• Leroy Sané wurde beim Sieg des FC Bayern in Leverkusen erst für den verletzten Kingsley Coman eingewechselt und später wieder ausgewechselt.
  • Sané zeigte sich vom Vorgehen seines Trainers Hans-Dieter Flick "überrascht".
  • Seine Mitspieler sprangen ihm nach dem Spiel zur Seite.
  • Flick spielte den Vorfall herunter und sprach von taktischen Gründen.

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Einige Zuschauer staunten nicht schlecht, als Leroy Sané beim Sieg seines FC Bayern in Leverkusen ausgewechselt wurde. Eine Auswechslung an sich ist noch nichts Ungewöhnliches. Wenn sie allerdings nach einer vorhergehenden Einwechslung vorgenommen wird, spricht man im Fußball-Fachjargon gerne von einer "Höchststrafe".

Eine solche erhielt Sané am Samstagabend. Erst war in der ersten Hälfte (32. Minute) für den angeschlagenen Kingsley Coman von Trainer Hans-Dieter Flick eingewechselt worden. In der zweiten Hälfte (68.) wurde er dann wiederum von Jamal Musiala ersetzt.

Sané überrascht: "Kannte ich so nicht"

Sané hat die "Höchststrafe" mit Verwunderung, aber auch selbstkritisch aufgenommen. "Die Auswechslung kam im ersten Moment überraschend für mich - das kannte ich so nicht. Aber auch das passiert einmal", sagte der 24-Jährige der Bild-Zeitung.

Er spüre dennoch "das volle Vertrauen der Mannschaft", betonte der Flügelspieler und fühle sich "total wohl beim FC Bayern".

"Ich bin selbst mein größter Kritiker und weiß einzuordnen, dass ich zuletzt mein Leistungsvermögen nicht abrufen konnte. Aber das wird sich ändern", versprach er.

Mitspieler unterstützen Sané nach dem Spiel

Sané hatte nach dem Spiel breite Unterstützung von Mitspielern und Verantwortlichen erfahren. Thomas Müller ("Es ist für ihn sehr hart") nahm ihn tröstend in den Arm und meinte: "Ich glaube, er ist ganz nah dran, dass der Knoten aufgeht." Sportvorstand Hasan Salihamidzic betonte: "Der Junge ist top, ich glaube total an ihn."

Auch Robert Lewandowski, der erneut doppelt getroffen hatte, stellte sich hinter Sané: "Ich denke, im neuen Jahr wird er seine Qualitäten zeigen", sagte der frisch gekürte Weltfußballer. "Er weiß selbst, dass er von der kurzen Pause profitieren kann. Ich drücke ihm die Daumen, er ist ein super Junge und ein super Spieler."

Sané ergänzte, der Teamerfolg stehe für ihn "über allem". Dass er sein Leistungsvermögen in seinem ersten Halbjahr in München noch nicht ausschöpfen konnte, erklärte er mit seiner Verletzungshistorie und dem Corona-Spielplan. Dieser habe es ihm sehr schwer gemacht, "wieder den richtigen Rhythmus zu finden". Im neuen Jahr "werde ich alles dafür geben, das Vertrauen des Vereins in mich zurückzuzahlen", versprach er.

Hansi Flick nennt taktische Gründe für Sané-Auswechslung

Auch Bayern-Trainer Flick versuchte die Brisanz der Aktion herunterzuspielen. Die Wieder-Auswechslung des deutschen Nationalspielers sei taktisch begründet gewesen.

"Warum Höchststrafe?", frage Flick nach dem 2:1-Sieg am Samstagabend. "Wenn wir auswechseln, müssen wir das sinnvoll machen."

Flick ergänzte: "Es gibt wenige, die ich auswechseln kann, wenn ich Jamal Musiala bringe". Müller, Serge Gnabry und eben Sané. Müller sei unverzichtbar gewesen, Gnabry habe sich in der zweiten Halbzeit enorm gesteigert. "Von daher gab es die Option Leroy, die musste ich nehmen", sagte Flick. "Er wird das verkraften, der Einzelne muss ein bisschen zurückstehen. Er bekommt all unsere Unterstützung. Heute mussten wir so reagieren, weil es keine andere Möglichkeit gab."

Sané hatte sich vor seinem Wechsel nach München im Sommer bis weit ins Jahr hinein von einer Kreuzbandverletzung erholen müssen, eine Kapselverletzung im rechten Knie warf ihn in dieser Saison zwischenzeitlich zurück.

In 16 Pflichtspielen für den FC Bayern erzielte Sané bisher fünf Tore und bereitete drei weitere vor. (lh/AFP/dpa)

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