Es hätte die ganz große Pokalsensation werden können, doch die Reise des 1. FC Saarbrücken endet im Halbfinale. Bayer 04 Leverkusen war einfach doch eine Nummer zu groß. Eine Tatsache, mit der Saarbrückens Trainer Lukas Kwasniok deutlich zu kämpfen hatte. Seinen Frust ließ er prompt an einem ARD-Reporter aus.

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Es war eine beeindruckende Reise, die der 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal hingelegt hatte. Doch nach Siegen unter anderem über Köln, Karlsruhe und Düsseldorf war Bayer 04 Leverkusen für den Viertligisten doch einfach eine Nummer zu kaltschnäuzig.

Obwohl Saarbrücken trotz der 0:3-Niederlage am Dienstagabend stolz auf die eigene Leistung sein kann, war Trainer Lukas Kwasniok kurz nach dem Abpfiff der Frust deutlich anzumerken. Zunächst bescheinigte er einem ARD-Reporter, der das ultradefensive 5-5-0-System hinterfragt hatte, etwas taktlos "geistigen Dünnpfiff". Dann ging er auch mit seiner Mannschaft hart ins Gericht: "Wir wollten alle Waffen ziehen und haben mit Wattebällchen geworfen."

Kwasniok braucht erstmal "zwei Frust-Bier"

Sein Team habe sich "achtbar aus der Affäre gezogen und nicht abschlachten lassen. Aber unter dem Strich überwiegt die Enttäuschung. Deshalb wird es jetzt erst einmal ein, zwei Frust-Bier geben", sagte der 38-Jährige.

"Es war eine fantastische Reise. Aber es war nur noch ein Step bis zu einem Wunder. Wenn man da keine Enttäuschung zeigen würde, wären alle Parolen davor Luftschlösser und Worthülsen gewesen", sagte Kwasniok.

Irgendwann, so Kwasniok, würden alle stolz auf das Erreichte sein. "Aber das wird wohl erst kommen, wenn wir unsere Frauen und Kinder im Arm haben."

Ein sehr ordentliches Trostpflaster gibt es für Saarbrücken jedoch auch: Der Verein geht mit Zusatzeinnahmen von sechs Millionen Euro in die 3. Liga (die Regionalliga Südwest wurde abgebrochen, Saarbrücken steigt als Tabellenführer auf). Und das ist doch auch nicht so schlecht. (ska/dpa)

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