Die 25-fache Anzahl an deutschen Meisterschaften und ein mehr als 350 Millionen Euro wertvollerer Kader: Der FC Bayern München ist dem VfL Wolfsburg in vielerlei Hinsicht weit voraus. Vor dem direkten Duell (20:00 Uhr, LIVE bei Sky und bei uns im Ticker) ziehen wir einen Vergleich der beiden Klubs.

25 Meisterschaften versus eine Meisterschaft

25 deutsche Meisterschaften, 17 DFB-Pokalsiege, fünf Champions-League-Titel: Der FC Bayern München ist der mit Abstand erfolgreichste Verein Deutschlands. Doch es gibt trotzdem den einen oder anderen Rekord, den die Mannschaft von Pep Guardiola gerne zusätzlich einheimsen würde. Lässt der FCB in dieser Saison erneut seine 17 Liga-Konkurrenten hinter sich, ist er der erste Verein, dem es gelingt, viermal in Serie die "hässlichste Salatschüssel der Welt" zu gewinnen und sich zum deutschen Meister zu krönen.

Matthäus kritisiert Ex-Gladbach-Coach für dessen Rücktritt scharf.

Deutlich trister sieht der Trophäenschrank des VfL Wolfsburg aus: In der Saison 2008/09 gewannen die Wölfe ihre einzige deutsche Meisterschaft - es war der erste große Titel für den VfL. Mit dem DFB-Pokalsieg im Mai dieses Jahres (3:1 gegen Borussia Dortmund) sowie dem Triumph nach Elfmeterschießen im Supercup gegen den FCB im August (5:4) wurde die Titelsammlung ein wenig erweitert.

Jüngste Bilanz macht Wolfsburg etwas Hoffnung

Der FC Bayern geht natürlich als Favorit in diese Partie. Die Münchner sollten allerdings gewarnt sein, denn die vergangenen beiden Duelle gewann der VfL. Im Januar schossen die Wölfe den FCB verdient mit 4:1 aus der Volkswagen-Arena, Anfang August sicherte sich der Werksklub gegen die Münchner zudem den Sieg im Supercup.

Vor diesen beiden Spielen gab es für Wolfsburg gegen den FCB allerdings lange nichts zu holen, elf der zwölf direkten Duelle gingen verloren, eine Partie endete remis. 20 seiner 21 Auftritte in München beendete der VfL als Verlierer, einzig im Dezember 2001 holte Wolfsburg einmal einen Zähler beim deutschen Rekordmeister.

VfL Wolfsburg mit positivem Transfersaldo

Kein Bundesliga-Klub hat in der Sommer-Transferperiode mehr Geld für neue Spieler ausgegeben als der FC Bayern München. Laut "transfermarkt.de" blätterte der FCB 86 Millionen Euro für seine prominenten Zugänge wie Douglas Costa oder Arturo Vidal hin, 31,5 Millionen Euro nahmen die Bayern durch Verkäufe (unter anderen Bastian Schweinsteiger und Dante) ein.

Der VfL Wolfsburg hat im Gegensatz zu den Bayern ein positives Transfersaldo erwirtschaftet: Rund 39 Millionen Euro nahm der Klub durch Transfers ein. Das liegt hauptsächlich am Verkauf von Kevin De Bruyne zu Manchester City, der den Wölfen rund 75 Millionen Euro in die Kasse spülte.

FC Bayern München bezahlt deutlich mehr Gehalt

"Geld schießt keine Tore" - diese alte Weisheit von Trainerlegende Otto Rehhagel wurde im Profi-Fußball bereits häufiger widerlegt. Schließlich spielen auch die Bayern-Profis nicht für ein paar Streicheleinheiten von Pep Guardiola beim FCB. Laut "Sport Bild" bezahlten die Münchner in der Vorsaison rund 160 Millionen Euro Gehalt an ihre Kicker. Die Deutsche Presse-Agentur bezifferte den Lizenzspieleretat für diese Saison zuletzt gar auf rund 190 Millionen Euro. Damit liegen die Münchner auch in diesem Punkt weit vor dem VfL. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung vom Juli dieses Jahres bezahlt Wolfsburg rund 90 Millionen Euro pro Jahr für seine Spieler. Offizielle Angaben der Klubs gibt es dazu nicht.

Bayern-Kader doppelt so wertvoll wie "Wölfe"-Kader

Der FC Bayern stellt mit Abstand den teuersten Kader der Bundesliga. Laut "transfermarkt.de" ist ein Bayern-Profi im Durchschnitt fast 20 Millionen Euro wert. Thomas Müller ist mit 55 Millionen Euro der kostbarste Münchner im insgesamt 559 Millionen Euro teuren Kader.

Der VfL Wolfsburg spielt auch in dieser Kategorie nicht auf dem gleichen Level wie der FC Bayern. Rund 206 Millionen Euro beträgt der Marktwert sämtlicher "Wölfe", der wertvollste ist Linksverteidiger Ricardo Rodriguez mit 28 Millionen Euro.

FC Bayern München hat deutlich mehr Mitglieder

Auch in dieser Kategorie kann Wolfsburg dem FCB nicht das Wasser reichen. Während die Wölfe lediglich 19.500 zahlende Mitglieder vorweisen, sind es beim FC Bayern München mehr als eine Viertelmillion. Im November 2014 wurde die 250.000-Mitglieder-Marke geknackt. Einzig der portugiesische Traditionsklub Benfica Lissabon soll mit 270.000 Mitgliedern knapp vor dem FC Bayern (aktuell rund 258.000 Mitglieder) rangieren.

FC Bayern München ein Zuschauermagnet - VfL Wolfsburg nicht

"Das ist enttäuschend, das hat die Mannschaft nicht verdient", schimpfte Wolfsburg-Manager Klaus Allofs vor gut einer Woche über die geringe Zuschauerresonanz beim Champions-League-Heimspiel gegen ZSKA Moskau (1:0). Ironisch fügte er hinzu: "Ich habe die Hymne vor dem Spiel gar nicht mitbekommen. Ich musste erst mal gucken, wo die ganzen Zuschauer sind." In der Tat verirren sich meist nicht allzu viele Wölfe-Fans ins Stadion. Laut "kicker.de" verfolgten in der Vorsaison durchschnittlich 28.199 Zuschauer die Bundesliga-Partien des VfL in der insgesamt 30.000 Menschen fassenden Volkswagen-Arena. Lediglich sechs Spiele waren ausverkauft. Der FC Bayern freut sich hingegen regelmäßig über ein volles Stadion. In allen 17 Heimspielen der Vorsaison war die Allianz Arena mit 72.882 Fans bis auf den letzten Platz gefüllt.