Das Verhältnis von Uli Hoeneß und Paul Breitner ist offenbar nicht mehr zu kitten, doch beendet ist die öffentliche Austragung des Streits noch nicht. Nachdem der Bayern-Präsident am Sonntag noch einmal gegen seinen früheren Freund ausgeteilt hatte, wird nun ein weiteres Detail im Zoff der Bayern-Größen bekannt.

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Uli Hoeneß hat Paul Breitner am Sonntag beim Besuch eines Fanklubs in Oberfranken vorgeworfen, seinen Job als Markenbotschafter des FC Bayern München "nach einer Auseinandersetzung mit Karl-Heinz Rummenigge, wo es auch um Presseauftritte ging", hingeschmissen zu haben. Breitner sei "nicht Opfer, sondern Täter", sagte er.

Nach einem Bericht der "Sport Bild" spielt Hoeneß damit auf einen Streit an, der sich nach der BR-Sendung "Blickpunkt Sport" vom 19. Februar 2017 entzündet haben soll.

Breitner habe als Gast für die Sendung zunächst zugesagt. Weil der Klub zu diesem Zeitpunkt allerdings mit dem Bayerischen Rundfunk im Streit lag, habe Breitner auf Druck der Bayern-Bosse seine Teilnahme abgesagt.

Während Breitner der Sendung also fernblieb, war jedoch der neue FCB-Markenbotschafter Hasan Salihamidzic unter den Gästen im BR-Studio.

Das sei Breitner so übel aufgestoßen, dass er seinen Vertrag bei Bayern kurzerhand hinwarf. Er habe sich in seiner Meinungsfreiheit beschnitten gefühlt.

Auf Nachfrage der "Sport Bild" erklärte der FC Bayern München zu der Angelegenheit, dass Salihamidzics TV-Auftritt durch einen internen Kommunikationsfehler zustande gekommen sei. Uli Hoeneß habe davon nichts gewusst.

Hoeneß: "Das war's für mich"

Nach Breitners jüngstem Auftritt bei "Blickpunkt Sport" im Oktober kühlte sich das Verhältnis zwischen ihm und Bayern weiter ab.

In der BR-Sendung hatte Breitner die legendäre Pressekonferenz der Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge scharf kritisiert, woraufhin er jüngst von Hoeneß von der Ehrentribüne der Allianz Arena verbannt worden war.

Breitner reagierte darauf mit der Ankündigung, seine zwei Ehrenkarten auf Lebenszeit für Spiele des FC Bayern zurückzugeben.

Das Zerwürfnis zwischen den einstigen Freunden und Weggefährten ist allem Anschein nach nicht mehr zu kitten.

Nach der Jahreshauptversammlung in der vergangenen Woche zeigte sich Hoeneß jedenfalls unversöhnlich. "Ich habe mit Paul Breitner gebrochen, als ich aus dem Gefängnis kam - und das war's für mich." (jwo)

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FC Bayern München: Medienschelte bei denkwürdiger Pressekonferenz

Im Zuge einer Pressekonferenz sind die Bosse des FC Bayern hart mit Medienvertretern ins Gericht gegangen. Die Kritik von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß ist eine Reaktion auf die jüngste Berichterstattung über den Verein. (thp/Mit Material der dpa)