• Der FC Bayern hat die turbulente Jahreshauptversammlung gut weggesteckt.
  • Der Rekordmeister besiegte am Samstagabend Arminia Bielefeld.
  • Lange bissen sich die Münchner an den Ostwestfalen die Zähne aus.

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Leroy Sané hat dem FC Bayern eine Woche vor dem Liga-Gipfel gegen Borussia Dortmund die Tabellenspitze gerettet. Nach der turbulenten Jahreshauptversammlung und viel Corona-Wirbel sorgte der Fußball-Nationalspieler mit seinem späten Treffer beim 1:0 (0:0) gegen Arminia Bielefeld dafür, dass die Münchner nicht noch unruhigere Tage erleben. Der 25-Jährige sorgte mit einem feinen Schlenzer (71. Minute) dafür, dass sich der deutsche Meister wieder an Borussia Dortmund auf Rang eins vorbeischob. Der BVB hatte die Spitze durch das 3:1 beim VfL Wolfsburg kurzzeitig übernommen.

Erleichtert jubelten die Bayern bei ihrer Ehrenrunde in der spärlich besetzten Arena - und auf der Tribüne atmeten Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer auf. "Es geht darum, immer weiterzumachen, und dann geht auch einer rein", sagte Bayern-Profi Thomas Müller bei Sky. "Dass er ihn da so reinhaut, ist seine Qualität", lobte Müller den Siegtreffer seines Nationalelfkollegen.

Müller lobt Mannschaft fürs "immer Weitermachen"

Eine Woche nach dem 1:2 in Augsburg wendeten die Münchner durch den späten Sieg nach aufgeregten Tagen noch mehr Unruhe ab. Nach viel Corona-Wirbel um Joshua Kimmich & Co. sorgte die Jahreshauptversammlung mit dem Reizthema Katar für viel Brisanz, der Verlust der Tabellenspitze hätte die Bayern eine Woche vor dem Dortmund-Spiel besonders schwer getroffen. "Man muss die Gedanken in seinem Kopf klar trennen", sagte Trainer Julian Nagelsmann kurz vor dem Anpfiff bei Sky, der wieder einmal zu Aspekten abseits seines Kerngeschäfts Stellung bezog.

Bestens eingestellt von Nagelsmann spielte vor 12.000 Zuschauern in der aus Pandemie-Gründen nicht einmal ein Viertel vollen Allianz Arena - es wären mehr erlaubt gewesen - nur eine Mannschaft nach vorne. Der Gastgeber um Antreiber Thomas Müller, der mit seinem 396. Bundesliga-Spiel für die Münchner mit Franz Beckenbauer gleichzog, verbuchte Chance um Chance. In der Schlussphase durfte dann auch endlich gejubelt werden.

FC Bayern vergibt gegen Bielefeld zunächst viele Chancen

Vor der Pause glückte es den Münchnern aber nicht, den früheren 1860-Keeper Stefan Ortega im Arminia-Tor und eine lauffreudige Gäste-Elf zu überwinden. In seinem 200. Pflichtspiel für Bielefeld bot der 29-jährige Ortega eine starke Leistung. Allerdings fehlte es der Offensivreihe um Weltfußballer Robert Lewandowski, der auf die Ehrung mit dem Ballon d'Or am Montag hofft, beim Powerplay an Präzision und Konsequenz. "Für den Aufwand, den wir betrieben haben, ist es schade", sagte Ortega. "Am Ende spielen wir das Spiel ja trotzdem, um zu gewinnen."

Viel fehlte nicht und der auf der Ehrentribüne warm eingepackte Präsident Herbert Hainer hätte nach reichlich Ärger bei der Jahreshauptversammlung über eine frühere Führung jubeln können. Müller (6./7./21.), Sané (11.), Alphonso Davies (16./34.), Kingsley Coman (21.) oder Lewandowski (24./34.) wurden bei aussichtsreichen Chancen im letzten Moment entscheidend gestört - oder scheiterten eben an Ortega.

Joker Musiala und Müller bereiten Sanés Treffer vor

Auf der Gegenseite schnupperte Bielefeld am 1:0. Masaya Okugawa überlistete Lucas Hernández, legte sich dann aber den Ball zu weit vor und Bayern-Kapitän Manuel Neuer war zur Stelle. Der Japaner stand allerdings auch im Abseits.

Hauchdünn verfehlte Sané gleich nach dem Seitenwechsel die Führung, als sein Ball an Ortega, aber eben auch knapp am Tor verbeirollte (46.). Müller traf nach Kopfballvorlage von Lewandowski den Ball nicht richtig (49.), wie auch Sané (57.).

Mit der Hereinnahme von Jamal Musiala, einer von fünf Rückkehrern nach Corona-Infektion oder Quarantäne als Kontaktperson, erhöhte Nagelsmann die Offensivkraft weiter (56.). Zehn Minuten später war Musiala dann zusammen mit Müller an der Vorbereitung des Treffers von Sané beteiligt. Coman scheiterte später noch an der Latte (77.), während Sané sich auf der Bank als Matchwinner beglückwünschen lassen durfte. (mt/dpa)

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