US-Präsident Donald Trump verprellt seine Verbündeten. Frank Plasberg möchte deshalb mit seinen Gästen diskutieren, wer stattdessen den freien Westen vertreten soll. Richtig interessant wird es aber, als eine Juristin aus New York Trumps Regierungsstil mit nordkoreanischen Verhältnissen vergleicht.

"Kann man sich an einen Präsidenten Donald Trump gewöhnen?", fragt Frank Plasberg, als er am Montagabend in die jüngste Ausgabe von "Hart aber fair" einführt.

Müssten nun Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesrepublik Deutschland dem freien Westen vorangehen, fragt er weiter, da der US-Präsident schließlich reihenweise Abkommen aufkündige und den klaren Fokus auf die Innenpolitik lege.

Sandra Navidi schießt gegen Donald Trump

In einer unerwartet moderaten Runde kann sich eine definitiv nicht an Trump gewöhnen: Sandra Navidi. Die deutsche Juristin, die in New York eine Beratungsfirma leitet, wettert eifrig gegen den Republikaner und dessen Führungsstil.

Drastisch wird es, als Plasberg einen Einspieler zeigen lässt, in dem die US-amerikanischen Minister bei einer Kabinettssitzung Trump dafür danken, unter ihm – so teils wörtlich – dienen zu dürfen.

Trump-Kritikerin zieht Nordkorea-Vergleich

"Solch eine Darbietung ist völlig normal, wenn man sich in Nordkorea befindet. Man muss sich fragen: Wie weit würden Kabinettsmitglieder gehen? Wie weit würden sie sich tatsächlich erniedrigen lassen? Wo ziehen sie einen Strich?", fragt sie sichtlich echauffiert und macht aus ihrer Ablehnung gegen Trump keinen Hehl.

Es ist nicht der einzige Vorwurf Navidis. "Deutsche Politiker haben keine finanziellen Vorteile. Das sieht bei Trump anders aus", meint sie und spricht angebliche Verflechtungen des US-Präsidenten mit russischen Interessen an. "Mehrere Geheimdienste haben gesagt, dass die Russen die Wahlen beeinflusst haben. Das muss man erstmal abwarten."

Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump?

Navidi hofft offenbar auf ein Amtsenthebungsverfahren wegen der Verdachtsmomente gegen Trump, er habe mit den Russen gemauschelt. Ob dieses kommt, ist zumindest fraglich.

Allan Lichtman ist einer der Wenigen, die zu einem sehr frühen Zeitpunkt Donald Trumps Sieg bei der US-Wahl korrekt vorhergesagt hatten. Jüngst machte er eine neue Vorhersage, die Trump betrifft: sein politisches Ende durch ein Amtsenthebungsverfahren. Nach den aktuellen Aussagen von FBI-Chef James Comey ist er damit nicht mehr alleine. Wie realistisch wäre ein "Impeachment"?


Sicher ist: Trump hat in der Runde bei Plasberg einen Verteidiger. Ralph Freund ist der Vize-Präsident der "Republicans Overseas Germany", sprich der Vertretung der amerikanischen Republikaner in Deutschland.

Er hält Navidi vor: "Ich finde Nordkorea einen schwachen Vergleich." Navidi entgegnet: "Man kann Nationalstolz leben, ohne sich zu erniedrigen."

Wortgefecht um Donald Trump

Freund versucht – mehr schlecht als recht - sich zur Wehr zu setzen. "Sie sind Donald Trump verpflichtet, haben völlig überraschend eine Wahl gewonnen und sind jetzt im Erfolgsdrang", meint er zu den öffentlich gefügigen US-Ministern.

"Amerika ist sehr stolz auf vieles. Das passt da rein." Trump sei schließlich angetreten, um das Washingtoner Monster zu zähmen, sagt er, das Politik-Establishment in der Hauptstadt.

Navidi ist da längst, wenn auch abgebrüht und kontrolliert, in Rage. "Auf Donald Trump kann man sich nicht verlassen", sagte sie. "Er widerspricht nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Ministern."

CDU-Politiker ist wegen Trump-Ministern besorgt

Diesen steht in der Sendung auch Peter Altmaier (CDU) kritisch gegenüber, immerhin der Kanzleramtschef Merkels. "Die haben nie in einem Ausschuss oder einem Ministerium gelernt, wie man sich ausdrücken muss. Das macht einen nachdenklich", sagt der 60-Jährige.

Ein Elektriker zum Beispiel müsse seinen Job ja auch erst lernen. In der Tat kommen reihenweise Minister Trumps aus der freien Wirtschaft. So wie umgekehrt Kritikerin Navidi.

Sie nennt den US-Präsidenten am Ende der Sendung schließlich "den erfolgreichsten Hochstapler aller Zeiten". Wer dem freien Westen statt seiner vorangehen könnte, wird am Ende übrigens nur kurz skizziert: ein Dreigestirn aus Deutschland, Frankreich und EU-Ratspräsident. Dagegen hat dann auch Navidi nichts einzuwenden.

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