Im Viertelfinale scheitert Manchester City an Tottenham Hotspur. Es ist das dritte Jahr bei den "Sky Blues" ohne Henkelpott. Auch beim FC Bayern München gelang es ihm nie, den Pokal zu gewinnen. Ihm, dem viele nachsagen, er sei der beste Trainer unserer Zeit. Genau darin könnte sein Problem liegen. Bleibt Pep bei ManCity der Unvollendete?

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Es ist mehr als ein Wunsch, es ist eine Mission. Eine Mission, die niemand ausspricht, aber jedem klar ist. Zumindest jedem im Verein, jedem Fan.

Der Meistertitel in der Premier League ist für Manchester City längst nicht genug. Ein schönes Beiwerk, doch die Trophäe der Begehrlichkeit ist der Henkelpott.

Nach einem hochdramatischen Spiel gegen Tottenham Hotspur mit Großchancen auf beiden Seiten verabschiedete sich Manchester City aus der Königsklasse. Die Entscheidung fiel erst in der der dritten Minute der Nachspielzeit, als Raheem Sterling Manchester City mit seinem 5:3 vermeintlich ins Halbfinale geschossen hatte. Nach Prüfung durch den Videoschiedsrichter zählte der Treffer nicht.

Guardiola: Der Beste der Welt scheitert erneut

Wieder scheiterte Manchester City im Viertelfinale der Champions League. Trotz des 4:3-Erfolgs ist das Team von Pep Guardiola ausgeschieden, die Auswärtstore der "Spurs" waren entscheidend.

Wieder ist er geplatzt, der Traum von der Champions League. Pep Guardiola, der als einer der besten Trainer der Welt gilt, scheitert wieder an seinem größten Ziel. Darin könnte das Problem liegen.

Guardiola gilt als Genie unter den Trainern. Während alle anderen versuchen, ihren Job gut zu machen, möchte er ihn noch besser machen. Der 48-Jährige ist ein besessener Taktiker, der versucht, das zu sehen, was alle anderen übersehen.

Kevin de Bruyne beschrieb seinen Trainer in einem Essay für "The Players' Tribune": "Er macht sich so viel Druck – die ganze Zeit. Viel mehr Druck, als wir Spieler ihn verspüren, ich denke, doppelt so viel. Weil er nicht nur am Gewinnen interessiert ist. Er möchte Perfektion."

Wer hätte das gedacht: Abseits des Fußballplatzes plagen auch hochbezahlte Profis Alltagssorgen. So wie Kevin de Bruyne: Der ManCity-Star war sorgar zu schüchtern, seiner späteren Ehefrau eine Twitter-Nachricht zu schicken.

Genialität wird Guardiola zum Verhängnis

Liegt in dieser Genialität sein Problem? Längst gibt es Kritik an Guardiolas Stil, selbst von den Spielern. Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan sagte nach dem verlorenen Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League: "Wir versuchen, das Besondere zu machen, dabei ist weniger manchmal mehr."

Dieser besondere Kniff, der die Mannschaft beflügeln soll, geht oft nach hinten los. Beispiele für die genial-gescheiterte Taktik: Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen die "Spurs" verzichtete Guardiola auf die Stammkräfte Leroy Sané und de Bruyne. Im Viertelfinal-Rückspiel 2017/18 gegen Liverpool setzte Guardiola auf eine ultraoffensive Taktik, City verlor 1:2.

Im Rückspiel gegen die "Spurs" verzichtete Guardiola auf geniale Kniffe, ließ lediglich Sané auf der Bank. City gewann – aber nicht deutlich genug. Der Vorwurf kann lediglich der Abwehr gemacht werden, die drei Gegentore zuließ.

Schon beim FC Bayern ohne Champions-League-Erfolg

Nach dem Triple 2013 holten die Bayern-Bosse Guardiola, damit er das Kunststück wiederholt. Wenn das einer schafft, dann wohl Pep! Mitnichten.

In den drei Jahren unter Guardiola scheiterte der FC Bayern in der Champions League jeweils im Halbfinale.

Auch hier verzockte sich der Coach: 2014 gegen Real Madrid spielte Philipp Lahm als Sechser, Rafinha als Außenverteidiger. Javi Martinez blieb außen vor, Real gewann 1:0.

Im Rückspiel ließ Guardiola seine Spieler über die Taktik mitentscheiden – und ging mit 0:4 unter. Gegen Barcelona 2015 und Atletico 2016 lief es ähnlich.

Gleich in seiner Premierensaison als Cheftrainer beim FC Barcelona holte er den Henkelpott und wiederholte das Kunststück 2011. Seitdem ist der Druck mächtig gewachsen. Stets sieht sich Guardiola mit seiner glorreichen Zeit bei Barcelona konfrontiert.

Wieder ohne Champions-League-Titel: Wie geht es weiter bei Manchester City?

Vom Gewinnen spricht Guardiola nicht gern. Für den Star-Trainer steckt weit mehr dahinter, wie Spieler de Bruyne in "The Players' Tribune" erklärte: "Am Ende geht es beim Projekt Manchester City um mehr als ums Gewinnen. Es geht um eine bestimmte Spielweise und die gesamte Philosophie."

Wie viel Geduld die Klubbosse für Guardiolas Spielphilosophie noch haben? Seit seinem Amtsantritt investierte Manchester City mehr als 600 Millionen Euro in neue Spieler.

"Mein Chef hat mit mir gesprochen und mich darum gebeten, dreimal hintereinander die Champions League zu gewinnen. Das war sein Wunsch", hatte Guardiola vor dem Rückspiel gegen Tottenham sarkastisch gesagt. Er weiß, wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt.

Pep bleibt unvollendet – in der Bundesliga und vorerst in der Premier League. Die Mission aber bleibt.

Verwendete Quellen:

  • FAZ.net: "Die Kritik an Guardiola wird immer lauter"
  • theplayerstribune.com: "Let me talk: Kevin de Bruyne"
  • kicker.de
  • DAZN.com

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