Heute ist Mittwoch und trotzdem läuft Fußball. Es ist also ein guter Mittwoch. Würde der Gegner des FC Bayern München jetzt FC Arsenal, und nicht VfB Stuttgart heißen, könnte man fast meinen, es sei schon wieder Champions League. Aber so handelt es sich doch nur um einen weiteren Liga-"Test" für die Über-Bayern. Oder, Pep Guardiola?

Man könnte dem Trainer des FC Bayern München Überheblichkeit vorwerfen, wenn man ihm nicht irgendwie Recht geben müsste. "Stuttgart ist ein weiterer Test für uns", hatte Pep Guardiola in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart (20:00 Uhr, LIVE bei uns im Ticker und auf Sky) gesagt. Das wirkt den Stuttgartern gegenüber etwas despektierlich und doch meint Bayerns Trainer damit wohl nur, dass er seine "Super-Super-Super"-Mannschaft noch nicht ganz gefunden hat. Die Mannschaft nämlich, die möglichst wieder das Triple schaffen soll.

Bei zehn Punkten Vorsprung auf den Zweiten Bayer Leverkusen ist es nur verständlich, dass Guardiola die Liga zwischenzeitlich als Spielwiese betrachtet. Und so dominant, wie der Rekordmeister die Tabelle anführt, kann sich der Trainer ruhig einen weiteren Test erlauben. Immerhin sind die Bayern noch nicht "auf einem Top-Top-Top-Niveau", meint Guardiola. Zudem muss der Spanier weiterhin ohne Franck Ribery, Arjen Robben, Bastian Schweinsteiger und Javi Martinez auskommen. Doch auch ohne seine Superstars findet der Trainer: "Wir müssen mehr Torchancen kreieren." Und den Gegnern schaudert es beim Gedanken daran, wie denn nur ein "Top-Top-Top-FC-Bayern" aussehen könnte.

Stuttgart hofft auf die Defensive

In Stuttgart jedenfalls macht man sich wohl schon jetzt wenig Hoffnungen, tatsächlich drei Punkte gegen die Bayern holen zu können. "Wir brauchen einen überragenden Tag", meint VfB-Trainer Thomas Schneider. Da dürfte ihm jeder Fan recht geben. Immerhin steht Stuttgart derzeit auf einem enttäuschenden zwölften Platz in der Tabelle und musste sich am Wochenende mit 1:2 dem FSV Mainz 05 geschlagen geben. Ein Sieg gegen den FC Bayern - so unwahrscheinlich er den meisten scheinen mag - könnte dem VfB das nötige Selbstvertrauen zurückbringen.

Schneider setzt dabei vor allem auf seine Abwehr. "Wichtig wird sein, dass unser Defensivkonzept steht. Ich wäre zufrieden, wenn Bayern 80 Prozent Ballbesitz hat und wir zwei Konterchancen haben und 1:0 gewinnen", sagte er in der Pressekonferenz am Dienstag. Man könnte diese Taktik "Angsthasenfußball" nennen oder aber man erinnert sich an die Halbfinal-Spiele des FC Chelsea gegen den FC Barcelona in der Champions-League-Saison 2011/12. Damals trieben die Engländer Guardiolas Ex-Tiki-Taka-Mannschaft mit ihren Defensivkünsten in den Wahnsinn. Kann also durchaus funktionieren.

Guardiola begnadigt Mandzukic

Allerdings hat Guardiola Mario Mandzukic begnadigt, nachdem er ihn zuletzt wegen schlechter Trainingsleistung für das Spiel gegen Gladbach aus dem Kader gestrichen hatte. Und der Stürmer ist in der Bringschuld, wie es Bundestrainer Joachim Löw vermutlich formulieren würde. Gut für Mandzukic, schlecht für Stuttgart. Denn da sind Tore durch den Kroaten fast schon vorprogrammiert. Auch wenn ihn der Bayern-Trainer vermutlich erst einmal auf der Bank schmoren lassen wird. Immerhin hat Mandzukic nur "okay" trainiert. Nicht "super-super", nicht einmal "super", nur "okay". Das klingt aus Guardiolas Mund fast wie eine Beleidigung für den vermeintlich abwanderungswilligen Stürmer. Dennoch kann der Trainer auf Mandzukic eigentlich kaum verzichten, immerhin hat dieser in den letzten beiden Liga-Spielen gegen den VfB jeweils einmal getroffen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakaii, Schwaab, Rüdiger, Rausch - Leitner, Gentner - Harnik, Werner - Ibisevic, Abdellaoue

FC Bayern: Neuer - Rafinha, Boateng, Dante, Alaba - Lahm - Müller, Thiago, Kroos, Shaqiri - Götze

Schiedsrichter: Manuel Gräfe