Alte oder kranke Elefanten ziehen sich zum Sterben auf einen Elefantenfriedhof zurück. Diese mystische Vorstellung wird in vielen Legenden, Filmen und Büchern heraufbeschworen. Aber wie erklären Wissenschaftler das Phänomen?

Was es mit dem Bibel-Zitat zur "Zahl des Tieres" auf sich hat.

Um den Ruahafluss in Tansania ziehen im Jahr 1908 viele Elefanten in Herden umher. Als Jäger die Tiere ins Visier nehmen, wird ein Bulle angeschossen. Er zieht sich von seiner Herde zurück und sucht den Sumpf auf. Der deutsche Afrikaforscher Hans Schomburgk hat Fieber und kuriert sich in einem Eingeborenen-Dorf aus. Am nächsten Tag berichten die Einwohner ihm von dem sterbenden Tier.

Schomburgk wird neugierig, er beobachtet den Elefanten fünf Tage lang, wie er im zähen Morast mit hohen Gräsern steht. Das Tier steckt eineinhalb Meter tief im Sumpf und bewegt sich während der ganzen Zeit nicht vom Fleck. Der Forscher sucht nach einer Erklärung, die ihm schließlich die Eingeborenen liefern: Die Tiere wüssten, dass sie sterben müssten, und deshalb zögen sich auf einen Elefantenfriedhof im Wasser zurück.

Der Forscher beschreibt den Ort in seinem Tagebuch mit poetischen Worten: "Hier stirbt er, denn hier kann er in Frieden sterben, nie werden Menschen ihn finden." Auf seinen Reisen durch Afrika entdeckt der Forscher noch einen weiteren Elefantenfriedhof.

Abgelegene und ruhige Orte zum Sterben

Bei vielen Völkern auf dem Kontinent war und ist der Glaube an solche Friedhöfe weit verbreitet. Und tatsächlich findet man an einigen Orten im Dschungel unzählige Knochen von Elefanten. Dort ist es meist ruhig, abgelegen und sumpfig. In den Sagen der Naturvölker heißt es: Hierher gehen die größten lebenden Landtiere instinktiv, wenn sie im Sterben liegen.

Der Volksstamm der Chagga am Rande des Kilimandscharo in Tansania hat diese Legende ein wenig abgewandelt. Jenseits der Schneegrenze soll es in einer unerreichbaren Grube einen riesigen Elefantenfriedhof geben. Seit Generationen stürzen sich die Tiere angeblich am Ende ihres Lebens hinein. Vor allem, um nach dem Tod nicht zur Beute von Aasfressern zu werden.

Ein solcher Ort würde allerdings Wilderer anziehen, die nach Elfenbein suchen. Doch die Chagga-Legende beschreibt den Ort als verflucht. Niemand, der ihn finde und einen Stoßzahn entwende, werde das überleben.

Elefantenfriedhöfe existieren – aber aus einem anderen Grund

Wie diese gigantische Stadt vor 800 Jahren entstand, ist ein Rätsel.

Ein verborgener Ort, an den sich die großen und sanften Tiere zum Sterben zurückziehen? Diese schaurige und gleichzeitig romantische Vorstellung wird bis heute immer wieder in der Populärkultur aufgegriffen – zum Beispiel in Asterix-Comics, in "Tarzan"-Blockbustern, in einem Gedicht von Stephen King und im Disney-Film "Der König der Löwen". Aber was steckt wirklich hinter der mystisch anmutenden Legende?

Forscher bestreiten gar nicht, dass Elefantenfriedhöfe existieren. In bestimmten Gebieten Afrikas und Asiens finden sich tatsächlich an manchen Orten sehr viele Elefantenknochen auf einem Fleck. Elefanten haben auch eine Motivation, sich dorthin zurückzuziehen. Allerdings ist es nicht ein Bewusstsein von "Ich muss bald sterben." Dahinter steckt ein banaler und biologischer Grund: Die Tiere haben Zahnschmerzen.

Elefanten sind die meiste Zeit ihres Lebens mit Fressen beschäftigt – 200 bis 300 Kilogramm Nahrung nehmen sie pro Tag zu sich. Ihr Gebiss muss viel leisten. Daher erneuern sich die Backenzähne von Natur aus bis zu fünfmal im Leben. Im Alter von 50 bis 60 Jahren sind die Zähne jedoch abgenutzt. Jetzt ist das Tier auf weiche Nahrung angewiesen.

Friedhöfe werden in der Trockenzeit sichtbar

Der Elefant trennt sich deshalb von seiner Herde und geht dahin, wo es viel Wasser und weiche Nahrung gibt. Das ist gleichzeitig der Ort, an dem er stirbt, weil er alt und womöglich krank ist. Da das alle greisen Elefanten so machen und in diesen Gegenden mehrere Tiere sterben, häufen sich dort die Knochenfunde.

Zu sehen ist das nur in der Trockenzeit. Denn wenn das Wasser in den Sümpfen und Flüssen hoch steht, sind die Knochen nicht zu entdecken. Erst wenn die Erde austrocknet, werden die Skelette der toten Elefanten freigelegt.

Frauen dürfen in der katholischen Kirche nicht Priester werden, und schon gar nicht Papst. Einer Legende zufolge hat es allerdings vor über 1.000 Jahren eine Frau geschafft, zum Pontifex Maximus zu werden: Päpstin Johanna.