Neuer Lack, besonderer Anlass, gewohnte Probleme: Sebastian Vettel ist beim Kampf um die Poleposition für den Großen Preis der Toskana früh ausgeschieden. Weltmeister Lewis Hamilton greift derweil nach einem Rekord von Formel-1-Legende Michael Schumacher.

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Für Sebastian Vettel war schon wieder alles vorbei, bevor es überhaupt richtig um die Pole Position ging. Als 14. schied der viermalige Formel-1-Weltmeister am Samstag im italienischen Mugello vor der entscheidenden dritten Phase in der Qualifikation aus.

Während sich Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes zum siebten Mal in der laufenden Saison den ersten Startplatz sicherte, könnte das 1000. Rennen von Ferrari am Sonntag (15:10 Uhr/RTL und Sky) in Italien für den 33-Jährigen aus Heppenheim wieder ganz bitter werden.

Vettel: "Es ist nicht zufriedenstellend"

"Es ist einfach zu sehen, ich hatte zwei Ecken, die mir dieses Wochenende nicht gelegen haben. Da habe ich die meiste Zeit verloren", sagte Vettel: "Wir tun uns mit den Reifen ein bisschen einfacher hier, aber trotzdem ist es nicht zufriedenstellend."

Dieses Gefühl zieht sich für den Hessen schon durch das ganze Jahr. Kein Sieg, kein Podestplatz und nur Rang 13 in der WM-Wertung - viel zu wenig für die weiterhin hohen Ansprüche des Ex-Champions, der ab dem kommenden Jahr für den englischen Autobauer Aston Martin fährt.

Diese Saison will er im Ferrari noch mit Anstand zu Ende bringen, doch die Ergebnisse frustrieren ihn mehr und mehr. Auch in der Toskana war einmal mehr zu sehen, dass er mit dem störrischen SF1000 einfach nicht in den Kampf um die Top-Plätze eingreifen kann.

Sebastian Vettel präsentiert seinen Ferrari im 1.000. Rennen der Scuderia in einem besonderen Lack.

Duell um Poleposition ein Kampf der Silberpfeile

Das Rennen um Platz eins war derweil erneut ein teaminternes Duell der Silberpfeile. Nachdem der Finne Valtteri Bottas in allen drei Trainings vorne war, fand Hamilton auf dem Hochgeschwindigkeitskurs, der Ferrari gehört, doch noch die schnellste Linie.

Bottas wurde mit 0,059 Sekunden Rückstand Zweiter, Platz drei ging an Max Verstappen aus den Niederlanden im Red Bull. "Das war ein wirklich hartes Wochenende. Es ist sehr herausfordernd hier", sagte Hamilton: "Ich habe am Ende die Runde hinbekommen, die ich noch gebraucht habe."

Etwas Glück war aber auch dabei. Nach einem Fahrfehler inklusive Dreher des Franzosen Esteban Ocon im Renault konnten die Top-Fahrer am Ende nicht noch mal auf die Jagd nach einer besseren Zeit gehen. Davon profitierte der souveräne WM-Spitzenreiter Hamilton, der am Sonntag den 90. Sieg seiner Karriere einfahren kann. Nur Michael Schumacher (91) war in seiner Laufbahn noch erfolgreicher.

Leclerc startet beim Grand Prix der Toskana als Fünfter

Dass Ferrari ganz vorn ankommen kann, scheint eher unwahrscheinlich. Immerhin geht Vettels Teamkollege Charles Leclerc aber als Fünfter in den Grand Prix nördlich von Florenz.

Vor rund 3.000 heimischen Fans geht es auch darum, das katastrophale vergangene Wochenende vergessen zu machen. Erstmals seit 1995 war beim Heimspiel in Monza kein Ferrari ins Ziel gekommen. Vettel war nach einem Bremsschaden ausgeschieden, Leclerc heftig in die Streckenbegrenzung gekracht.

Vettel hatte in Mugello bereits in allen drei Trainingseinheiten zuvor Probleme und lag in der finalen Übungseinheit am Samstag sogar nur auf Platz 18. "Sind wir durchgekommen?", fragte Vettel nach dem ersten Abschnitt der Qualifikation am Boxenfunk.

Als sein Team das bejahte, schien er fast schon überrascht, dass nicht noch früher Schluss war. Mehr als eine Platzierung im hinteren Mittelfeld war bei sommerlichen Temperaturen von rund 30 Grad aber nicht drin. (msc/dpa)

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