Titan gegen Turbofranzosen: Im Viertelfinale der WM 2014 in Brasilien (Freitag, 18:00 Uhr in der ARD und live bei uns im Ticker) stehen sich die Weltklassespieler von Deutschland und Frankreich gegenüber. Auf wen kommt es besonders an? In diesen fünf Duellen wird sich das Spiel entscheiden.

Frankreich spielt bei der Weltmeisterschaft für manche überraschend stark, musste sich doch die "Equipe Tricolore" erst mühsam über die Playoffs für die WM 2014 qualifizieren. Auch den Ausfall von Flügelstürmer Franck Ribery hatten "Les Bleus" zu verkraften. Doch Trainer Didier Deschamps hat seine Franzosen hervorragend eingestellt und all den Ärger der WM 2010 vergessen lassen.

Frankreich gegen Deutschland heißt auch: Müller gegen Benzema.

Manuel Neuer gegen Karim Benzema

Karim Benzema ist derzeit in der Form seines Lebens. Nach einer überzeugenden Saison bei Real Madrid trifft der Angreifer endlich auch regelmäßig für die französische Nationalmannschaft. Drei Vorlagen und drei Tore darf Benzema auf seinem WM-Konto verbuchen. Es könnten sogar noch mehr Treffer sein, wenn die Fifa und der Schiedsrichter nicht wäre. Aber der 26-Jährige scheitert auch an sich selbst, wenn er beste Chancen nicht nutzt. Die gefährlichste Eigenschaft für die deutsche Abwehr dürfte seine Konterstärke sein. Der Turbofranzose kann sowohl durch die Mitte als auch über den Flügel abziehen.

Zum Glück spielt für die DFB-Elf hinter der Viererkette noch ein Libero: Manuel Neuer hat durch seine Spielweise die Durchbrüche der Algerier titanenhaft gestoppt. Entscheidend sind dabei die gute Spielübersicht des Torwarts und seine Zweikampfstärke, die ihm auch im Duell mit dem körperbetonten Benzema helfen werden. Dank Neuers Solonummern machte unter den Fans der Witz die Runde, dass es der Keeper auch allein mit den Franzosen aufnehmen könnte.

Gegen Algerien hat sich die deutsche Nationalmannschaft mit Ach und Krach für das Viertelfinale der WM in Brasilien qualifiziert. Jetzt wartet mit Frankreich ein richtig harter Brocken. Der Titel ist unsicherer den je. Zum Glück gibt es einige Kategorien, in denen sich die DFB-Elf bereits jetzt als Weltmeister feiern lassen kann.

Mats Hummels gegen Mathieu Valbuena

Wie fit ist Mats Hummels? Den neuesten Meldungen zufolge soll sich der Innenverteidiger von seiner leichten Grippe erholt haben. Sein Fehlen dürfte einer der Gründe für die schlampige Abwehrleistung der Nationalmannschaft im Spiel gegen Algerien gewesen sein. Hummels glänzt sowohl als Abräumer als auch im Spielaufbau und als Vollstrecker bei Eckbällen.

Vom Größenunterschied her dürfte die Sache klar sein. Doch 1,92 Meter-Mann Mats Hummels sollte den 1,67 Meter kleinen Mathieu Valbuena nicht unterschätzen. Von seinem Trainer wird der wuselige Franzose "unverzichtbar" genannt. Als Spielmacher und Flankengeber macht er die französische Offensive erst so richtig gefährlich.

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We call it a Klassiker

Gegen Frankreich, den deutschen Gegner im Viertelfinale der WM 2014 in Brasilien gab es bereits einige emotionale Duelle.

Bastian Schweinsteiger gegen Paul Pogba

Wer gegen Frankreich im deutschen Mittelfeld spielt, wissen nur Gott und Joachim Löw. Argumente für seine Berufung in die Startelf hat der zuletzt wortkarge Bastian Schweinsteiger auf dem Platz statt in Interviews gesammelt.

Der Leader vom Typ alter Schule würde es im Mittelfeld mit einem aufstrebenden Talent moderner Prägung zu tun bekommen. Wegen seiner schlackernden Beinen wird Paul Pogba "Krake Paul" gerufen. Der 21-jährige Star von Juventus Turin gilt als unberechenbar. Leider auch im Umgang mit seinem hitzigen Temperament.

Toni Kroos gegen Yohan Cabaye

Nach drei starken Spielen in der Vorrunde leistete sich Toni Kroos gegen Algerien ein schwächeres. Im Mittelfeld wird der Offensivmann vom FC Bayern München Yohan Cabaye überwinden müssen, um Angriffe auf das gegnerische Tor einzuleiten. Der 28-jährige Franzose von Paris Saint Germain hält die Abwehr der "Les Bleus" stabil und ist ähnlich wie Kroos für seine Schusskraft bekannt.

Thomas Müller gegen Hugo Lloris

Erst zwei Gegentore kassierte die französische Defensive beim Turnier in Brasilien. Und die fielen in den letzten Minuten bei dem ungefährdeten Sieg über die Schweiz. Andererseits wartet mit Deutschland der erste Weltklassegegner bei dieser WM auf Frankreich. Für Hugo Lloris, ein eher durchschnittlicher Torwart von Tottenham Hotspur, dürfte die Arbeit gegen die Deutschen deutlich anspruchsvoller werden.

Besonders wegen Thomas Müller, den Albtraum jedes Verteidigers. Nie weiß der Bewacher, was der Bayern-Star als nächstes vorhat - nicht einmal Müller selbst. Versucht er beim Freistoß einen Kopfball? Versteckt er sich hinter der Eckfahne? Verwandelt er im Sitzen einen Elfmeter? Wir dürfen gespannt sein.

Mit Material der dpa