• Uli Hoeneß rechnet mit der deutschen Nationalmannschaft ab.
  • Besonders heftig kritisiert der Ehrenpräsident des FC Bayern den zurückgetretenen Toni Kroos.
  • Dieser antwortet prompt - und legt wenig später sogar nochmal nach.

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Uli Hoeneß hat bei seiner Analyse über das deutsche Aus bei der EM 2021 die Leistung des zurückgetretenen Toni Kroos als nicht mehr zeitgemäß eingestuft. "Toni Kroos hat in dem Fußball nichts mehr verloren", sagte der 69-Jährige am Sonntag im Sport1-"Doppelpass".

Ein Problem der deutschen Nationalmannschaft sei gewesen, dass Ex-Bundestrainer Joachim Löw unbedingt Kroos einbauen wollte. Daher habe er auf eine Dreierkette umgestellt, kritisierte der Ehrenpräsident des FC Bayern.

Hoeneß plädiert für Viererkette - und Bayern-Zentrum

Die taktischen Anpassungen von Löw, den er ebenso wie Kroos sehr schätze, seien "total in die Hose gegangen", betonte Hoeneß. Hätte man die Taktik des FC Bayern aus der Triplesaison 2019/2020 gespielt, "dann bin ich 100 Prozent sicher, dass wir jetzt anders dastehen würden".

Hoeneß plädierte unter anderem für eine Viererkette und sprach sich für die Bayern-Stars Joshua Kimmich und Leon Goretzka gemeinsam im Zentrum aus.

Gegen England beim Achtelfinal-Aus (0:2) habe man "Angsthasenfußball" gespielt, stellte Hoeneß fest. Kroos sei in der Schlussphase nicht einmal über die Mittellinie gegangen, "seine Art zu spielen ist total vorbei". Hoeneß bescheinigte dem Star von Real Madrid und früheren Bayern-Profi zu viele Querpässe.

Kroos antwortet Hoeneß: "Auch wenn es für RTL nicht gereicht hat"

Eine Kroos-Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Bei Twitter schrieb der 31-Jährige: "Uli Hoeneß ist ein Mann mit großem Fußballsachverstand (auch wenn es für RTL nicht gereicht hat), wenig Interesse für Polemik und mit sich komplett im Reinen. Ähnlich wie sein Greenkeeper."

Greenkeeper? Da war doch was: 2002 hatte sich Hoeneß zu einem möglichen Job von Lothar Matthäus beim FC Bayern geäußert: "Solange Karl-Heinz Rummenigge und ich etwas beim FC Bayern zu sagen haben, wird Lothar Matthäus bei diesem Verein nicht einmal Greenkeeper im neuen Stadion."

Nun griff Kroos das Hoeneß-Zitat auf, nach dem er kürzlich von Matthäus scharf kritisiert worden war. "Seine Flach- und Flugbälle sind wie seine Frisur: schön sauber, total korrekt. Aber: Das nimmt Zeit und Esprit aus dem Spiel. Es waren zu viele Querpässe, er lässt sich weit zurückfallen – in einer Dreierkette macht das keinen Sinn!", hatte der deutsche Rekordnationalspieler in der "SPORT BILD" geschrieben.

Von Kroos perlt diese Kritik jedoch einfach ab, so scheint es. Auch wenn er sie nicht auf sich sitzen lassen will. Denn nach seiner ersten Antwort legt der Star von Real Madrid nochmal nach und teilt einen Tweet, aus dem hervorgeht, dass ausgerechnet Kroos der Spieler ist, der nach der Gruppenphase der EM die meisten Pässe ins letzte Angriffsdrittel gespielt hatte. Kroos' trockener Kommentar dazu: "Das kann Uli H. nicht gefallen".

Hoeneß kritisiert DFB-Führungsspieler

Kroos war drei Tage nach dem deutschen EM-Aus aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Er absolvierte 106 Länderspiele und wurde 2014 mit Deutschland in Brasilien Weltmeister.

Eine Teilschuld am Achtelfinal-Aus gab Hoeneß aber auch den Führungsspielern. "Ich habe unsere Spieler als superselbstbewusste Jungs kennengelernt, die bei Hansi Flick (Ex-Bayern-Trainer, Anm. d. Red.) ein großes Mitspracherecht hatten", sagte Hoeneß. Bei der EM habe er nichts gehört. Normalerweise würden sie mit dem Trainer reden, sagte der 69-Jährige.

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(dpa/msc)

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