Ein Länderspiel ist für jeden Spieler eine Ehre. Das gilt erst recht für Debütanten. Philipp Max überzeugt im Test gegen Tschechien, schlägt die Flanke zum deutschen Siegtor. Zu diesem Zeitpunkt ist er bereits "sehr zufrieden", weil länger Nationalspieler als sein berühmter Vater Martin.

Mehr Nationalmannschafts-Themen finden Sie hier

Als 27-Jähriger befindet sich Philipp Max für einen Länderspiel-Debütanten bereits im gesetzteren Alter. Die Stunde des ehemaligen Augsburgers, der seit Sommer an der Seite Mario Götzes für die PSV Eindhoven spielt, schlug im Test der DFB-Auswahl gegen Tschechien in Leipzig.

Max kann bereits auf Erfahrung auf großer Bühne verweisen: 2016 holte der Linksverteidiger in Rio de Janeiro mit der Olympia-Mannschaft in einem unvergessenen Finale gegen Gastgeber Brasilien die Silbermedaille. Dieser Erfolg ist eine der größten Überraschungen in der deutschen Fußball-Geschichte.

Max war dabei und drängte sich in der Folge mit seinen stabilen Leistungen für den FC Augsburg immer wieder für eine Berufung in die A-Elf Joachim Löws auf. Max fiel vor allem immer wieder als Vorlagengeber positiv auf.

Philipp Max debütiert 18 Jahre nach seinem Vater Martin Max

In Leipzig war es endlich so weit: Philipp Max wurde A-Nationalspieler. "Das ist ein ganz besonderer Tag, auch für meine Familie und Freunde", freute sich Max nach seinem gelungenen Auftritt am Mikrofon des übertragenden Senders RTL. "Ich bin sehr froh, glücklich und stolz, dass ich heute mein erstes Länderspiel machen durfte" - mehr als 18 Jahre nach dem Debüt seines Vaters Martin.

Philipp Max' aktueller Verein, die PSV Eindhoven, und sein ehemaliger, der FC Augsburg, meldeten sich anlässlich der ersten Berufung per Tweets und wünschten viel Glück.

Martin Max hatte auf seinen Einsatz noch länger warten müssen als sein Sohn. Martin Max gehört als 33-Jähriger zu den ältesten Debütanten der DFB-Geschichte. Am 17. April 2002 in Stuttgart ersetzte Max, damals mit 16 Toren nach 32 Spieltagen bester Schütze der Bundesliga, beim 0:1 gegen Argentinien für die letzten sieben Spielminuten den damaligen Bremer Torsten Frings, heute Trainer des Drittligisten SV Meppen.

Der damals beste Stürmer der Bundesliga, Martin Max kommt am 17. April 2002 im Vorfeld der WM in Japan und Südkorea zu seinem Länderspieldebüt - es dauert jedoch in Stuttgart gegen Argentinien nur sieben Minuten. Zur WM nimmt Teamchef Rudi Völler statt Max' den in der Bundesliga damals torlosen Carsten Jancker mit.

Martin Max war als Nationalspieler nur dieser kurze Auftritt vergönnt. Darauf angesprochen, gab Philipp Max nach dem 1:0 über Tschechien zu: "Nach zehn Minuten habe ich kurz auf die Uhr geguckt, da habe ich ihn überholt und war sehr zufrieden."

Der damalige Münchner Löwe Martin Max besaß trotz seiner Treffsicherheit und seiner Titel als Torschützenkönig in der Bundesliga (2000, 2002) keine besondere Lobby. Zur WM in Japan und Südkorea nahm der damalige Teamchef Rudi Völler den Mittelstürmer 2002 nicht mit.

Nico Schulz ersetzt starken Philipp Max nach 69 Minuten

Philipp Max indes hat seine Chancen, im Sommer 2021 in Löws EM-Kader zu stehen, mit seinen 69 Minuten in Leipzig (für ihn kam der Dortmunder Nico Schulz) nicht nur gewahrt, sondern verbessert.

Nicht nur wegen Max' Vorlage für Luca Waldschmidt, die in der 13. Minute zum entscheidenden 1:0 führte, fand der Bundestrainer lobende Worte für den Neuling. "Philipp hat das Tor sehr schön vorbereitet." Löw bezog Max auch in sein insgesamt positives Fazit mit ein. "Ich möchte jedem einzelnen Spieler ein großes Lob aussprechen was Einsatz, Motivation und Laufbereitschaft betrifft."

Insbesondere imponierte Löw, wie "mutig" Max auf links und - ebenfalls während seiner Länderspiel-Premiere - Ridle Baku über rechts "die Linie beackert" hätten. "Es waren sehr gute Ansätze."

Lesen Sie auch: Löw lobt seine Azubis

Verwendete Quellen:

  • kicker.de: Max überholt seinen Vater: "Nach zehn Minuten habe ich kurz auf die Uhr geguckt"
  • "kicker"-Sonderheft "Finale 2001/02"
Bildergalerie starten

Große Siege, desaströse Niederlagen: Deutschlands EM-Finals

Eigentlich hätte am 12. Juli das Finale der EM 2020 stattgefunden. Eigentlich. Denn dank Corona ist heute einfach ein stinknormaler Sonntag und uns bleibt nichts anderes übrig, als in Erinnerungen zu schwelgen. An all die EM-Endspiele, die Deutschland schon erreicht hat. Vielleicht kommt zumindest nächstes Jahr noch eins dazu.