Wenn einer im Fußball etwas zu erzählen hat, dann Sir Alex Ferguson. Der Schotte war fast 27 Jahre lang Trainer bei Manchester United. Seine Erlebnisse hat er in seiner Autobiografie niedergeschrieben und teilt darin ganz schön aus - unter anderem gegen Wayne Rooney.

Sir Alex Ferguson ist eine Trainerlegende - vor allem aber ist der Kaugummi kauende Schotte äußerst direkt. Und er kommt nicht mit jedem klar. David Beckham zum Beispiel gehörte nie zu den Lieblingen des Ex-Trainers von Manchester United. Das wird auch in seiner Biografie - besonders einfallsreich "My Autobiography" betitelt - deutlich.

"Er hat es sich zur Mission gemacht, außerhalb des Spiels bekannt zu werden. In der Minute, in der ein Spieler glaubte, er sei größer als der Trainer, musste er gehen. David Beckham glaubte, er sei größer als Alex Ferguson. Das war die Totenglocke für ihn", heißt es da über den heute 38-Jährigen.

Auch Englands Nationalstürmer Wayne Rooney bekommt sein Fett weg. Von ihm ist Ferguson überzeugt, dass er "nicht der Hellste" ist. Er bescheinigt ihm zudem "großartige Qualitäten, die aber oft von mangelnder Fitness überschattet werden".

Wayne Rooney - "My Decade in the Premier League"

Wayne Rooney ist bei weitem noch nicht so lange im Geschäft wie sein ehemaliger Trainer Sir Alex Ferguson. Ein Buch hat er trotzdem schon einmal geschrieben. In "Wayne Rooney - My Decade in the Premier League" berichtet er dabei unter anderem über seine Haartransplantation:

"In einem Fußballverein ist nichts sicher. Alles kann zur Zielscheibe für schlechte Scherze werden. Neue Schuhe? Verarscht. Neue Fernsehwerbung? Verarscht. Haar-Transplantation? Verarscht. In der Kabine nach dem Blackpool-Spiel machte ich also die Ankündigung. Ich sagte: 'Ich lasse eine Haartransplantation machen, wenn ich im Sommer weg bin.' [...] Sie verarschen mich natürlich trotzdem. 'Ey, Wazza', ruft jemand. 'Lässt du dir einen Pferdeschwanz wachsen?' Als ich zur Vorbereitung auf die neue Saison zurückkehre, dusche ich, ziehe mich an, und wenn ich in den Spiegel schaue, habe ich zum ersten Mal seit Jahren vollen Haarwuchs."

Ähnlich tief lässt Rooney auch im Bezug auf sein Übergewicht und seine Verletzungen blicken. Auch andere Fußballer wie Lothar Matthäus und Oliver Kahn wollten die Welt schon an ihrem Innenleben teilhaben lassen.

Toni Schumacher - "Anpfiff"

Das Buch "Anpfiff" von Toni Schumacher erschütterte vor 25 Jahren die Fußballwelt schwer und beendete die Nationalmannschaftskarriere des Torhüters. Denn Schumacher spricht darin unter anderem über Doping und Sex- und Saufgelage. Die schmutzigen Enthüllungen ersparen wir Ihnen an dieser Stelle, stattdessen bekommen Sie einen Eindruck vom Innenleben Schumachers beim WM-Finale 1986 gegen Argentinien:

"Du bist der beste Torwart der Welt. Du wirst jeden Ball halten. Du bist ein Raubtier...So habe ich das beim autogenen Training gelernt. Das Spiel beginnt. Ich lauer rechts, links, keine Spur von meiner Beute, zwanzig unendliche Minuten lang. Der Hunger nach dem Ball wird immer größer, gieriger. Nichts da!"

Brian Clough - "The Autobiography"

Der ein oder andere mag diesen Mann nicht kennen. Aber tatsächlich darf Brian Clough, englischer Fußballmanager, als legitimer Vorgänger von Jose Mourinho gelten. Kaum ein Trainer ist sich je selbst so großartig vorgekommen und hat dabei so schön geschimpft wie er. Das wird auch in seinem Buch "Clough: The Autobiography" offensichtlich. Hier beschreibt er, wie er das Champions-League-Halbfinale seines Klubs Derby County gegen Juventus Turin erlebt hat:

"Der ekelhafte Gestank füllt noch immer meine Nase, wenn ich an die versuchten Korruptionen denke. [...] Es gab keinen Beweis für Unregelmäßigkeiten zwischen Haller und dem deutschen Schiedsrichter. Vielleicht waren sie nur befreundet, aber ich war auf 180. Zwei unserer Spieler hatten Karten gesehen schon weit vor der Halbzeit, Roy McFarland und Archie Gemmill. So weit ich mich erinnern kann, war ihr einziges Verbrechen irgendwo in der Nähe eines Gegners zu stehen, der sich auf den Boden warf. Na, was für ein Zufall!"

Sepp Maier - "Ich bin doch kein Tor"

Sepp Maier, die "Katze von Anzing", hat die Welt gleich mit mehreren Büchern beglückt, darunter auch das 1993 erschienene autobiografische Werk mit dem wunderschönen Titel "Ich bin doch kein Tor". Darin beschreibt er unter anderem wüste Besäufnisse und geheime Frauenbesuche - und das ausgerechnet nach der historischen 0:1-Pleite gegen die DDR bei der WM 1974:

"Die halbe Nacht ist der Sekt geflossen. Paul Breitner hat eine dicke Zigarre nach der anderen geraucht. Gegen ein Uhr nachts kam der Schön (damaliger Bundestrainer, Anm. d. Red.), der hat uns beinahe nimmer gesehen vor lauter Qualm. [...] Kaum war er draußen, da sagte ich zum Uli Hoeneß: 'Bis Hamburg sind es bloß achtzig Kilometer. Komm, wir gehen unsere Frauen besuchen.' [...] Also schlich ich mich mit dem Uli aus dem Lager." [Am nächsten Tag kommen Hoeneß und Maier zu spät zum Training.] "Kopfschüttelnd sah Schön uns kommen. "Wenn ich euch so anschaue, verquollene Augen, grau im Gesicht. Das kommt von der verdammten Sauferei..."

Moritz Volz - "Unser Mann in London"

Moritz Volz spielt derzeit beim TSV 1860 München, hat aber seine Jugendausbildung beim FC Arsenal verbracht. Seine Erlebnisse hat er in dem äußerst amüsanten Buch "Unser Mann in London" verarbeitet. So erzählt er auch von der WM 2006 in Deutschland:

"Nachdem der Bundestrainer mich trotz meiner dramatisch verbesserten Torbilanz (fast schon ein Tor pro Jahr) schließlich nicht für die WM nominierte, beschloss ich, auf eigene Faust daran teilzunehmen." [Er leiht Jürgen Klopp sein Fulham-Trikot. Fans erkennen den damaligen Mainz-Trainer.] "Echt cool, dass du ein Trikot trägst, Kloppo." "Was is'n das für ein Team? Ah, Fulham, Premier League, wow." "Vom Volz, saucool. Der ist echt ein Riesenspieler, schade, dass er nicht bei der WM dabei ist." Ich stand daneben. Und niemand von den Fans, die da so fachmännisch über mich mit Jürgen Klopp redeten, erkannte mich."

Lothar Matthäus - "Mein Tagebuch"

Heutzutage hat man das Gefühl, man weiß schon viel zu viel über Lothar Matthäus. Wem Reality-Show und "Bild"-Schlagzeilen noch nicht genug sind, dem sei Matthäus' Werk "Mein Tagebuch" (erschienen 1997) ans Herz gelegt.

Der wichtigste Satz, den man kennen muss: "Klinsmann und ich - wir werden keine Freunde." Ein Satz, der ihn bei vielen seiner damaligen FC-Bayern-Mitspieler äußerst unbeliebt machte. Jürgen Klinsmann meinte darauf hin, er könne Lothar Matthäus nicht mehr ernst nehmen. Bis heute sind die beiden nicht befreundet.

Paul Gascoigne - "Gazza. Mein verrücktes Leben"

Paul "Gazza" Gascoigne war lange Zeit das Enfant terrible des englischen Fußballs. Mal war er wegen Alkoholeskapaden in den Schlagzeilen, das andere mal, weil er auf dem Platz weinte. Ein so bewegtes Leben muss natürlich auch in einer Biografie ("Gazza. Mein verrücktes Leben) festgehalten werden:

"Viele Deals habe ich selbst vermasselt, weil ich zu blöd war oder weil es mich nicht interessierte. Die Aftershave-Firma Brut [...] suchte nach einem jüngeren Sportler, um ihre Produkte zu promoten. Der Deal war schon unterschriftsreif, als sie mich auf der Pressekonferenz als das neue Brut-Gesicht vorstellten. 'Seit wann verwenden Sie Brut?', fragte mich einer von der Presse. 'Ich verwende es überhaupt nicht.' 'Welches Rasierwasser verwenden Sie dann?' 'Gar keins, ich krieg Ausschlag davon.' Das ist die Wahrheit. Hätte ich lügen sollen? Aus demselben Grund trage ich auch keine Unterhosen."

Oliver Kahn - "Ich. Erfolg kommt von innen"

Oliver Kahn, der Titan, der Unbezwingbare. Er gibt in seiner Autobiografie mit dem leicht egozentrischen Titel "Ich. Erfolg kommt von innen" Einblick in sein Innenleben. Und da tat sich vor allem vor der WM 2006 so Einiges.

In dieser Passage begibt sich Kahn zu einem Termin mit dem damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, um die Entscheidung in der Torwartfrage zu erfahren:

"Ich fuhr hin, als ginge es zu einem Spiel. Ohne dass es mir bewusst gewesen wäre. Ich konzentrierte mich, als gälte es gleich, mein Tor "sauber" zu halten, zu grätschen, zu schreien, zu kämpfen - ein Automatismus. Eine Kreuzung musste zum Mich-Aufbauen herhalten, indem ich sie unbedingt noch vor Rot schaffen wollte, und ich ertappte mich dabei, dass ich, weil ich es gerade noch bei Gelb schaffte, die Hand zur Faust ballte und dabei "Jaahh! gegen die Windschutzscheibe plärrte, wie nach einer Parade im Spiel."

Genutzt hat ihm die ganze Konzentration nicht. Wie bekannt, hütete Jens Lehmann bei der WM 2006 das deutsche Tor.