Für den kriselnden BVB geht es bereits früh in der Saison in die entscheidende Phase: Bis zur kommenden Länderspielpause Mitte November warten auf Borussia Dortmund sieben Top-Spiele. Anschließend dürfte sich entscheiden, wohin die Reise des BVB in dieser Saison geht - und die des Trainers.

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Die Bundesliga-Spieler sind nach den Länderspielen zu ihren Vereinen zurückgekehrt. Borussia Dortmund hatte nationenübergreifend zwölf Mann aus dem 26-köpfigen Profikader abgestellt. Akribisches Arbeiten war in Dortmund für Trainer Lucien Favre also nicht möglich. Dabei wäre genau das beim BVB derzeit notwendig.

Die Dortmunder spielten in der Bundesliga zuletzt dreimal in Folge 2:2-Unentschieden. In der Tabelle fielen sie auf Position acht zurück - viel zu wenig, wenn es nach den eigenen Ansprüchen geht, Meister werden zu wollen.

Bundesliga-Topspiel zwischen BVB und Borussia Mönchengladbach

Nun gastiert ausgerechnet der Tabellenführer im Signal Iduna Park. Am Samstagabend (18:30 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) kommt es in Dortmund zum Top-Spiel gegen die Borussia aus Mönchengladbach.

Zwar trennen Gladbach und den BVB nach sieben Spieltagen lediglich vier Zähler, doch dürfen sich die Dortmunder keine weiteren Punktverluste mehr erlauben, wenn sie an der Spitzengruppe dranbleiben wollen. Zu viele Zähler büßten der BVB gegen vermeintlich schwächere Gegner ein als jene, mit denen es der NRW-Klub in den kommenden Wochen zu tun bekommt.

Hammer-Programm für Dortmund

Der BVB hat ein brutales Programm vor der Brust. In der Bundesliga geht es nach dem Knaller am Samstag um die vorläufige Vorherrschaft im Ruhrgebiet. Abgesehen von der vergangenen Saison, gewann der BVB letztmals 2013 ein Derby auf Schalke.

Danach folgt der VfL Wolfsburg - derzeit Tabellenzweiter und wettbewerbsübergreifend noch ungeschlagen. Mit erst vier Gegentoren stellen die Wölfe auch die bislang beste Abwehr der Liga.

Als wären Gladbach, Schalke und Wolfsburg nicht genug, kommt es für den BVB am 9. November hammerhart: Dann steigt in München der "deutsche Clasico" gegen den FC Bayern. Die Duelle der zwei deutschen Spitzenmannschaften der vergangenen Jahre gingen für die Dortmunder in München selten gut aus. Vergangene Saison setzte es eine 0:5-Klatsche, im Vorjahr eine 0:6-Packung.

Erlebt Lucien Favre die nächste Länderspielpause?

Mit der Partie gegen die Münchner enden die Kracher-Wochen für den BVB vorerst - und die Bundesliga verabschiedet sich erneut in die Länderspielpause. Doch zwischenzeitlich trifft die Borussia in der Champions-League-Gruppenphase noch zweimal auf Inter Mailand und in der zweiten Runde des DFB-Pokals erneut auf Mönchengladbach - 7 Top-Spiele in 22 Tagen.

Anschließend dürfte klar sein, wohin die Reise von Borussia Dortmund in dieser Saison geht - und was mit Lucien Favre passiert. Zwar genießt der Trainer derzeit noch Rückendeckung von der Vereinsführung, doch dürfte es für den Schweizer bei schwachen Ergebnissen allmählich ungemütlich werden. Erst kürzlich sagte Sportdirektor Michael Zorc der "Bild", dass die Situation "grundsätzlich unbefriedigend" sei.

Die formschwachen Dortmunder überzeugten zuletzt weder spielerisch noch mit Ergebnissen. Zwei Pleiten gegen Inter Mailand, derzeit Tabellenzweiter der Serie A mit sechs Siegen aus sieben Partien, würden das Aus in der Champions League bedeuten. Auserkorenes Ziel: das Achtelfinale.

Bliebe der nationale Pokal: Ein Ausscheiden in der zweiten Runde des DFB-Pokals wäre - unabhängig vom Gegner - eine Blamage für die Dortmunder, die in den vergangenen sechs Jahren viermal im Finale standen. Vor dem Achtelfinale aus dem Pokal verabschiedete sich der BVB letztmals in der Saison 2010/2011 (2:4 nach Elfmeterschießen gegen die Kickers Offenbach).

Der BVB kann sehr viel verlieren

Der BVB kann in den kommenden Wochen sehr viel verlieren. Das gilt insbesondere für Favre. Am Schweizer liegt es auch, seine Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Doch hat er sich in seiner Karriere bislang keinen Namen als Krisen-Manager gemacht.

Wie es um den Schweizer derzeit steht, zeigt auch eine Aussage von Roman Bürki, der sich in die Trainer-Diskussion einmischt. Fast schon demonstrativ stellte sich der BVB-Torwart am Mittwoch in einem "Bild"-Interview vor Favre: "Der Trainer ist ein hervorragender Taktiker, der immer versucht, eine gesunde Positivität in die Kabine zu bringen. (...) Wir sind ein Team – es liegt an uns Spielern, gemeinsam da herauszukommen", sagte er der Boulevard-Zeitung.

Natürlich haben die Dortmunder in den kommenden Wochen aber auch die Chance, einiges wieder geradezubiegen, eine gute Ausgangslage im Kampf um die Meisterschaft und den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale sowie in die nächste Runde des DFB-Pokals zu schaffen.

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