• Die unnötige Auftakt-Niederlage gegen Japan setzt die deutsche Mannschaft in der Gruppenphase bei der WM in Katar immens unter Druck.
  • Im zweiten Spiel wartet mit Spanien der Weltmeister von 2010.
  • Der hat Costa Rica mit 7:0 abgefertigt.
  • Flick weiß: "Wir müssen einiges verbessern, um gegen Spanien die Chancen offen zu halten."

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Herr Flick, wie haben Sie die knappe Zeit nach dem bitteren 1:2 gegen Japan genutzt?

Hansi Flick: Wir sind das Spiel nochmal durchgegangen und haben viele Szenen analysiert. Auch wenn über 70 Minuten Vieles positiv war, war es am Ende nicht so, wie wir uns das vorstellen. Wir müssen an den Schrauben drehen und versuchen, die Dinge besser zu machen. Wir haben keinen Schuss mehr frei, den Fehlschuss hatten wir gestern. So müssen wir es gegen Spanien angehen.

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Woran fehlt es im Detail?

Es geht darum, Mut und Charakter zu haben, sich zu zeigen. Jeder Einzelne muss sein Spiel besser gestalten und am Spiel mehr teilnehmen. Wir müssen einiges verbessern, um gegen Spanien die Chancen offen zu halten.

Ist die Abwehr zu wacklig?

Ich drücke es immer gerne so aus: In der Offensive brauchst du jeden Mann - und in der Defensive brauchst du jeden Mann. Wir haben in den letzten 20 Minuten die Kompaktheit nicht herstellen können. Ich muss als Abwehrspieler mit jeder Gier das Tor verteidigen. Wenn man 1:0 führt, muss man das nach Hause spielen, gut verteidigen, gut stehen.

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Joshua Kimmich ist unter Ihnen als Rechtsverteidiger Champions-League-Sieger geworden. Müssen Sie ihren Mittelfeld-Chef wieder nach hinten verschieben?

Sie können wirklich davon ausgehen, dass wir jede Personalie und jede Position diskutieren. Das tun wir vor jedem Spiel. Es ist unsere Aufgabe als Trainerteam, die Mannschaft so aufzustellen, dass sie top besetzt ist.

Fehlt es der Mannschaft an Qualität?

Die Mannschaft hat sicher noch Potenzial, das sie im Moment nicht ganz abruft. Aber ich glaube schon, dass wir Qualität haben. Ich vertraue der Mannschaft und bin positiv. Es ist wichtig, den Kopf frei zu kriegen und auf die neue Aufgabe fokussiert zu sein. Wir müssen die Mannschaft so hinkriegen, dass sie den Glauben hat, das Ding am Sonntag in die richtige Richtung zu schieben.

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Stimmen Sie zu, dass Manuel Neuer beim zweiten Gegentor nicht frei von Schuld war? Und wie geht es seiner Schulter?

Mir ist nicht bekannt, dass er Probleme hat. Ich habe ihn öfter mal darauf angesprochen, er ist topfit. Die zwei Tore können und müssen wir anders verhindern. Wir müssen schauen, dass jeder Einzelne seine Aufgaben wahrnimmt.

Ist eine Abkehr vom 4-2-3-1-System denkbar?

Nein, so weit sind wir noch nicht, dass wir unser System umstellen. Wir werden gucken: Was ist gegen Spanien wichtig, was müssen wir tun?

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Etwa Niklas Süle austauschen? Für viele Experten war er der Sündenbock.

Wenn man zwei, drei Hochkaräter hat, muss man das Spiel zu und den Deckel draufmachen. Diese Effizienz haben wir vermissen lassen und hinten raus zu viele Fehler gemacht. Da nehme ich keinen Einzelnen raus, das betrifft die ganze Mannschaft. Das heißt nicht, dass wir diese Dinge intern nicht klar ansprechen.

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Vermissen Sie die Reife?

Schauen Sie sich die erste Elf an, die spielen alle Champions League. Man kann nicht sagen, wir haben keine Erfahrung in der Mannschaft. Jetzt geht's nach vorne. Es ist wichtig, dass wir Charakter zeigen am Sonntag und versuchen, die letzte Chance im letzten Spiel zu haben. Wir haben eine gute Truppe, aber wir müssen als kompakte Einheit besser agieren, die Intensität hochhalten, aktiv sein. (sid)

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Teaserbild: © Getty Images/Alexander Hassenstein