• Der SC Freiburg gehört zu den Top-Teams der Bundesliga und hatte nach fünf Spieltagen sogar die Tabellenführung inne.
  • Das Team versucht sich in dieser Saison an der Doppelbelastung mit der Europa League.
  • Die Fehler aus der Vergangenheit wurden offenbar nicht wiederholt.
  • Es gibt neben Christian Streich mehrere Gründe, die auf eine erfolgreiche Freiburger Saison hoffen lassen.

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So manchem Fan des SC Freiburg dürfte nach der vergangenen Saison angst und bange geworden sein, trotz aller Euphorie ob des Einzugs in die Europa League. Denn als der Sportklub 2013 zuletzt im internationalen Geschäft vertreten war, trug dies maßgeblich zum Abstieg in der darauffolgenden Saison bei.

Zuvor verloren die Breisgauer nach dem Einzug ins internationale Geschäft einige prominente und wichtige Spieler wie Max Kruse oder Daniel Caligiuri. Zwar wurde der Kader wieder aufgefüllt mit Ersatzspielern, aber die Kaderchemie konnte nicht wieder hergestellt werden, was 2015 dann zum Abstieg führte.

Ähnliche Befürchtungen hatten die Pessimisten unter den Fans der Breisgauer für die laufende Saison, insbesondere da mit Nico Schlotterbeck eine wichtige Säule der Vorsaison den Klub in Richtung Borussia Dortmund verließ. Außerdem würde die Spielweise sowie die Stärken der Freiburger von den Gegnern dechiffriert werden können.

Freiburg verblüfft mit Bundesliga-Start

Nach den Erfolgen in der Bundesliga und mit dem ersten absolvierten Europa-League-Auftritt gegen Quarabag Agdam (2:1) dürfte es rund um den SC Freiburg keinen Pessimisten mehr geben. Schließlich stand die Mannschaft von Trainer Christian Streich nach fünf Spieltagen auf Rang eins in der Liga und untermauert damit, dass die brillante Vorsaison kein Ausrutscher war, sondern Freiburg ein ernstzunehmender Bundesliga-Standort ist.

Die größte Stärke der Freiburger im Millionengeschäft Bundesliga ist die Kontinuität. Dafür reicht ein Blick auf die Trainerposition. Seit 29. Dezember 2011 steht dort einzig und allein der Name Streich. Zum Vergleich: Der FC Bayern, immerhin seit 2013 zehnmal in Folge deutscher Meister geworden, beschäftigte im selben Zeitraum sieben verschiedene Trainer. Aber auch im Team um Streich gab es in den vergangenen Jahren viel Kontinuität, sodass hier das Wort Einheit mehr als eine Plattitüde ist.

Dieses Team aufseiten der Verantwortlichen hat klare Vorstellungen von der Spielweise des Teams und verfügt über ein hervorragendes Scouting-Team, das die Vorgaben bestmöglich umzusetzen versucht. Inzwischen genießt Freiburg einen sehr guten Ruf unter den Spielern, sodass es Neuzugänge gibt, mit denen niemand rechnet.

Bestes Beispiel ist die Rückkehr von Matthias Ginter, dessen Vertrag bei Borussia Mönchengladbach nicht verlängert wurde und der ablösefrei zu seinem ersten Profiklub zurückkehrte. Als Volltreffer erwies sich auch die Verpflichtung von Michael Gregoritsch (drei Tore, eine Vorlage), der perfekt ins Freiburger System passt.

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Erfolgreiche Arbeit mit zweiter Mannschaft

Neben den externen Transfers erweist sich die Entwicklung der zweiten Mannschaft als Glücksfall für die Breisgauer, die in der Dritten Liga souverän die Klasse hielt. Einerseits können die Talente des Freiburger Nachwuchses so auf hohem Niveau Spielpraxis sammeln, andererseits können Spieler nach Verletzungen oder vielen Nichtberücksichtigungen in Folge ebenfalls auflaufen.

Denn, anders als bei der letzten Europapokal-Teilnahme, ist der Kader der Freiburger breit aufgestellt und könnte damit den enormen Belastungen der englischen Wochen bis zur WM-Pause trotzen.

Trotz allem Lob für die Neuzugänge darf nicht vergessen werden, dass der SC bereits im vergangenen Jahr eine starke Mannschaft aufbieten konnte. Torhüter Mark Flekken zählt zum oberen Drittel der Bundesliga. Die linke Seite mit Christian Günter und Vincenzo Grifo ist nicht nur aufgrund ihrer Standardstärke brandgefährlich. Sieben von zwölf Freiburger Saisontoren entstanden aus Standards. Im Zentrum zieht Maxi Eggestein die Fäden und als Edeljoker gibt es Rekordmann Nils Petersen, der die meisten Tore aller Einwechselspieler in der Bundesliga-Historie erzielt hat.

Streich gibt klare Zielsetzung aus

"Uns hilft, dass viele schon seit Jahren bei uns sind und eine gute Abstimmung haben. Die können einfach gute Entscheidungen im Stress auf dem Platz treffen", lobte der Trainer nach dem 3:2-Sieg bei Bayer Leverkusen sein Team.

Die Voraussetzungen scheinen gegeben, um das Ziel von Streich zu erreichen. "Wir wollen in einem Jahr, in dem wir Europapokal spielen, in der Liga bleiben und gute Europacup-Spiele machen", gab er als Zielsetzung vor der Saison aus.

Die Tabellenführung am bislang spätesten Saisonzeitpunkt der Freiburger Bundesliga-Geschichte ist für alle nur eine Momentaufnahme. Kapitän Günter gab sich am vergangenen Samstag kurz der Illusion hin, als er von Reportern nach dem Freiburger Sprung auf Platz eins gefragt wurde. "Wenn mir am Vieredreißigschte da obe stehn, dann würdsch mich hier jetz wahrscheinlich ned sehe", gab Günter in bester alemannischer Mundart zum Besten. Wer würde es ihm verdenken wollen?

So bleibt festzuhalten, dass in Freiburg im Moment schlechte Zeiten für Pessimisten sind – trotz Europapokal-Einzug.

Verwendete Quellen:

  • FAZ.net: Die Freiburger Furcht vor dem Absturz
  • Transfermarkt.de: Profil SC Freiburg
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