Keine Wartezeit, das Rezept sofort in die Hand bekommen - für viele Patienten klingt das traumhaft. Dieses Szenario sollen Online-Arztpraxen wahr machen. Doch es gibt ein paar Dinge, die Sie beachten sollten.

Kein Anfahrtsweg, keine Wartezeiten: Wer kurz vor dem Urlaub noch schnell ein Medikament braucht, keine Lust auf überfüllte Wartezimmer hat oder regelmäßig ein bestimmtes Rezept benötigt, kann mit dem Besuch einer Online-Praxis viel Zeit und Nerven sparen. Der Ärzteservice über das Internet ist in manchen Fällen eine Alternative oder Ergänzung zum Arzt vor Ort.

Flip-Flops sind zwar sehr beliebt, aber auch reichlich ungesund.


In Deutschland behandelt erst eine Arztpraxis Patienten im Internet. Das Portal "DrEd.com" erstellt Rezepte für die Bereiche Sexualgesundheit, Malariavorbeugung oder auch Folgeverordnungen für Asthma und Bluthochdruck. Das Unternehmen wurde 2010 in London gegründet und behandelt auch Patienten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Rezept gegen Geld

Wer sich im Internet ein Rezept verschreiben lassen möchte, kann auf der Website an einer Online-Sprechstunde teilnehmen. Das kann auch per Telefon oder Video-Telefonie erfolgen. Anschließend prüfen deutsche Ärzte, die mit dem Portal zusammenarbeiten, die Diagnose und stellen ein Rezept aus. Das wird postalisch innerhalb von einem bis drei Werktagen versandt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf neun bis 29 Euro, das Medikament können Patienten dann zu den apothekenüblichen Preisen kaufen.

Die Konsultation im Internet erfolgt nach den in Großbritannien geltenden ärztlichen Richtlinien. Das ist gesetzlich erlaubt, da eine EU-Richtlinie vorsieht, dass Patienten sich Ärzte innerhalb der Europäischen Union frei aussuchen dürfen.

Erstes Rezept muss aus der Praxis kommen

Den Gang in die Arztpraxis ersetzt das Portal aber nicht immer. Die Bundesregierung hat 2015 ein Gesetz erlassen, nach dem Arzneimittel nur dann von Apothekern ausgegeben werden dürfen, wenn das Rezept dem Patienten persönlich vom Arzt übergeben wurde.

Aktuelle Studie legt Zusammenhang mit Depressionen nahe.


Wer also ein Rezept gegen Bluthochdruck haben möchte, muss mindestens drei Monate lang das gleiche Medikament eingenommen haben. Zudem muss der Bluthochdruck stabil eingestellt sein.

Wer hingegen glaubt, an sexuell übertragbaren Chlamydien zu leiden, der kann online ein Rezept beantragen. Die Ärzte können zwei verschiedene Antibiotika verschreiben.

Kritik am Konzept

Die Stiftung Warentest hat den Online-Dienst 2012 getestet. Dabei bemängelten die Tester, dass zwei Infektionskrankheiten nicht ordentlich erkannt wurden. Der Online-Arzt verschrieb Antibiotika, "obwohl die angegebenen Symptome nur teilweise zum Krankheitsbild passten und ohne dass DrEd für die Diagnose nötige Urintests anforderte", so Stiftung Warentest.

Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery warnt bereits 2013 vor dem Online-Angebot: "Diagnose und Behandlung allein über das Internet können nicht im Interesse der Patienten sein, Wir sehen Angebote wie DrEd äußerst skeptisch."

Tipps für Online-Portale

Wer trotzdem einen Online-Arzt aufsuchen möchte, sollte ein paar Punkte beachten. Dr. Michel Wenger ist ärztlicher Leiter von DrEd und erklärt, welche Faktoren wichtig sind.

1. Nur zugelassene Ärzte konsultieren

Ärzte raten dringend davon ab, den Nies-Reflex bewusst abzubrechen.


Nur ausgebildete Ärzte dürfen medizinisch beraten und behandeln. Sie besitzen eine staatlich geprüfte Zulassung, die in Deutschland durch die Approbationsordnung geregelt ist.

Seriöse Online-Arztpraxen im In- und Ausland werden auch von einer staatlichen Stelle beaufsichtigt, die im Impressum oder bei den Kontaktdaten genannt sein sollte.

2. Datensicherheit

Die Sicherheit von Patientendaten ist besonders wichtig. Echte Online-Ärzte tauschen keine medizinischen Informationen über Email aus, sondern stehen über ein speziell verschlüsseltes Patientenkonto auf der eigenen Website mit den Patienten in Kontakt.

Außerdem sollte die Registrierungsnummer des Arztes in jeder Korrespondenz sichtbar sein.

3. Geprüfte Bezahlvorgänge

Ob auf Rechnung, Sofortüberweisung oder Kreditkarte: Die Bezahlung sollte über verschiedene Wege möglich sein und über TÜV-geprüfte und sicherheitszertifizierte Unternehmen, wie zum Beispiel Klarna, erfolgen.

Über Handtücher können sich Krankheiten schnell verbreiten. Darum sollte man sie immer mindestens bei 40 Grad, in Krankheitsfällen oder bei Gemeinschaftswaschmaschinen bei 60 Grad waschen.