Der FC Bayern München wird Meister und interessiert sich nicht die Bohne dafür, in Frankfurt schwelt der Kindergarten-Streit des Jahrhunderts und die Freiwillige Feuerwehr Hannover begrüßt ein neues Mitglied. Die (wie immer nicht ganz ernst gemeinte) Bundesliga-Vorschau auf den 30.Spieltag.

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Borussia Dortmund, der Versicherungsschreck

Für Stirnrunzeln sorgte am Donnerstag die Meldung, Borussia Dortmund habe sich schon vor einigen Jahren gegen das Verpassen der Champions League versichert. Sicher ein teurer Spaß. Vor allem für die Versicherungsgesellschaft im Schadensfall. Gut, kann man machen. Wenn man nicht mit der Katastrophe rechnet. Haben die Damen und Herren in Nadelstreifen vor der Saison wohl auch nicht. Und dann? Tabellenletzter am 13.Spieltag. Von der CL soweit entfernt wie Kim Jong Un vom Friedensnobelpreis.


In der Risiko-Einschätzungs-Abteilung der zuständigen Versicherung dürften wahre Seen aus Schweißperlen zusammengeflossen sein und vielleicht das ein oder andere Köpfchen rollen. Ein nicht gerade kleiner Teil der verpassten Einnahmen muss wohl an den BVB gezahlt werden. Doch eigentlich muss man im Versicherungsbüro Dortmund-Brackel noch froh sein. Man hätte dem BVB ja auch noch eine Police gegen das Verpassen der Europa League andrehen können. Und diese würde möglicherweise in dieser Saison zusätzlich fällig werden - zumindest falls der BVB gegen Frankfurt am Wochenende nicht gewinnen sollte.

Eintracht Frankfurt streitet wie im Sandkasten

Ehrenspielführer Jürgen Grabowski und Verteidiger Marco Russ werden in diesem Leben mit Sicherheit keine Freunde mehr. Zu tief sitzt der Stachel, vor allem bei Grabowski. Der Weltmeister von 1974 hatte in der Vorrunde die Abwehrschwäche seiner Frankfurter angeprangert. Russ antwortete im "Kicker" wenig diplomatisch: "Es bringt nichts, wenn so ein Vollexperte wie Grabowski, der 1920 Fußball gespielt hat, sein Maul aufmacht, und ihr schreibt dann so eine Scheiße!"

Irgendwann war Gras über die Sache gewachsen, allerdings nicht bei Grabowski. Er schmollt immer noch. Obwohl Russ sich einige Tage nach seiner Wutrede per Pressemitteilung entschuldigte, legt Grabowski nun wieder nach: "Die Eintracht hat 14 Tage gebittet und gebettelt, dass er es (die Entschuldigung, Anm. d. Red.) tut." Die heutigen Profis seien unfähig, Kritik einzustecken und würden "von Leuten, die sie führen, nicht zur Räson gerufen". Die Angelegenheit habe bei ihm "tiefe Wunden hinterlassen, die einfach nicht verheilen wollen".

Und zu allem Überfluss geht es am Samstag auch noch nach Dortmund. Nach Jürgen Klopps Rücktrittsankündigung scheint dort der Knoten geplatzt, Gegentore für die Eintracht wohl garantiert. Folgt da gleich der nächste Russ'sche Wutausbruch?

Neues Mitglied für die Freiwillige Feuerwehr

Beim heiligen Neururer, was haben wir uns gefreut! Die gute alte Zunft der Feuerwehrmänner feiert endlich wieder Einzug in die Bundesliga. Hannover 96 verpflichtet als neuen Cheftrainer Michael Frontzeck! Und zwar nicht als Dauerlösung, auch wenn manche Romantiker möglicherweise darauf hoffen.


Manager Dirk Dufner stellt klar: "Wir schauen nur auf diese fünf Spiele, alles andere dann später." Also im Klartext: Such Dir im Juni einen neuen Job, Michael! Die Freiwillige Feuerwehr Hannover freut sich unterdessen über die prominente Unterstützung, sind doch Feuerwehrmänner immer gefragt. Auch wenn Frontzeck das Prinzip Feuerlöschen noch nicht ganz verstanden zu haben scheint. Denn Dufner betont: "Es war nicht schwer, Frontzeck von dem Projekt Hannover 96 zu überzeugen. Er brennt!" Am Samstag gegen Hoffenheim sollte sicherheitshalber ein Löschzug bereitstehen.

Bruno Labbadia und der Hamburger Optimismus

Eines darf man Bruno Labbadia nicht vorwerfen: Realitätsferne. Der neue Trainer des Hamburger SV kennt die Schwächen seines Teams ganz genau. Am Toreschießen hapert es! Kein Wunder, dass man da im Tabellenkeller festsitzt. Selbst mit der gesammelten Erfahrung des Kaders, die größer ist als die Trikotsammlung von Wandervogel Ansgar Brinkmann, scheint keine Rettung in Sicht.

Aber halt! Labbadia hat den Optimismus nicht verloren. Am Samstag gegen Augsburg soll es wieder klappen mit den Treffern. Verantwortlich dafür soll Mittelstürmer Pierre-Michel Lasogga sein. Denn immerhin habe der 23-Jährige "endlich mal länger am Stück trainieren können". Dadurch habe man in Hamburg "Hoffnung auf Tore - ganz klar"! Puh, Hoffnung gleich. Unser Tipp: Nur nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, Bruno …

Bayern München wird Meister – auch egal ...

Am Wochenende zücken die Fans des FC Bayern München wieder die Taschenrechner, der Meistertitel kann klargemacht werden. Ein Sieg gegen die Hertha bei einem Unentschieden von Wolfsburg am Sonntag gegen Gladbach würde reichen und ein Unentschieden bei einer Niederlage der VW-Werkself auch. So weit, so gut.


Das Problem? Die Spieler interessiert es gar nicht. Wieso denn auch, ist der Meistertitel doch sowieso nur nettes Beiwerk auf dem Weg zum Champions-League-Triumph und der Weltherrschaft unter "König Pep, dem Hosenlosen". Barcelona zählt, nicht Berlin. Die Hauptstadt wird erst interessant, wenn im Olympiastadion das CL-Finale steigt.

Außerdem macht feiern keinen Spaß, wenn fast alle zu Hause krank im Bett liegen. David Alaba (Innenbandriss im Knie), Holger Badstuber (Riss des Oberschenkelmuskels), Mehdi Benatia (Muskelfaserriss), Javi Martinez (Trainingsrückstand), Rafinha (Adduktoren), Franck Ribery (entzündete Kapsel im Sprunggelenk), Juan Bernat (Sprunggelenk), Arjen Robben (nach Bauchmuskelriss). Alle kaputt. Dann lassen wir das eben. Feiert man eben nächste Woche in Leverkusen. In Christoph Daums altem Wohnzimmer macht es eh mehr Spaß.

Alle Spiele des Wochenendes begleiten wir selbstverständlich live.

Die Partien des 30. Spieltags:

Freitag, 24.04.2015:

1. FSV Mainz 05-FC Schalke 0420:30 Uhr

Samstag, 25.04.2015:

Borussia Dortmund-Eintracht Frankfurt15:30 Uhr
Hannover 96-1899 Hoffenheim15:30 Uhr
VfB Stuttgart-SC Freiburg15:30 Uhr
1. FC Köln-Bayer Leverkusen15:30 Uhr
Hamburger SV-FC Augsburg15:30 Uhr
FC Bayern-Hertha BSC18:30 Uhr

Sonntag, 26.04.2015:

SC Paderborn-Werder Bremen15:30 Uhr
Mönchengladbach-VfL Wolfsburg17:30 Uhr



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