Der neue Hoffnungsträger des FC Bayern München ist erst 18 Jahre alt und kommt aus Kanada: Alphonso Davies gilt als Wunderkind des nordamerikanischen Fußballs. Sein Entdecker vergleicht den Stürmer vollmundig mit Weltmeister Kylian Mbappé.

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Es muss etwas passieren beim FC Bayern. Platz fünf nach elf Spieltagen - mit satten sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund - ist eine indiskutable Ausbeute. Und es passiert etwas in München.

Davies tritt seinen Dienst beim FC Bayern an

Alphonso Davies ist da. Das kanadische Mega-Talent hat seinen Dienst beim Rekordmeister früher als erwartet aufgenommen und den obligatorischen medizinischen Check hinter sich. In der Bundesliga ist der 18-Jährige ab 1. Januar 2019 spielberechtigt.

Davies hat mit spektakulären Toren in der Major League Soccer auf sich aufmerksam gemacht. Dort stürmte Davies bislang für die Vancouver Whitecaps. In der abgelaufenen Saison traf er achtmal. Trotzdem verpasste der Verein die Teilnahme an den Playoffs der höchsten nordamerikanischen Profiliga. Das freut die Bayern: so bleibt ihnen mehr Zeit, ihren Zehn-Millionen-Euro-Einkauf zu integrieren.

Neue Flügelzange mit Kingsley Coman

Trainer Niko Kovac muss das Juwel kennenlernen und ans Bundesliga-Niveau heranführen. Davies kann auf beiden Außenbahnen spielen und somit auf Sicht sowohl Franck Ribéry als auch Arjen Robben beerben. Bayerns Flügelzange der Zukunft würden dann der noch verletzte Kingsley Coman und Davies bilden.

Mit Comans Landsmann Kylian Mbappé wird Davies bereits jetzt verglichen. Niemand Geringerer als Davies' Entdecker Craig Dalrymple greift im Gespräch mit t-online.de derart hoch ins Regal des Weltfußballs: "Alphonso hat die Power und den Antritt und sucht wie Mbappé immer den direkten Weg zum Tor. Alphonso kann einen ähnlichen Weg einschlagen." Mbappé wurde im vergangenen Sommer im Alter von 19 Jahren Weltmeister.

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Auf der Flucht geboren

Dalrymple ist Technischer Direktor der Jugendakademie der Vancouver Whitecaps. Der 44-Jährige kennt Davies wie kaum ein anderer. "Alles, was er heute auf dem Platz zeigt, hat er schon mit 13 Jahren gemacht."

Davies wurde in einem ghanaischen Flüchtlingslager als Sohn liberianischer Eltern geboren. Als Fünfjähriger landete Davies mit seiner Familie in Kanada. Für die Nationalelf des Landes spielte der außergewöhnlich begabte Kicker bereits als 16-Jähriger.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Davies schon ein Jahr Profifußball in den Beinen. Nur Freddy Adu war in der MLS noch jünger (14 Jahre alt), als er am 3. April 2004 für Washington D.C. United gegen die San José Earthquakes eingewechselt wurde.

Wunderkind Adu ist abgestürzt

Adu ist mittlerweile beim Las Vegas Lights FC in der Zweitklassigkeit verschwunden. Er wagte - wie Davies jetzt - als 18-Jähriger den Sprung zu einem europäischen Spitzenverein. Bei Benfica Lissabon setzte sich Adu nicht durch. Seine Irrfahrt führte ihn über Frankreich, Griechenland, die Türkei, Brasilien und Finnland in die USA zurück.

Ein ähnliches Schicksal befürchtet Dalrymple bei Davies nicht. "Er ist bescheiden genug, um nach Rat und Hilfe zu fragen und nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Das wird ihm dabei helfen, sich auch in München schnell einzugewöhnen."

Neben Davies' fußballerischen Qualitäten ("technisch beschlagen, schnell, kraftvoll") stellt Dalrymple vor allen Dingen dessen persönliche Reife heraus: "Er ist intelligent, mit dem nötigen Hunger und charakterstark."

Er werde "bei den Bayern schnell beweisen, dass sie ihn zu Recht verpflichtet haben."

Verwendete Quellen:

  • t-online.de
  • transfermarkt.de
  • weltfussball.de
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