Ja, MTV hatte tatsächlich mal etwas mit Musik zu tun. Doch schon längst geht es beim einstigen Musiksender um Filme, Serien und Shows. Zum bereits 28. Mal wurden nun die besten Leistungen in diesen Bereichen bei den MTV Movie & TV Awards ausgezeichnet. Abräumer des Abends war der Marvel-Blockbuster "Avengers: Endgame".

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

Zweifelhafte Outfits, Skandal-Auftritte und völlig daneben gegangene Moderationen – bei Preisverleihungen kann ziemlich viel in die Hose gehen. Bei den 28. MTV Movie & TV Awards gab es außer ein paar skurrilen Outfits nichts davon. Einigermaßen unterhaltsam war die Show, die am 18. Juni um 3:00 Uhr morgens unserer Zeit gesendet wurde, trotzdem. Der Abend im Überblick:

Die Moderation

Zachary Levi, den meisten bekannt aus der Fernsehserie "Chuck" und seit Kurzem auch durch den DC-Superhelden-Film "Shazam!", führte durch den Abend im Barker Hangar im kalifornischen Santa Monica.

"Ich möchte lustig und positiv sein", kündigte Zachary Levi gleich zu Beginn an und der Moderator sollte sich daran halten. Er brannte kein Gag-Feuerwerk ab, war aber fast durchgehend witzig und charmant.

Besonders seine Kollegen und die Nominierten blieben nicht von ihm verschont, aber alles auf einer respektvollen Ebene – lustig und positiv eben. Als humoristischer Höhepunkt wird wohl vor allem Levis Persiflage von "Game of Thrones" in Erinnerung bleiben.

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Die Nominierten

Drehbuch, Filmmusik oder Kostüme – was bei den Oscars zu den Standard-Kategorien gehört, spielt bei den MTV Movie & TV-Awards keine große Rolle. Die Rubriken heißen hier: "Bester Kuss", "Bester Schurke" oder "Bester Kampf".

Bei den auszuzeichnenden Filmen erhielten der Blockbuster "Avengers: Endgame" und der Dokumentarfilm "RBG" mit jeweils vier die meisten Nominierungen. Ebenfalls viermal nominiert, aber als TV-Serie, wurde das Fantasy-Epos "Game of Thrones"

Dass mit Dwayne Johnson (Generation Award) und Jada Pinkett Smith (Vorreiter-Award) zwei absolute A-Promis ausgezeichnet werden würden, war bereits klar, aber auch sonst waren einige Hochkaräter unter den Nominierten: Serena Williams, Sandra Bullock, Tom Hardy oder Robert Downey Jr, um nur einige zu nennen.

Die Outfits

Auf einige der Outfits konnte man auf den Internetseiten von MTV bereits einen Blick werfen und was man da zu sehen bekam, konnte jedem Ästheten Angst machen. Traditionell geht es bei den MTV-Awards etwas lockerer zu als beispielsweise bei den Oscars. Schauspieler Noah Centineo ließ sich das offenbar nicht zweimal sagen und entschied sich für die maximal lässige Kombination aus schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt und hellen Sneakern.

Sein Kollege, Moderator und Schauspieler Nick Cannon, wollte es da schon etwas offensiver und kam mit einem rüstungsähnlichem Oberteil von Louis Vuitton mit dazugehöriger Gesichtsmaske.

Bei den Damen stachen vor allem Sängerin Lizzo in ihrem neongrünen Faltenkleid und ihre Schauspiel-Kollegin Brie Larson mit einem schwarzen Anzug heraus, auf dessen Oberteil die Hälfte eines riesigen, funkelnden Schmetterlings saß.

Die Show

Es gab nicht den einen Moment, der in Erinnerung bleiben wird, sondern viele nette Einfälle und bewegende Auftritte. Zum Beispiel der etwas naheliegende Kalauer, als Dwayne "The Rock" Johnson den Generation Award erhält und zu einer Tanzperformance des Queen-Hits "We Will Rock You" auf die Bühne kam.

Oder als das Team von "Surviving R. Kelly", einer Doku-Serie über die Missbrauchsvorwürfe gegen den US-Sänger R. Kelly, den Preis für die Beste Dokumentation bekommt und sich bei der Dankesrede voll auf die mutmaßlichen Opfer konzentriert und den Sänger mit keinem Wort erwähnt.

Ansonsten machen es die Preisträger Gastgeber Levi nach und bleiben witzig und positiv. Sandra Bullock spricht äußerst humorvoll über den Wert von Familie, als sie ihren Preis für ihre Rolle in "Bird Box" erhält, Jada Pinkett Smith appelliert an den Vorreiter, der in uns allen schlummert und Dwayne Johnson gibt den Zuschauern den Rat: "Es ist nett, wichtig zu sein, aber es ist wichtiger, nett zu sein."

Der Abräumer des Abends

Auch wenn es genügend weniger massentauglichere Alternativen unter den Nominierten gab, war der Blockbuster "Avengers: Endgame" der Gewinner des Abends.

Viermal waren die "Avengers" nominiert, stolze drei Preise heimste der Superhelden-Film oder seine Darsteller am Ende ein. So gingen die Kategorien bester Film, bester Held und bester Schurke an die Comic-Verfilmung, lediglich in der Kategorie "Bester Kampf" unterlag der Film seinem Marvel-Kollegen "Captain Marvel".

Die wichtigsten Gewinner des Abends:

  • Bester Film: "Avengers: Endgame"
  • Beste TV-Show: "Game of Thrones"
  • Beste Leistung in einem Film: Lady Gaga für "A Star Is Born"
  • Beste Leistung in einer TV-Show: Elisabeth Moss für "The Handmaid's Tale"
  • Beste Leistung in einer Komödie: Daniel Levy für "Schitt's Creek"
  • Bester Held: Robert Downey Jr. für "Avengers: Endgame"
  • Bester Schurke: Josh Brolin für "Avengers: Endgame"
  • Bester Kuss: Noah Centineo und Lana Condor
  • Beste Dokumentation: "Surviving R. Kelly"
  • Bester Kampf: Brie Larson gegen Minn-Erva in "Captain Marvel"
Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde "Shazam" als Marvel-Verfilmung bezeichnet. Wir haben das korrigiert.
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