• Erling Haaland besticht gegenwärtig mit einer beeindruckenden Quote.
  • Seine Ausstiegsklausel beim BVB kann angeblich für 2022 geltend gemacht werden.
  • Haalands Berater Raiola platziert Haaland bereits jetzt auf dem Markt.
Eine Analyse
von Manuel Behlert

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Im Januar 2020 wechselte ein junger norwegischer Angreifer für rund 20 Millionen Euro von RB Salzburg zu Borussia Dortmund. Die Rede ist von Erling Haaland. Schon in Österreich traf der Stürmer, wie er wollte.

Der nächstgrößere Schritt in die Bundesliga gelang Haaland nahtlos. Auch in Deutschland machte er schnell auf sich aufmerksam, bei seinem Debüt gegen Augsburg traf er als Joker dreimal. Mehrere Tore pro Spiel sind mittlerweile Normalität für Haaland. 41 Spiele in der Bundesliga, 38 Tore. Das ist seine beeindruckende Bilanz.

Erling Haaland weckt Begehrlichkeiten

Über die Qualitäten von Erling Haaland muss kaum noch etwas gesagt werden. Die Wucht, mit der er die gegnerischen Defensivreihen anläuft, ist beeindruckend. Schickt man den Norweger in einen freien Raum, der im Idealfall noch unmittelbar zum Tor führt, ist eine 1-gegen-1-Situation mit dem Torhüter schon fast vorprogrammiert. Und solche Situationen nutzt Haaland in der Regel. Seine Dynamik ist unglaublich, sein Siegeswille ausgeprägt. Lediglich in Sachen Kombinationsspiel und Kopfballstärke verfügt er noch über Verbesserungspotenzial. Aber mit 20 Jahren ist das ganz normal.

Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester City und der FC Bayern: Diese Topklubs wurden bereits mit Haaland in Verbindung gebracht, mal mehr, mal weniger seriös. Dass aber insbesondere "Barca" und Manchester City kurz- bis mittelfristig einen Stürmer suchen und auch Karim Benzema und Robert Lewandowski zumindest keine sechs bis sieben Jahre mehr spielen werden, ist auch klar. Die Frage ist also nicht ob, sondern wann Haaland in die Sphären der absoluten Weltelite vorstößt.

Berater Raiola weiß um den Wert des Spielers

Ein elementarer Faktor, der den Wechsel von Erling Haaland beschleunigen kann, ist der berüchtigte Berater Mino Raiola. Bei den Spielern genießt der Italiener den Ruf, das bestmögliche aus Vertragsgesprächen herauszuholen. Die Vereine, die mit ihm verhandeln müssen, machen aber nicht selten unangenehme Bekanntschaft mit ihm. Raiola weiß ganz genau, welchen Wert Haaland hat. Und deswegen hat er ihn schon auf dem Markt platziert.

"Dieser Junge, davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt, kann zu jedem Verein wechseln, zu dem er will, schon auf seinem jetzigen Niveau. Und das hätte er wohl auch schon letztes Jahr tun können", verriet Raiola schon im März gegenüber "The Athletic". Und gemeinsam mit dem Vater des Spielers flog der Berater nach Barcelona, um einen ersten Austausch mit dem dort ansässigen Klub zu führen. Nicht nur das, die Reise ging noch weiter, auch mit Real Madrid sprach man. Das Signal, das vor allem an den BVB gesendet wurde, war schnell deutlich: "Irgendwann endet die Zusammenarbeit. Und wir arbeiten bereits jetzt daran."

Die Faktoren Dortmund und Ausstiegsklausel

Nun gehören zu einem Wechsel mehr Parteien dazu, als ein interessierter Klub und ein Berater, der die Geldscheine bereits vor Augen hat. Der Spieler muss wegwollen und Borussia Dortmund muss ihm diesen Schritt ermöglichen. Zumindest im Sommer 2021. Denn Haaland verfügt über eine Ausstiegsklausel, die aber erst 2022 greift. In einem normalen Sommer würde das wenig bedeuten. Aufgrund der enormen Klasse von Haaland und dem langfristigen Vertrag wäre in der kommenden Transferperiode eine signifikant hohe dreistellige Millionensumme fällig.

Das sollte viele Interessenten abschrecken. Denn die Klubs vermeldeten zuletzt einige Verluste, kein Topteam wird die Pandemie unbeschadet überstehen. Kluge Investitionen sind gefragt. Dortmund will von der hohen Forderung nicht abrücken, das machten die Verantwortlichen bereits klar. Daher ist es wahrscheinlicher, dass sich die Granden des Profifußballs für den Sommer 2022 in Stellung bringen und zusätzlich zur Ausstiegssumme mit Handgeldern, Prämien und weiteren Boni locken.

Haaland: Ein Jahr BVB, dann der nächste Schritt

Dass es im Sommer 2021 Anfragen für Erling Haaland geben könnte, ist keinesfalls ausgeschlossen. Ein Wechsel erscheint nach aktuellem Stand aber nicht als besonders realistisch. Und es scheint, als würde der Norweger zu seinem Glück gezwungen. Denn ein weiteres Jahr in Dortmund dürfte ihm sogar zugutekommen. Der BVB ist eine Mannschaft, deren Spielstil sehr gut zu Haaland passt. Das wird sich auch unter Marco Rose nicht oder nur geringfügig ändern.

Bislang erlebte der 20-Jährige in seiner Karriere fast nur Höhen. Lediglich leichte Konstanzdellen waren zu beklagen. Für Haaland wäre es, sofern er überhaupt einmal in ein größeres Loch fällt, besser, wenn dies in Dortmund geschieht. Der Druck und die mediale Aufmerksamkeit sind auch hier existent, aber nicht derart vorhanden wie bei einem Top-5-Klub.

Hinzu kommt, dass die angesprochenen Elemente im Spiel von Haaland, die noch nicht ideal funktionieren, in einem ruhigen Umfeld eher weiterentwickelt werden können, als wenn Medien, Fans und Mitspieler von ihm in jedem Spiel das Maximum erwarten. Ein weiteres Jahr, um als Spieler zu reifen und noch stärker zu werden, ehe der Wechsel erfolgt, schadet Haaland sicher nicht. Dass der nächste Schritt 2022 erfolgen wird, ist hingegen sehr wahrscheinlich. Und Spieler und Berater setzen alles daran, dass sie sich das beste und lukrativste Projekt aussuchen können.

Verwendete Quellen:

  • Transfermarkt: Erling Haaland Leistungsdaten
  • The Athletic: Mino Raiola and Jonathan Barrett, an audience with two super agents
  • Neunzigplus: Raiola: "Haaland kann zu jedem Verein, zu dem er will"
  • Sport: Bombazo: Mino Raiola y el padre de Haaland, en Barcelona
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