• Die "wichtigste Woche der Saison" endet für den BVB mit einer erneuten Enttäuschung.
  • Die Mannschaft verfällt auf Schalke in alte Muster, die Verantwortlichen sind alarmiert.
  • Was bedeutet das für die kommenden Spiele?

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Nach der "vermutlich wichtigsten Woche der Saison", wie Edin Terzic die Spiele gegen RB Leipzig, beim FC Chelsea und im Derby auf Schalke vor ein paar Tagen betitelt hat, bleibt bei Borussia Dortmund mehr als nur ein schaler Beigeschmack. Auf den eher glücklichen Sieg gegen Leipzig folgte das verdiente Aus in der Champions League und zum Abschluss die zwei verlorenen Punkte gegen den Erzrivalen.

Die Borussia hat sich aus einem Wettbewerb verabschiedet und sich in einem anderen völlig unnötig selbst unter Druck gesetzt. Zwar ist die Mannschaft in der Rückserie noch immer ungeschlagen und die Bilanz mit acht Siegen und einem Remis in der Liga weiter herausragend. Und doch weckten die beiden letzten Auftritte in London und Gelsenkirchen einige ungute Erinnerungen.

Nicht nur, weil dem BVB wie in der Hinserie ein gutes halbes Dutzend an wichtigen Spielern fehlten, das Verletzungspech langsam wieder Einzug hält. Sondern weil die Mannschaft in zwei unterschiedlichen Spielen unterschiedliche Defizite zeigte, die eigentlich als abgestellt galten.

Dortmund fehlen ein paar Prozent

Gegen Chelsea reichte Dortmunds Widerstandsfähigkeit nicht aus, um in zwei Spielen letztlich irgendwie noch zu bestehen. Trotz der mehr als diskutablen Schiedsrichterentscheidungen durfte es keine Zweifel daran geben, dass der BVB nach 180 Minuten verdient ausgeschieden war gegen eine Mannschaft, die in ihrer momentanen Verfassung absolut schlagbar war.

Auf Schalke schlich sich eine gewisse Überheblichkeit ein gegen einen Gegner, den der BVB trotz seiner namhaften Ausfälle komplett hätte dominieren und dann auch besiegen müssen. Weil aber der eine oder andere Spieler nicht mehr zielgerichtet genug agierte und hier und da ein paar Prozent fehlten, durfte der fußballerisch komplett limitierte Gegner gleich zwei Mal zurückkommen und der Borussia zwei wichtige Punkte wegnehmen.

"Heute tut es weh, ich bin verärgert", sagte der sichtlich genervte Sportchef Sebastian Kehl nach dem Spiel in der Mixed Zone. "Das habe ich bei der Mannschaft auch gespürt, weil wir diese zwei Punkte verschenkt haben. Ich hoffe nicht, dass uns diese zwei Punkte am Ende komplett wehtun."

Kehl: "Da hat uns der Fokus gefehlt"

Kehl monierte zudem eine gewisse Überheblichkeit seiner Spieler. "Ich würde nicht widersprechen, dass wir in der zweiten Hälfte, vielleicht aufgrund der Dominanz vor der Pause, gedacht haben, es ginge von alleine, es ginge mit weniger Konzentration. Dann kommt man sehr unnötig in diese Situation und fragt sich, warum es hier unentschieden steht. Da hat uns der Fokus gefehlt, dieses Spiel klar für uns zu entscheiden."

Ein klarer Unterschied zu dem, was die Spieler wenige Stunden vor ihrem eigenen Spiel noch in den Katakomben des Gelsenkirchener Stadions am Fernseher zu sehen bekamen. Der große Rivale im Titelkampf jedenfalls legte ein Meisterstück in Sachen Entschlossenheit und Willensstärke hin, die Bayern ließen sich im Heimspiel gegen den FC Augsburg auch von einem frühen Rückstand nicht beeindrucken, zerlegten den Gegner mit vier Toren in 30 Minuten noch vor der Halbzeit in seine Einzelteile und entschieden die Partie.

Es ist aus Dortmunder Sicht kein besonders gutes Zeichen, wenn die eigenen Unzulänglichkeiten wieder leicht durchschimmern und mit Jude Bellingham einer der Schlüsselspieler in den letzten Wochen zusehends verkrampft, während die Bayern ihre schwierige Phase offenbar überwunden haben.

"In den letzten Wochen kamen immer wieder Themen auf - wie zum Beispiel, ob wir für die Meisterschaft bereit sind", sagte Dortmunds Trainer Edin Terzic bei "Sky". "Wir haben immer gesagt, dass wir demütig bleiben müssen und selbst noch unsere eigenen Themen abstellen müssen! Das werden wir auch mit der Mannschaft besprechen, das ist ja nicht das erste Mal ..."

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Die nächste "wichtigste Woche der Saison"

Tatsächlich hat Terzic seine Mannschaft für die erzielten Ergebnisse immer gelobt, die Missstände im Dortmunder Spiel aber nie einfach so beiseite gewischt. Jetzt darf sich der Trainer in diesen Punkten zumindest teilweise bestätigt fühlen. Die Kunst wird nun sein, die Mannschaft vor der Länderspielpause und verstärkt mit dem einen oder anderen Rückkehrer im Spiel gegen Köln wieder schärfer zu machen. In den fußballerischen Inhalten, aber auch im Kopf.

Die vergangene Woche führte zu ein paar Dellen, von einem großen Schaden ist der BVB aber noch weit entfernt. Allerdings steht nach der "vermutlich wichtigsten Woche der Saison" schon bald die "wichtigste Woche der Saison" an: In der ersten April-Woche muss der BVB erst in München ran, dann im Pokal-Viertelfinale bei RB Leipzig. Und dann kommt Union Berlin ins Westfalenstadion.

Mit Leistungen wie gegen Chelsea und auf Schalke könnten auch die beiden anderen großen Saisonziele schnell außer Reichweite sein. Aber das sollte bei Borussia Dortmund spätestens jetzt auch jeder wissen.

Verwendete Quellen:

  • Ruhr Nachrichten: BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl über den Derby-Rückschlag "Komplett selbst verschuldet"
  • Sportbuzzer: Kurzer Schlagabtausch mit TV-Reporter: BVB-Trainer Terzic nach Derby bei Schalke 04 angefressen
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