• 17:51 Uhr: Dänemark liefert Ukraine Material für bevorstehende Offensive
  • 15:52 Uhr: ➤ Ukraine verlängert Kriegsrecht um weitere 90 Tage
  • 15:47 Uhr: Kreml: US-Zahlen zu russischen Verlusten "aus der Luft gegriffen"
  • 13:53 Uhr: Schoigu beziffert ukrainische Verluste und kontert Wagner-Chef
  • 12:28 Uhr: Schnelle Eingreiftruppe trainiert in Niedersachsen
  • 12:04 Uhr: Ukraine wirft Russland gezielte Angriffe auf Wohngebiete vor
  • 10:06 Uhr: London: Russische Rüstungsindustrie kommt Kriegsbedarf nicht nach

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤ Ukraine verlängert Kriegsrecht um weitere 90 Tage

  • 15:52 Uhr

Mehr als 14 Monate nach dem russischen Einmarsch hat die Ukraine das Kriegsrecht sowie die allgemeine Mobilmachung um weitere 90 Tage bis zum 18. August verlängert. Für die beiden Anordnungen ergab sich am Dienstag im Parlament eine deutliche Zweidrittelmehrheit, wie Abgeordnete mitteilten.

Kriegsrecht und Mobilmachung waren unmittelbar nach dem russischen Einmarsch am 24. Februar 2022 ursprünglich für 30 Tage ausgerufen worden - und seitdem immer wieder verlängert worden. Männer im wehrpflichtigen Alter zwischen 18 und 60 Jahren dürfen das osteuropäische Land daher nur in Ausnahmefällen verlassen. (dpa)

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Die Lage im Überblick

Seit 24. Februar 2022 führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote. Wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 8,1 Millionen ukrainische Flüchtlinge in Europa registriert (Stand: 18. April). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land in den meisten Fällen nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard hat die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Die weiteren Nachrichten zum Krieg in der Ukraine vom 2. Mai

Dänemark liefert Ukraine Material für bevorstehende Offensive

  • 17:51 Uhr

Vor der erwarteten Frühjahrsoffensive der Ukraine stellt Dänemark dem von Russland angegriffenen Land weiteres militärisches Material zur Verfügung. Das Unterstützungspaket im Wert von 1,7 Milliarden dänischen Kronen (rund 228 Millionen Euro) ist das größte, das die Ukraine bislang von dem skandinavischen EU-Land erhalten hat. Das teilte das dänische Verteidigungsministerium am Dienstag mit.

Es beinhaltet demnach unter anderem Minenräumungs- und gepanzerte Bergungsfahrzeuge, Munition sowie einen finanziellen Beitrag zur Beschaffung von Luftverteidigung. Es soll die Möglichkeiten der Ukraine stärken, in den kommenden Monaten eine Offensive durchzuführen.

Dänemark hat die Ukraine seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 immer wieder mit militärischer und finanzieller Hilfe unterstützt. Darüber hinaus will Dänemark der Nato ab Mitte 2024 ein Bataillon mit 700 bis 1.200 Soldaten zur Verteidigung des Baltikums anbieten. Das gaben der geschäftsführende dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und Außenminister Lars Løkke Rasmussen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau am Dienstag nach einem Treffen des parlamentarisches Außenausschusses in Kopenhagen bekannt. (dpa)

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Kreml: US-Zahlen zu russischen Verlusten "aus der Luft gegriffen"

  • 15:47 Uhr

Wie hoch sind die Verluste im Krieg gegen die Ukraine auf russischer Seite wirklich? Nachdem die USA dazu Zahlen veröffentlicht haben, dementiert der Kreml die Angaben des Weißen Hauses. "Absolut aus der Luft gegriffen", kommentierte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge eine auf US-Geheimdienstinformationen beruhende Schätzung. "Washington hat keine Möglichkeit, irgendwelche konkreten Zahlen zu nennen, sie verfügen nicht über diese Informationen."

Ein Vertreter des Weißen Hauses, John Kirby, hatte in einem Briefing am Montag die Zahl der in der Ukraine gefallenen und verletzten russischen Soldaten allein seit Dezember auf 100.000 taxiert. Peskow riet stattdessen dazu, "sich an den Zahlen zu orientieren, die das Verteidigungsministerium Russlands rechtzeitig veröffentlicht".

Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte zuletzte im vergangenen September von 5.937 Gefallenen auf russischer Seite gesprochen. Ein Sprecher der moskautreuen Verwaltung in Donezk bestätigte im November zudem noch den Tod von 3.930 Kämpfern aus dieser Region, die wohl nicht in die Statistik Schoigus eingeflossen sind.

Insgesamt gelten diese Angaben jedoch bei Experten als weit untertrieben. Auch die Ukraine veröffentlicht kaum belastbare Informationen zu den Opfern in den eigenen Reihen. (dpa/mbo)

Militärübung mit mehr als 12.000 Soldaten beginnt in Polen

  • 15:36 Uhr

In Polen hat am Dienstag die größte Militärübung des Jahres begonnen. Es nehmen an der Übung unter dem Codenamen Anakonda 23 vom 2. bis 26. Mai mehr als 12.000 polnische und mehrere Hundert Soldaten aus den USA und anderen Nato-Bündnispartnern teil, wie der TV-Nachrichtensender TVN24 online berichtete. Der polnische Generalstab hatte am Montag auf Twitter den Beginn der Übung angekündigt und auf zu erwartende Verkehrsbehinderungen durch Militärtransporte im ganzen Land hingewiesen.

Das EU- und Nato-Land grenzt direkt an die von Russland angegriffene Ukraine und gehört zu deren wichtigsten politischen und militärischen Unterstützern. Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak begründete im April seinen Wunsch nach einem weiteren Verbleib deutscher Patriot-Flugabwehrsysteme in Polen mit den Worten: «Polen ist die wichtigste Drehscheibe, wenn es um die Unterstützung der Ukraine geht.»

Polen liefert aber nicht nur Panzer, Kampfflugzeuge und große Mengen anderer Rüstungsgüter an die Ukraine, sondern rüstet auch die eigene Armee im Rahmen eines ehrgeizigen Modernisierungsprogramms kräftig auf. Nach dem Wunsch der nationalkonservativen Regierung soll Polens Armee innerhalb der nächsten zwei Jahre zur stärksten Europas werden. Das versprach Blaszczak Ende April auf einer Wahlveranstaltung. (dpa)

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Lettland verlängert erneut Ausnahmezustand an Grenze zu Belarus

  • 15:17 Uhr

Lettland will den Ausnahmezustand in den Regionen entlang der Grenze zum benachbarten Belarus erneut verlängern. Die Sonderregelung soll nun bis zum 10. August gelten. Dies beschloss die Regierung des baltischen EU- und Nato-Landes am Dienstag in Riga. Die erneute Verlängerung muss noch vom Parlament gebilligt werden. Der Ausnahmezustand wurde im August 2021 verhängt, weil Tausende Migranten versuchten, von Belarus aus auf unrechtmäßige Weise über die EU-Außengrenze zu gelangen. Die Regelung ermächtigt den lettischen Grenzschutz, irregulär aus dem autoritär regierten Belarus eingereiste Migranten zurückzuschicken.

"Mit Beginn des Frühlings und dem nahenden Sommer versuchen immer mehr illegale Migranten, die Grenze unseres Landes zu überqueren, die Arbeitsbelastung der Grenzschutzbeamten hat zugenommen", sagte Außenminister Edgars Rinkevics nach der Regierungssitzung. Auch Innenminister Māris Kucinskis bezeichnete die Lage an der Grenze als "nach wie vor unruhig". Allein der Nacht zu Dienstag hatten demnach mehr als 90 Personen versucht, illegal nach Lettland zu kommen.

Bei der Verlängerung sei als weiterer Risikofaktor auch Russlands Krieg gegen die Ukraine berücksichtigt worden, der von der Führung in Minsk unterstützt werde. Dies könne eine mögliche Motivation für belarussische Behörden sein, ihre Bemühungen zur Destabilisierung der Situation an der rund 172 Kilometer langen Grenze fortzusetzen und dadurch Druck auf EU und Nato auszuüben. (dpa)

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Schoigu beziffert ukrainische Verluste und kontert Wagner-Chef

  • 13:53 Uhr

Das ukrainische Militär hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums im April hohe Verluste erlitten. "Allein im vergangenen Monat haben sie mehr als 15.000 Mann verloren", sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu dem Telegram-Kanal der Behörde zufolge. Zudem sei es der russischen Armee im gleichen Zeitraum gelungen, acht feindliche Flugzeuge, 277 Drohnen und 430 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sowie 225 Artilleriegeschütze abzuschießen. Unabhängig lassen sich die Aussagen nicht überprüfen. Zu eigenen Verlusten machte Schoigu keine Angaben.

In der Vergangenheit ist das russische Verteidigungsministerium immer wieder mit überhöhten Angaben zu feindlichen Verlusten aufgefallen. So hat Russland offiziellen Angaben nach bis Anfang Mai 413 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Zu Beginn des Kriegs hatte die Ukraine Medien zufolge dabei gerade einmal 124 Kampf- und Trainingsflugzeuge sowie 63 Transportmaschinen. Aus dem Westen hat das Land seither nur vereinzelt Restbestände sowjetischer Flugtechnik erhalten.

Schoigu erklärte zudem, dass die russischen Truppen entlang der gesamten Front aktiv seien. "Insgesamt erfüllt die Rüstungsindustrie die Bedürfnisse der Armee und Flotte", sagte er weiter. Die Aussage dürfte als Konter auf die jüngsten Klagen vom Chef der Wagner-Söldner, Jewgeni Prigoschin, über mangelnde Versorgung mit Artilleriemunition gedacht sein. Das Verhältnis zwischen Prigoschin und Schoigu gilt als angespannt. Der Söldnerchef erlaubt sich als kremlnaher Oligarch scharfe Kritik am Verteidigungsministerium. (dpa/mbo)

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Schnelle Eingreiftruppe trainiert in Niedersachsen

  • 12:28 Uhr

Etwa 2.000 Soldaten haben am Dienstag mit einer elftägigen Übung in Niedersachsen begonnen. Unter dem Titel "Wettiner Heide" werden auf dem Truppenübungsplatz Bergen Schießtrainings abgehalten, in der Region Hannover wird die Beschaffung von Nachschub geübt. Die Soldaten gehören zur schnellen Eingreiftruppe der Nato, die seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine besondere Aufmerksamkeit genießt. In diesem Jahr hat Deutschland bei der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) eine Führungsrolle bei der Nato.

Gleichzeitig startete in Sachsen-Anhalt im Raum Klietz und in der Letlzinger Heide das Manöver "Wettinger Schwert" mit 1.000 Soldatinnen und Soldaten. Auf Sardinien hat nach Auskunft eines Sprechers die multinationale Übung mit rund 1.600 Soldaten bereits begonnen. "Der Übungsdreiklang soll zeigen, dass wir an drei unterschiedlichen Orten einsatzbereit sind", sagte eine Presseoffizierin der Panzergrenadierbrigade 37 aus Sachsen, die einen Großteil der Bundeswehr-Angehörigen bei der Eingreiftruppe stellt. Zuvor hatte der NDR über die Übung berichtet. (dpa)

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Ukraine wirft Russland gezielte Angriffe auf Wohngebiete vor

  • 12:04 Uhr

Die Ukraine hat Russland eine veränderte Taktik mit gezielten Raketenangriffen auf Wohngebiete vorgeworfen. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass sie direkte Angriffe eben auf zivile Mehrfamilienhäuser oder Orte ausführen, an denen es viele Häuser der Zivilbevölkerung gibt", sagte der Berater des Präsidentenbüros Mychajlo Podoljak in der Nacht zum Dienstag im ukrainischen Fernsehen. Moskau wolle dadurch unter anderem eine verfrühte Gegenoffensive Kiews provozieren. Dazu wolle der Kreml testen, ob die Ukraine in der Lage sei, den eigenen Luftraum zu schützen.

In den vergangenen Tagen hatte es mehrere russische Raketenangriffe mit zivilen Opfern gegeben. Insbesondere in Uman forderte ein Raketeneinschlag in einem Wohnhaus am Freitag viele Todesopfer. Auch in der Stadt Pawlohrad im Gebiet Dnipropetrowsk haben russische Marschflugkörper schwere Schäden verursacht und mindestens zwei Menschen getötet. Kiew bestreitet, dass dabei militärische Ziele getroffen wurden. (dpa)

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London: Russische Rüstungsindustrie kommt Kriegsbedarf nicht nach

  • 10:06 Uhr

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste verfügt Russland nicht über genügend Munition, um bei Offensiven in der Ukraine entscheidende Fortschritte zu erzielen. Moskau räume der Stärkung der Rüstungsindustrie zwar oberste Priorität ein, hieß es am Dienstag im Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums - die Branche werde dem hohen Kriegsbedarf jedoch weiterhin nicht gerecht.

Russlands politische Führung verlange Erfolge auf dem Schlachtfeld, während die für die Logistik verantwortlichen Führungskräfte auf der Strecke blieben, hieß es. Als Beispiel dafür nennen die Briten die kürzliche Entlassung des Vize-Verteidigungsministers Michail Misinzew, der acht Monate lang für die materielle und technische Versorgung der Armee zuständig war. In der vergangenen Woche wurde seine Auswechslung bestätigt, seine Aufgabe hat nun Generaloberst Alexej Kusmenkow übernommen, bislang stellvertretender Direktor der Nationalgarde.

Die Munitionsknappheit führe außerdem zu internen Streitigkeiten, vor allem zwischen der Armee und dem Chef der berüchtigten russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin.

Das Verteidigungsministerium in London veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor. (dpa)

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Ukraine droht Enttäuschung bei Nato-Gipfel

  • 07:01 Uhr

Die Hoffnungen der Ukraine auf eine konkretere Nato-Beitrittsperspektive drohen vorerst enttäuscht zu werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben zuletzt Bündnismitglieder wie die USA und Deutschland hinter verschlossenen Türen deutlich gemacht, dass sie vorerst keine Zusagen machen wollen, die substanziell über eine vage Nato-Erklärung aus dem Jahr 2008 hinausgehen. In ihr hatten die damaligen Staats- und Regierungschefs vereinbart, dass die Ukraine und Georgien Nato-Mitglieder werden sollen. Einen konkreten Zeit- oder Fahrplan dafür gab es allerdings nicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Nato zuletzt aufgefordert, auf ihrem nächsten Gipfel im Juli den Weg zur Aufnahme seines Landes ins westliche Militärbündnis freizumachen.

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu den internen Gesprächen vor dem Gipfeltreffen in Litauen. Sie bestätigte allerdings indirekt, dass sie weitere Waffenlieferungen und andere Hilfen für die Ukraine in der derzeitigen Situation für wichtiger hält als Planungen für einen Nato-Beitritt. (dpa)

Mit Material von dpa und AFP

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