Russlands kommt, wird Putin seinen Fokus aufs Inland legen müssen, um seine Macht zu erhalten", sagte der Europapolitiker am Samstag der Funke Mediengruppe. Das könne es den Ukrainern erleichtern, besetzte Gebiete zurückzuerobern und die Kontrolle über ihr Staatsgebiet zurückzuerlangen. "Es handelt sich um die größte innenpolitische Bedrohung Putins seit Kriegsbeginn."

Laut Hofreiter ist eine Prognose darüber, wie sich die Situation in Moskau entwickeln könnte, schwierig: "Vieles hängt davon ab, wie sich die russische Nationalgarde gegenüber den Wagner-Einheiten verhält. Gleichzeitig muss sich zeigen, ob die Wagner-Truppen weiterhin zu Prigoschin stehen und den Marsch auf Moskau fortsetzen."

Zuvor war der monatelange Machtkampf zwischen der russischen Führung und dem Söldnerchef Jewgeni Prigoschin eskaliert. Der Chef der privaten Wagner-Truppe brachte nach eigenen Angaben im südrussischen Rostow am Don wichtige militärische Objekte unter seine Kontrolle. In Moskau war daraufhin der Anti-Terror-Notstand verhängt worden. Putin stellte sich am Samstag öffentlich gegen Prigoschin und brandmarkte ihn als "Verräter".

Hofreiter warb angesichts der neuen Situation für einen engen Austausch innerhalb der EU und Nato. Die Bundesregierung müsse sich auf unterschiedliche Szenarien einstellen. Er forderte eine Ausweitung der Unterstützung für die Ukraine. (dpa)

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Die Lage im Überblick

Seit 24. Februar 2022 führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote. Wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 5,9 Millionen ukrainische Flüchtlinge in Europa registriert (Stand: 6. Juni). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land in den meisten Fällen nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Gepard-Panzer hat die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Karte mit militärischer Lage in der Ukraine. © AFP

Die weiteren Nachrichten zum Krieg in der Ukraine vom 24. Juni

Bundesregierung will bis Jahresende 45 weitere Gepard-Panzer an Ukraine liefern

  • 14:29 Uhr

Die Bundesregierung will der Ukraine bis zum Jahresende 45 weitere Gepard-Flugabwehrpanzer zur Verfügung stellen. "Wir haben 34 Gepard-Flugabwehrpanzer geliefert, in den kommenden Wochen werden weitere 15 dazukommen", sagte der Leiter des Planungsstabs im Bundesverteidigungsministerium, Brigadegeneral Christian Freuding, der "Welt am Sonntag". Darüber hinaus sollten "gegen Ende des Jahres in Zusammenarbeit mit den USA nochmals weitere bis zu 30 Gepard-Panzer" geliefert werden.

Der General betonte, die Flugabwehr sei eine zentrale Schwachstelle der aktuellen Gegenoffensive der ukrainischen Armee. "Wir tun, was wir können. Aber hat die Ukraine trotz alldem genügend Luftverteidigung und Flugabwehr? Klares Nein!", sagte Freuding.

Auch weitere Luftverteidigungssysteme vom Typ Iris-T SLM sollten die Ukraine stärken, sagte der Planungsstabchef. Diese hätten Trefferquoten von "nahezu 100 Prozent". Zwei davon hat die Bundesregierung bereits geliefert. "Zwei weitere werden noch in diesem Jahr folgen, vier weitere dann 2024."

Gleichzeitig schloss der General weitere Lieferungen modernster deutscher Kampfpanzer vorerst aus. "Im Moment steht für uns die weitere Abgabe von Leopard-2-Kampfpanzern des Modells A6 nicht zur Debatte", sagte er. "Denn wir haben gemeinsam mit Dänemark und den Niederlanden der ukrainischen Armee bereits Leopard-1-A5 in einer Stückzahl zugesagt, die über die nächsten Monate zur Ausstattung von sechs Bataillonen ausreicht." (afp)

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Tote und Verletzte nach russischem Raketenangriff auf Kiew

  • 13:21 Uhr

Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Samstag drei Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Das teilte die dortige Staatsanwaltschaft mit. Infolge des Angriffs seien ein Wohn-Hochhaus im Solomjanskyj-Viertel getroffen und drei Stockwerke beschädigt worden. Durch die Druckwelle seien auch Dutzende geparkte Autos beschädigt worden. Die Rettungsarbeiten dauerten an.

Der Angriff mit zahlreichen Opfern war eine der folgenschwersten russischen Attacken auf Kiew in jüngster Zeit. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen auf. Kiew wird seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor 16 Monaten immer wieder von russischer Seite mit Raketen und Drohnen angegriffen. Viele der Flugkörper konnte die ukrainische Flugabwehr abwehren. (dpa)

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Kampfhandlungen der russischen Armee in russischer Region Woronesch

  • 12:18 Uhr

In der russischen Region Woronesch rund 600 Kilometer südlich von Moskau hat die russische Armee wegen des Aufstands der Söldner-Truppe Wagner am Samstag Kampfeinsätze ausgeführt. Im Rahmen der Antiterrormaßnahmen "führen die Streitkräfte der Russischen Föderation die notwendigen operativen Einsätze und Kampfhandlungen aus", erklärte Regionalgouverneur Alexander Gussew auf Telegram.

Woronesch liegt etwa auf halbem Weg zwischen Moskau und der südlichen Stadt Rostow, wo die Wagner-Söldner nach Angaben ihres Chefs Jewgeni Prigoschin am Morgen die Kontrolle über die dortigen Militäreinrichtungen übernommen haben.

Prigoschin hatte sich per Video aus dem Armeehauptquartier in Rostow gemeldet und erklärt, dass seine Söldner die Kontrolle über die dortigen Armeeeinrichtungen übernommen hätten – einschließlich eines Flugplatzes. Am Freitag hatte der langjährige Vertraute Putins zum Aufstand gegen die Armeeführung in Moskau aufgerufen und war nach eigenen Angaben mit seinen Söldnern von der Ukraine aus in Russland einmarschiert. (afp)

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Auswärtiges Amt rät "bis auf Weiteres" von Besuchen im Moskauer Stadtzentrum ab

  • 11:15 Uhr

Angesichts des eskalierten Machtkampfes mit den Wagner-Söldnern in Russland hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise aktualisiert. "Aufgrund aktueller Ereignisse" sollten schon bisher von einer Teilreisewarnung betroffene "Verwaltungsgebiete und insbesondere die Stadt Rostow sowie das Umland gemieden werden", teilte das Ministerium am Samstag mit. "In Moskau sollten staatliche, speziell militärische Einrichtungen weiträumig umgangen werden. Das Stadtzentrum sollte bis auf Weiteres gemieden werden."

Für Russland gilt vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges schon länger eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes. Diese umfasste die an die Ukraine grenzenden Verwaltungsgebiete Belgorod, Kursk, Brjansk, Woronesch, Krasnodar und auch Rostow, wo die Wagner-Söldner in der gleichnamigen Hauptstadt nach eigenen Angaben die Kontrolle über Militäreinrichtungen übernommen haben.

Für Moskau wurde keine Reisewarnung ausgesprochen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Schon bisher wurde aber generell durch das Auswärtige Amt von Reisen in die Russische Föderation abgeraten. "Den Anweisungen russischer Sicherheitsbehörden sollte unbedingt Folge geleistet werden", hieß es in den Reisehinweisen weiter. (dpa)

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Bundesregierung beobachtet Ereignisse in Russland "aufmerksam"

  • 10:33 Uhr

Die Bundesregierung beobachtet die Ereignisse in Russland um die Konfrontation mit den Wagner-Söldnern "aufmerksam". Dies teilte ein Sprecher der Regierung am Samstag auf Anfrage mit. Vize-Regierungssprecherin Christiane Hoffmann schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, es sei "sehr interessant", dass Russlands Präsident Wladimir Putin in einer Ansprache die Lage "mit 1917" verglichen habe, am "Vorabend der Revolution" in Russland.

In Freitagabend war der seit langem schwelende Machtkampf zwischen dem russischen Söldnerführer Jewgeni Prigoschin und der russischen Militärführung eskaliert. Kämpfer von Prigoschins Söldnertruppe Wagner marschierten von der Ukraine aus nach Russland ein und übernahmen am Samstag die Kontrolle über Militäreinrichtungen im südrussischen Rostow. Russlands Präsident Wladimir Putin nannte den Aufstand der Wagner-Söldner am Samstag eine "tödliche Bedrohung" und kündigte an, die aufständischen Wagner-Söldner würden als "Verräter" bestraft. Der Kreml-Chef betonte mit Blick auf die Zeit des Ersten Weltkriegs, er werde einen Bürgerkrieg in Russland nicht zulassen. (afp)

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Wagner-Truppen sollen laut Geheimdienst Richtung Moskau ziehen

  • 10:15 Uhr

Nach der Übernahme der Militäreinrichtungen in der südrussischen Stadt Rostow scheint das nächste Ziel der Söldner-Truppe Wagner die Hauptstadt Moskau zu sein. Das geht aus einem Lagebericht des britischen Geheimdienstes hervor. Dort heißt es, dass Wagner-Einheiten nach Norden durch den Oblast Woronesch ziehen sollen. Ihr Ziel sei mit hoher Wahrscheinlichkeit Moskau.

Weiter heißt es, dass die Truppen auf wenig bis gar keinen Widerstand stoßen. Über die nächsten Stunden werde sich zeigen, wie groß die Loyalität der russischen Sicherheitskräfte sein wird. Einige Experten sprechen bereits von einem Bürgerkrieg in Russland. (the)

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Verteidigungsministerium ruft Wagner-Söldner zum Aufgeben auf

  • 08:44 Uhr

Russlands Verteidigungsministerium hat die Söldner der Privatarmee Wagner zur Beendigung ihres bewaffneten Aufstands aufgefordert. Sie seien von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin in ein "kriminelles Abenteuer" und die Teilnahme an einem bewaffneten Aufstand reingezogen worden, teilte das Ministerium am Samstag in Moskau mit. "Viele ihrer Kameraden aus mehreren Einheiten haben ihren Fehler bereits erkannt, indem sie um Hilfe gebeten haben, damit sie sicher an ihre Einsatzorte zurückkehren können", hieß es. Den Kämpfern und Kommandeuren sei Unterstützung gegeben worden.

"Bitte seien sie vernünftig und nehmen sie schnellstmöglich Kontakt mit Vertretern des russischen Verteidigungsministeriums oder den Ordnungsorganen auf. Wir garantieren die Sicherheit aller", hieß es in der Mitteilung. Der Kreml kündigte eine Rede von Präsident Wladimir Putin an. Prigoschin, der bisher als Vertrauter Putins galt, hat mit seiner Privatarmee Wagner nach eigenen Angaben wichtige militärische Objekte in Rostow am Don im Süden Russlands besetzt. (dpa)

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Kreml kündigt Rede von Präsident Putin an

  • 08:16 Uhr

Nach dem bewaffneten Aufstand des russischen Söldner-Chefs Jewgeni Prigoschin hat der Kreml in Moskau eine Rede von Präsident Wladimir Putin angekündigt. Der Staatschef werde sich in Kürze an die Öffentlichkeit wenden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge am Samstag. Details nannte er zunächst nicht.

Prigoschin, der bisher als Vertrauter Putins gilt, hat mit seiner Privatarmee Wagner nach eigenen Angaben wichtige militärische Objekte in Rostow am Don im Süden Russlands besetzt. Eine Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums gab es nicht dazu. (dpa)

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Prigoschin: Wagner-Söldner haben Kontrolle über Armeehauptquartier übernommen

  • 07:38 Uhr

Der Chef der Söldner-Truppe Wagner hat erklärt, dass er sich im Armeehauptquartier in südrussischen Rostow befindet und dass seine Söldner die Kontrolle über die dortigen Militäreinrichtungen übernommen haben. "Wir befinden uns im Hauptquartier (der Armee), es ist 7.30 Uhr (06.30 MESZ)", sagte Prigoschin in einem am Samstag auf Telegram veröffentlichten Video. "Militärische Einrichtungen in Rostow, darunter ein Flugplatz, sind unter Kontrolle", fügte er hinzu. (afp)

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Kreml-Kritiker Chodorkowski ruft Russen zur Unterstützung von Wagner-Chef auf

  • 07:14 Uhr

Der bekannte russische Regierungskritiker Michail Chodorkowski hat die Russen aufgefordert, den Söldnerführer Jewgeni Prigoschin in seinem Kampf gegen die Armeeführung zu unterstützen. "Wir müssen jetzt helfen, und dann werden wir diesen (Mann) wenn notwendig ebenfalls bekämpfen", schrieb der Kreml-Kritiker in der Nacht zum Samstag in Onlinemedien. "Selbst der Teufel" verdiene Unterstützung, wenn er gegen den "dieses Regime" kämpfe. "Und Ja – dies ist erst der Anfang", schrieb der im Exil lebende Chodorkowski.

Kämpfer von Prigoschins Söldner-Truppe Wagner waren nach dessen Angaben in der Nacht von der Ukraine aus in die russische Grenzregion Rostow einmarschiert, nachdem der Söldner-Chef zum Aufstand gegen die Armeeführung in Moskau aufgerufen hatte. Zuvor hatte Prigoschin dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu vorgeworfen, Raketenangriffe auf seine Truppen angeordnet zu haben, bei denen zahlreiche Wagner-Söldner getötet worden seien.

Die russische Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen "bewaffneten Aufstands" auf. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB warf Prigoschin einen Aufruf zum "Bürgerkrieg" vor und forderte dessen Söldner auf, ihren Chef gefangenzunehmen. In Moskau wurden laut Staatsmedien die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Auch der Gouverneur der Region Lipezk 420 Kilometer südlich von Moskau verkündete in der Nacht "verstärkte Sicherheitsmaßnahmen" und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. (afp)

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Mit Material von dpa und AFP

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