Der BVB kehrt zurück auf die große Fußballbühne, Freiburg zahlt 300.000 Euro für den Klassenerhalt und Huub Stevens beweist, dass er kein Händchen hat. Derweil ranken sich um Manuel Neuer fiese Gerüchte. In unserer Serie ziehen wir die etwas anderen und meist nicht ganz ernst gemeinten Lehren des jeweiligen Spieltags der Fußball-Bundesliga.

1. Erkenntnis: BVB kehrt auf die große Fußballbühne zurück

Wow, was für eine Rückkehr auf die große Fußballbühne! Nur drei Tage nach dem knappen und unglücklichen Aus in der Champions League gegen Juventus Turin hat der BVB in der Bundesliga eine Galavorstellung gezeigt und Hannover beim 3:2-Sieg an die Wand gespielt. Dass Hannover mit drei Punkten die schlechteste Rückrundenmannschaft ist und gegen Dortmund 30 Minuten mit zehn Mann gespielt hat, schmälert die BVB-Leistung nicht mal im Ansatz. Also wirklich gar nicht.

Jetzt steht Dortmund in der Liga endlich wieder da, wo sie leistungsmäßig hingehören. Gemeint ist nicht Tabellenplatz zehn, das wäre viel zu oberflächlich. Nein, um die Dortmunder Leistungsfähigkeit einzuschätzen, bedarf es einer genaueren Analyse. Wir trauen uns das natürlich zu – und haben nach einem ganz und gar nicht flüchtigen Blick auf die Tabelle erkannt: Der BVB steht erstmals in dieser Saison punktemäßig näher an den internationalen Plätzen als an den Abstiegsrängen. Und nach den Topleistungen in den vergangenen Wochen (fünf Punkte und 3:2 Tore aus den letzten drei Spielen), ist das bestimmt nicht nur eine Momentaufnahme.

Da ist es doch nur logisch, wenn Pierre-Emerick Aubameyang ein neues, zwar hochgestecktes, aber auf keinen Fall verwegenes Saisonziel ausgibt: die Qualifikation für die Europa League. Oder halten Sie das etwa für vermessen?

2. Erkenntnis: Freiburg kauft sich Klassenerhalt für 300.000 Euro

Viel hat der SC Freiburg ja nicht. Nur der Etat von Paderborn (15 Millionen Euro) ist noch kleiner als der von Freiburg (19 Millionen). Um trotzdem auch im sechsten Jahr in Folge nicht abzusteigen, muss das wenige Geld eben richtig investiert werden. Und da ist Freiburg einsame Spitze.

So werden im Breisgau nicht einfach Spieler gekauft, weil sie woanders mal vor vier oder fünf Jahren eine gute Saison gespielt haben. Nein, im Breisgau werden solche Spieler ausgeliehen. Wie zum Beispiel Nils Petersen. Bremen wollte ihn im Winter nicht mehr, Freiburg hat zugeschlagen. Petersen wiederum hat eingeschlagen - und in den vier Spielen, die er für den SC gemacht hat, auch getroffen. Eine starke Quote für einen, der gerade mal 200.000 Euro kostet.

Noch billiger ist der zweite Garant dafür, dass Freiburg ganz bestimmt die Liga hält. Ihn hat der SC für schlappe 100.000 Euro verpflichtet. Oder besser: verpflanzt. Aus Slowenien. Denn da kommt der neue Rasen her, den sich die Freiburger geleistet haben. Anders als Petersen soll er nicht für mehr Offensivpower sorgen, sondern dafür, dass "wir wieder besser Fußball spielen. Deshalb sind wir froh, dass wir ihn haben." (SC-Trainer Christian Streich über den neuen Rasen.)

Und wir sind froh, dass wir Freiburg auch in der kommenden Saison wohl in der ersten Liga haben. Warum wir uns da so sicher sind? Weil sich Freiburg schon im vergangenen Jahr für den Abstiegskampf einen neuen Rasen geleistet hat und die folgenden vier Spiele gewonnen hat. Und Petersen hatten sie da noch gar nicht.

3. Erkenntnis: Huub Stevens hat kein Händchen

Auch der VfB Stuttgart hat sich am Wochenende den Klassenerhalt gesichert – aus dem genau gegenteiligen Grund von Freiburg: Weil Trainer Huub Stevens nichts ausgewechselt hat. Also nicht nichts, sondern nicht Alexandru Maxim. Beim Stand von 0:1 hätte er eigentlich vom Platz gesollt, am Spielfeldrand stand bereits sein Ersatz bereit.

Doch dann hat Maxim das gemacht, was er schon so lange nicht mehr gemacht hat: ein Tor eingeleitet. Dass er dann auch noch das 2:1 vorbereitet und das 3:1 selbst geschossen hat, ist einzig und alleine der ausgebufften Nicht-Einwechsel-Taktik von Stevens zu verdanken.

Stuttgart ist trotz des Sieges zwar immer noch Tabellenletzter, aber bestimmt nicht mehr lange. Denn wenn ein Trainer so ein Nicht-Händchen beweist, bleibt seinem Team nur eins: Nicht-Absteigen.

4. Erkenntnis: Manuel Neuer ist angeblich fehlbar

Schlimme Gerüchte um Manuel Neuer: Angeblich ist der Welttorhüter fehlbar! Demnach soll Neuer mit einem Patzer die Münchner Niederlage gegen Gladbach eingeleitet haben. Böse Zungen behaupten sogar, dass der Bayern-Keeper den Schuss von Raffael ins eigene Tor geschoben hat.

Doch mittlerweile wurden die Gerüchte widerlegt: Zwar war der Mann im Tor Manuel Neuer, aber der Ball nicht hinter der Linie. Sieht doch jeder: