Angelique Kerber kann am Samstag Tennis-Geschichte schreiben, wenn sie als erste Deutsche seit Steffi Graf das Wimbledon-Finale gewinnt. Wie gut ihre Chancen stehen und warum sich der Beginn des Matches verzögern könnte.

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Angelique Kerber kann sich am Samstag (nicht vor 15.00 Uhr MESZ/Sky und ZDF sowie bei uns im Live-Ticker) als erste deutsche Wimbledonsiegerin seit Steffi Graf vor 22 Jahren verewigen. Wie im Endspiel des Londoner Rasen-Tennisturniers vor zwei Jahren trifft die 30-jährige Kielerin auf die US-Amerikanerin Serena Williams.

"Sie muss absolut ihr bestes Tennis spielen, wenn sie eine Chance haben will", sagt die Damen-Verantwortliche im Deutschen Tennis Bund, Barbara Rittner. Anders als geplant findet noch eine zweite Partie statt.

Das Herren-Halbfinale

Wird das zweite Halbfinale zwischen French-Open-Gewinner Rafael Nadal und Novak Djokovic nicht zügig beendet, verzögert sich der Beginn von Kerbers Finale.

Die Fortsetzung der zu später Stunde am Freitagabend unterbrochenen Herren-Begegnung ist für 14.00 Uhr MESZ angesetzt. Um 15.00 Uhr soll eigentlich das Damen-Endspiel losgehen.

Das Herren-Match beginnt bei einer 2:1-Satzführung des Serben Djokovic. Der frühere Schützling von Boris Becker liegt gegen den spanischen Weltranglisten-Ersten mit 6:4, 3:6, 7:6 (11:9) vorn, bei diesem Spielstand wurde das Match unterbrochen.

Zuvor hatte sich der Südafrikaner Kevin Anderson im längsten Halbfinale und zweitlängsten Spiel der Turniergeschichte in 6:36 Stunden mit 26:24 im fünften Satz gegen den US-Amerikaner John Isner durchgesetzt.

Das spricht für Angelique Kerber

Die deutsche Nummer zwei hat es schon einmal geschafft, die langjährige Branchenführerin Serena Williams in einem großen Endspiel zu besiegen. In Melbourne trug sie sich damit bei den Australian Open 2016 als erste Grand-Slam-Siegerin seit Graf in die deutsche Tennisgeschichte ein.

Diese Erinnerung kann ihr helfen, das Meisterstück über die langjährige Nummer eins noch einmal zu schaffen. Die Schleswig-Holsteinerin wirkt mental stark, spricht davon, viel gelernt zu haben. Die letzten Partien spielte sie mit einer sehr geringen Fehlerquote.

Für sie spricht auch, dass Serena Williams nach ihrer Babypause erst bei ihrem vierten Turnier antritt. Es ist erst gut zehn Monate her, dass ihre Tochter zur Welt kam.

Das spricht für Serena Williams

Ihre Erfahrung und ihre Extraklasse. 23 Grand-Slam-Titel hat die jüngere Williams-Schwester schon gewonnen, so viele wie keine andere in der Geschichte des Profitennis.

Im direkten Vergleich mit der Kielerin liegt die US-Amerikanerin klar vorn: Sechs von acht Partien hat Williams für sich entschieden.

Bei ihrer Rückkehr nach der Babypause hatte sie verständlicherweise zunächst Probleme. Doch in ihrem Halbfinale gegen Julia Görges zeigte die siebenmalige Wimbledonsiegerin, wie stark sie auch als junge Mutter bereits wieder ist.  © dpa

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