• Der Thüringer Verfassungsschutz-Chef Stephan Kramer hat sich für einen Rückzug seiner Bundestagskandidatur entschieden.
  • Er wolle sich auf "mit voller Aufmerksamkeit" auf sein aktuelles Amt konzentrieren.
  • Die SPD hatte Kramer im April zum Direktkandidaten nominiert.

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Der Präsident des thüringischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Stephan Kramer zieht seine Bundestagskandidatur für die SPD in Thüringen zurück. "Angesichts der aktuellen Gefahren und Bedrohungslage habe ich mich für meine Aufgaben als Behördenleiter des Verfassungsschutzes im Land Thüringen entschieden und will mich auf diese mit voller Aufmerksamkeit konzentrieren", teilte Kramer am Freitag in einer Erklärung mit.

Er habe sich zu dem Schritt nach reiflicher Überlegung entschlossen. Die SPD hatte Kramer, der seit 2010 der Partei angehört, im April zum Direktkandidaten im Wahlkreis 192, der den Kreis Gotha und den Ilm-Kreis umfasst, nominiert. Kramer ist seit 2015 Thüringer Verfassungsschutzchef.

Die Entscheidung zum Rückzug sei ihm nicht leicht gefallen, erklärte Kramer. "Die Kandidatur für den Bundestag einerseits und andererseits die Tätigkeit im Verfassungsschutz für die Sicherheit der BürgerInnen und wehrhafte Demokratie im Land Thüringen, sind für mich zwei große Herzensanliegen."

Er habe zudem Grund zur Annahme, "dass antidemokratische Kräfte versuchen, meine Kandidatur als mit meinem Amt als Präsident des Amtes für Verfassungsschutz in Thüringen für unvereinbar darzustellen". (dpa/ari)

Verfassungsschutz beobachtet die gesamte AfD

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat die AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall eingestuft. Offiziell will sich das BfV bisher nicht dazu äußern, da die Partei sich juristisch wehrt und das Eilverfahren noch nicht abgeschlossen ist. (Teaserbild: IMAGO / Christian Spicker)