Nationalspieler Bernd Hölzenbein im WM-Gruppenspiel 1974 gegen Australien
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Weltmeister im eigenen Land: Die deutsche Auswahl hält dem Druck zwei Jahre nach dem erstmaligen Gewinn der Europameisterschaft stand. Bundestrainer Helmut Schön (v.M.) will den Pokal schier gar nicht anfassen und überlässt ihn Kapitän Franz Beckenbauer. Dessen Karriere ist bestens dokumentiert. Doch was machen seine damaligen Mitspieler heute? Kommen Sie mit auf eine kleine Zeitreise zurück ins Jahr 1974.
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13 Spieler aus dem WM-Aufgebot von 1974 und der damalige Co-Trainer Karl-Heinz Heddergott (r.u.) treffen sich 30 Jahre nach ihrem Triumph in der Endspielstätte Münchner Olympiastadion wieder.
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Torwart Sepp Maier (l.) ist während des WM-Turniers 1974 im eigenen Land die unangefochtene Nummer eins und ein entscheidender Faktor für den Gewinn des Titels. Vor allem im vorletzten und im letzten Spiel, in Frankfurt gegen Polen und in München gegen die Niederlande, retten Maiers Reaktionen und Paraden zwei knappe Siege und verhindern, dass sich die Deutschen gegen zwei spielerisch überlegene Mannschaften letztlich durchsetzen.
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Maiers Karriere endet in der Sommerpause nach der Saison 1978/79 abprupt und durch einen schweren Autonunfall. Maiers Leben rettet letzten Endes das Eingreifen von Uli Hoeneß, der den Schlussmann in ein anderes Krankenhaus verlegen lässt. Während Hoeneß' Regentschaft als Manager des FC Bayern trainiert Maier die Torhüter des FC Bayern München, und parallel - bis 2004 - auch jene der deutschen Nationalmannschaft. Dort überwirft sich Maier mit Teamchef Jürgen Klinsmann. Seitdem taucht Maier immer wieder mal als gefragter Experte in den Medien auf, wenn es um den FC Bayern geht.
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Einer der Stellvertreter Maiers während des WM-Turniers 1974 ist der Schalker Norbert Nigbur. Ihm ist kein Einsatz vergönnt.
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Nigbur, der außerhalb der WM auf sechs A-Länderspiele kommt, zieht sich nach seinem Karriereende 1985 aus dem Fußballgeschäft zurück, widmet sich seiner zweiten großen Liebe, dem Trabrennsport, golft gerne und investiert in Immobilien.
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Neben Nigbur sieht auch Wolfgang Kleff den Kollegen der Nationalmannschaft während der WM 1974 auf dem Weg zum Titel nur von außen zu - und schießt, so wie hier vor dem finalen Gruppenspiel gegen die DDR in Hamburg - gelegentlich Erinnerungsfotos.
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Kleff steht noch im Alter von 40 Jahren im Kasten des FSV Salmrohr in der 2. Bundesliga und mit 61 Jahren nochmals im Tor in der Landesliga Mittelrhein. Ansonsten verschaffte und verschafft ihm immer wieder seine frappierende Ähnlichkeit mit dem zwei Jahre jüngeren Komiker Otto Waalkes Aufmerksamkeit - und auch zwei Filmrollen.
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Als Kapitän und Libero wirft sich Franz Beckenbauer, der sich während des Vorrundenspiels gegen Australien noch mit dem Publikum in Hamburg anlegt, im weiteren Turnierverlauf vorbildlich in die Zweikämpfe. Vor allem in den Duellen mit Schweden, Polen und den Niederlanden ist für den Gastgeber auf dem Weg zum Titelgewinn weniger kaiserlicher Zauberfußball gefragt als unermüdlicher Einsatz.
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Im Anschluss an seine Spielerkarriere, die 1982 beim Hamburger SV endet, wird Beckenbauer 1984 unversehens erst zum Retter des deutschen Fußballs und führt die Nationalelf über das WM-Endspiel 1986 und das EM-Halbfinale 1988 zum WM-Gewinn 1990. Beckenbauer engagiert sich als Präsident und Aushilfstrainer bei seinem FC Bayern, ist gefragter Kolumnist und TV-Experte und nicht zuletzt als Chef des WM-Organisationskomitees und Vater des sogenannten WM-Sommermärchens 2006. Die Umstände des damaligen Zuschlags aber beflecken die weiße Weste des schließlich schwer erkrankten Fußball-Kaisers, den die Öffentlichkeit in dessen letzten Jahren nur noch selten zu Gesicht bekommt. Beckenbauer stirbt 78-jährig am 7. Januar 2024.
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Während seiner Zeit in der Nationalmannschaft, somit auch während der WM 1974 im eigenen Land, wird Vorstopper Hans-Georg Schwarzenbeck als "Putzer des Kaisers" tituliert und wahrgenommen, was seiner durchaus vorhandenen Ballbehandlung nicht ganz gerecht wird. Schwarzenbeck steht für Sicherheit, Solidität und Zuverlässigkeit im deutschen Abwehrverbund. 1978 schafft er es erneut in den WM-Kader, kommt aber nicht zum Einsatz.
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Zwei Jahre nach dem Ende seiner aktiven Spielerlaufbahn übernimmt 1983 Schwarzenbeck, der nach Beckenbauers Abschied vom FC Bayern 1977 sogar zeitweise dessen Liberoposten bekleidet, den Schreibwarenladen seiner Tante im Münchner Stadtteil Au. Schwarzenbeck betreibt ihn bis 2008. Zudem sorgt sein ehemaliger Mitspieler Uli Hoeneß dafür, dass Schwarzenbeck über viele Jahre den FC Bayern München mit Büromaterial beliefert.
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Für Horst-Dieter Höttges (M.) bedeutet die Heim-WM 1974 nach den Turnieren in England 1966 und in Mexiko 1970 den unrühmlichen und leisen Abgang aus der Nationalmannschaft. Höttges' 66. und letztes Länderspiel ist jenes 0:1 gegen die DDR. Und Höttges lässt sich als Einwechselspieler von Jürgen Sparwasser vor dessen Siegtor düpieren, im Verbund mit Berti Vogts und Maier.
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Höttges, aus Mönchengladbach stammend, aber eine Spielerlegende bei Werder Bremen, erkrankt nach seiner Karriere an Alkoholsucht. Im Jahr 2017 begibt sich der damals 73-Jährige in Therapie. Anschließend geht es mit dem früheren "Eisenfuß" körperlich und geistig bergab, er wird demenzkrank. Höttges stirbt am 22. Juni 2023 in einer Seniorenresidenz.
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Bernd Cullmann, hier beim einzigen WM-Tor seiner Laufbahn in der Partie gegen Australien, fliegt nach drei Vorrunden-Einsätzen 1974 aus der Mannschaft und kommt nicht mehr zum Einsatz. Er steht zwar 1978 erneut im Kader, bleibt aber nur auf der Bank. Am Gewinn des EM-Titels 1980 ist er wiederum mit drei Einsätzen in vier Partien beteiligt.
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Als Manager des 1. FC Köln, der Cullmann zwischen 1993 und 1996 ist, bleibt der Defensivspieler der Bundesliga lange über sein Karriereende hinaus erhalten. Sein Sohn Carsten kickt noch bis 2010 für den FC. Bernd Cullmann zieht sich nach einjähriger Tätigkeit als Manager beim MSV Duisburg im Jahr 2000 zurück und verfolgt die Fußballszene seitdem interessiert als Zuschauer.
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Helmut Kremers gehört zu den deutschen Weltmeistern von 1974, die während des Turniers vergeblich auf einen Einsatz warten. Auf acht A-Länderspiele bringt es der Verteidiger, dessen Zwillingsbruder Erwin sich wegen einer Schiedsrichter-Beleidigung mit anschließender Roter Karte den Weg in den WM-Kader am letzten Spieltag der Bundesligasaison 1973/74 verbaut, am Ende seiner Laufbahn.
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Helmut Kremers (l.) mischt als Funktionär später noch lange fleißig im Profifußball mit, fungiert zwischen 1989 und 1993 drei Mal als Manager des FC Schalke 04, ist kurzzeitig auch dessen Trainer und zwischen dem 12. September und dem 6. Dezember 1994 auch der bis heute letzte Präsident des Vereins, ehe ein Vorstandsgremium diesen Posten ausfüllt. Helmut Kremers gründet 1992 eine GmbH für Projektentwicklung in Duisburg, deren Geschäftsführer er noch immer ist.
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An Berti Vogts (l.) führt bei der WM 1974 kein Weg vorbei. Der Rechtsverteidiger spielt in allen sieben Begegnungen durch, nimmt es mit den besten Spielern der Welt auf, zuletzt im Finale mit dem niederländischen Kapitän Johan Cruyff. Ihn entnervt der ob seiner Spielweise "Terrier" genannte Vogts aufgrund hautnaher Bewachung.
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Im Anschluss an seine erfolgreiche Laufbahn - Vogts fungiert während seiner dritten WM 1978 sogar als DFB-Kapitän - macht sich Vogts als Trainer einen Namen. Zunächst kümmert er sich ab 1979 um den Aufbau einer deutschen U21 und assistiert auch in der deutschen A-Nationalmannschaft. Die führt er als Nachfolger Beckenbauers 1996 zum Sieg bei der EM in England. Das Viertelfinal-Aus bei der WM 1998 aber beendet Vogts' Ära als Bundestrainer. Als Bundesligatrainer fasst er in Leverkusen nicht Fuß. Anschließend wird er zum Weltenbummler, trainiert die Nationalmannschaften Kuwaits, Schottlands, Nigerias und Aserbaidschans und wird zum Berater des US-Verbands.
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Rainer Bonhof (l.) ist im Alter von 22 Jahren 1974 das jüngste Mitglied im deutschen WM-Kader. Seine Stunde schlägt nach der enttäuschenden Vorrunde. Mit einem Tor und zwei Torvorlagen in den letzten drei deutschen WM-Partien schwingt sich Bonhof zu einem der Garanten für den Titelgewinn auf. Unvergessen ist sein Sprint über die rechte Angriffsseite und seine scharfe Flanke nach innen, die Gerd Müller im Finale gegen die Niederlande zum entscheidenden 2:1 verwertet.
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Nach seiner aktiven Spielerlaufbahn widmet sich Bonhof zunächst der Tätigkeit als Trainer und erringt an der Seite seines Freundes Vogts 1996 den EM-Titel in England. Beide arbeiten später auch für die schottische Nationalmannschaft zusammen. Zwischendrin aber ist Bonhof als Trainer in Mönchengladbach 1999 mitverantwortlich für den ersten Abstieg der Borussia aus der Bundesliga. Nachdem Bonhof zwei Jahre für den FC Chelsea Spieler in Deutschland und Österreich gesichtet hat, kehrt er 2009 nach Mönchengladbach zurück. Seitdem amtiert er dort als Vizepräsident.
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Hans-Josef Kapellmann (r.), nur "Jupp" genannt, gehört 1974 zur sechs Spieler starken Fraktion des FC Bayern München, kommt jedoch nicht zum Einsatz.
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Schon während seiner Fußballkarriere sticht Kapellmann als Medizinstudent und eifriger Leser entsprechender Fachliteratur aus dem Kreis seiner Mitspieler heraus. Nach einem Intermezzo als Manager beim TSV 1860 München, dem letzten Klub, für den er aktiv gespielt hat, widmet sich Kapellmann komplett seinem Job als Arzt und Orthopäde, arbeitet in Düsseldorf, Rosenheim, Saudi-Arabien und - seit 2018 - im thüringischen Bad Sulza.
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Paul Breitner erzielt unter anderem den wichtigen 1:1-Ausgleich im WM-Finale gegen die Niederlande. Seinen Elfmeter bringt er sicher in der linken Ecke unter, bevor Gerd Müller das Spiel dreht. Breitner steht in allen deutschen Spielen in der Startformation und ist damit einer der Leistungsträger im Team. Nach dem Turnier tritt er wegen eines Streits mit Bundestrainer Helmut Schön vorerst aus der Nationalelf zurück, kommt allerdings 1975 und 1981 nach einem Dauerstreit zurück.
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Nach dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 1983 bleibt Breitner dem Fußball erhalten, ob als vehementer Kritiker des DFB, Berater von Eintracht Braunschweig oder Chefscout und Markenbotschafter des FC Bayern München. Er steht der SPD nahe und hilft regelmäßig bei der Münchner Tafel. Außerdem ist er als Immobilieninvestor tätig, wo er mit seinem Partner August Lotz Senioren-Parks errichtet.
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Mit zwei Einsätzen bei der Endrunde, unter anderem hier beim 2:0 gegen Jugoslawien, gehört Herbert Wimmer zur Erfolgself von 1974. Insgesamt 36 Mal läuft "Hacki" Wimmer für den DFB auf, ist auch Teil der Europameisterelf von 1972 und beendet nach dem verlorenen EM-Finale 1976 seine Karriere. Wimmer gehört zur legendären Gladbacher Mannschaft um Günter Netzer, die zweimal Meister sowie DFB-Pokal- und Uefa-Cup-Sieger wird.
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Nachdem seine Fußballkarriere 1978 zu Ende geht, übernimmt Wimmer den Tabakwarengroßhandel seines Vaters. Doch aus gesundheitlichen Gründen entscheidet er sich später dafür, diesen zu verkaufen. Bereits während seiner aktiven Zeit in der Bundesliga hat er hin und wieder dort ausgeholfen. Heute hört man nur noch wenig von ihm. Die Spiele von Borussia Mönchengladbach verfolgt er jedoch immer noch regelmäßig im Stadion.
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"Man beleidigt mich, wenn man mich Weltmeister nennt": Das sagt Günter Netzer über die WM 1974, bei der er nur zu einem 20-minütigen Einsatz beim 0:1 gegen die DDR kommt - anstelle seines Konkurrenten und Freundes Wolfgang Overath. Seine beste Zeit im Nationalteam hat Netzer, der zur Zeit der WM schon bei Real Madrid spielt, im Jahr 1972, als er im Mittelfeld die legendäre Europameister-Mannschaft dirigiert.
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Nach der aktiven Fußballerkarriere ist Netzer unter anderem sehr erfolgreich als Manager des Hamburger SV tätig, wird dort dreimal Meister. Auch Schalke managt er ein Jahr lang. Der heutigen Generation, welche Netzer nicht mehr auf dem Spielfeld erlebt hat, ist er mehr durch seine Moderationstätigkeit zusammen mit Gerhard Delling in der ARD in Erinnerung geblieben. Das legendäre Duo erhält für seine Berichterstattung von den Spielen der DFB-Elf sogar den Grimme-Preis.
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Wolfgang Overath (r.) verdrängt Netzer 1974 als Stammspieler im WM-Kader. Die Rivalität der beiden auf dem Platz ist bis heute genauso legendär wie ihre Freundschaft abseits des Rasens. Die Kölner Ikone spielt - wie schon 1966 und 1970 - auch 1974 in allen Partien, sogar von Beginn an, und erzielt zwei Tore auf dem Weg zum WM-Titel. Vor der WM erlebt er eine sportliche Talfahrt und zweifelt gar an, überhaupt im Kader zu stehen.
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Overath hat das Geld, welches er in seiner aktiven Karriere verdient, gut angelegt: Der gebürtige Siegburger lässt in seiner Heimatstadt mehrere Mehrfamilienhäuser für Obdachlose errichten und spendet mehrere Millionen Euro. Der inzwischen 80-Jährige ist von 2004 bis 2011 Präsident seines Herzensvereins 1. FC Köln, erlebt dort allerdings aus sportlicher Sicht weniger Höhenflüge als zu seiner aktiven Zeit.
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Heinz Flohe (r.), beim FC erst Mitspieler und dann Nachfolger Overaths, kommt bei der WM 1974 auf drei Einsätze. Im Finale bleibt er auf der Bank. Der langjährige Kölner muss 1979 im Alter von 31 Jahren nach einem brutalen Foul von Paul Steiner im Trikot von 1860 München verletzungsbedingt seine Karriere beenden.
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Flohe erholt sich von diesem Schlag nie mehr wirklich. Am 15. Juni 2013 verstirbt der geniale Ballkünstler nach anhaltenden Herzproblemen und drei Jahren im Wachkoma im Alter von 65 Jahren. "Flocke", wie er genannt wurde, ist zuvor noch als Co-Trainer des 1. FC Köln sowie im Vorstand seines Jugendklubs TSC Euskirchen tätig.
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Vom Niederländer Wim Jansen im Strafraum zu Fall gebracht, holt Bernd Hölzenbein (r.) im WM-Finale 1974 in München den Elfmeter heraus, den Breitner (l.) zum 1:1 verwandelt. Die Berechtigung des Elfmeters wird lang diskutiert, in den Niederlanden bis heute, jedoch wird Hölzenbein in der 86. Minute ein zweites Mal und noch deutlicher im gegnerischen Sechzehner gefoult. Da aber bleibt die Pfeife des Referees John Taylor stumm.
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Hölzenbein stirbt am 15. April 2024 im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit. Nach der aktiven Karriere, die "Holz" - so sein Spitzname - erst im Alter von 40 Jahren nach dem Zweitliga-Aufstieg mit dem FSV Salmrohr 1986 beendet, kehrt er zu Eintracht Frankfurt, zurück, wirkt bei den Hessen als Vizepräsident, Manager und Chefscout und ist zuletzt Markenbotschafter des Klubs. Auch als Trainer hat er sich betätigt, unter anderem bei Viktoria Aschaffenburg. Kleiner Schönheitsfehler nach der aktiven Karriere ist ein Prozess um Steuerhinterziehung, der eine Bewährungsstrafe für Hölzenbein nach sich zieht.
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Während der WM 1974 absolviert Dieter Herzog am 26. und 30. Juni die Zweitrundenpartien gegen Jugoslawien und Schweden im heimischen Rheinstadion zu Düsseldorf und trägt seinen Teil zu den Siegen - mit 2:0 und 4:2 - bei. Der Flügelstürmer spielt zu dieser Zeit bei Fortuna Düsseldorf und geht später sieben Jahre lang für Bayer Leverkusen auf Torejagd. Mit dem Klub schafft Herzog 1979 den Aufstieg in die Bundesliga.
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Der gebürtige Oberhausener betreibt in seinem Heimatort noch lang nach seiner Karriere einen Tabak- und Lottoladen. Außerdem arbeitet er nach seiner aktiven Karriere, die 1983 in Leverkusen endet, in der Verwaltung und im Scouting-Bereich des Vereins.
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An seinem 30. Geburtstag spielt Jürgen Grabowski eine entscheidende Rolle beim 2:1-Sieg im WM-Finale von München. Er leitet den Siegtreffer ein, indem er den Ball an Bonhof weitergibt, der anschließend eine Flanke schlägt, die Müller eiskalt verwertet. Nach dem 0:1 gegen die DDR steht Grabowski zunächst nicht mehr in der Startelf, erzielt jedoch nach seiner Einwechslung gegen Schweden das 3:2 und macht seinem Ruf als "bester Einwechselspieler der Welt" alle Ehre.
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Sein Karriereende verursacht Lothar Matthäus 1980 mit einem Foul. Kurz darauf gewinnt die Eintracht - ohne den verletzten Grabowski - gegen Matthäus' Gladbacher den Uefa-Pokal. Grabowski erhält ein Abschiedsspiel, zu dem 40.000 Zuschauer im Frankfurter Waldstadion erscheinen. Nach seiner Laufbahn engagiert sich Grabowski für in Not geratene Sportler und betreibt eine Versicherungsagentur. Die Eintracht-Legende stirbt am 10. März 2022 im Alter von 77 Jahren. Kurz darauf gewinnt die Eintracht die Europa League.
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Im Alter von 22 Jahren steht Uli Hoeneß bei allen sieben Spielen der DFB-Elf während der WM 1974 auf dem Platz, trifft mit einem Elfmeter gegen Schweden und verschießt einen Elfmeter gegen Polen. Vor dem WM-Finale verschweigt er einen Infekt mit Fieber und Schüttelfrost - und spielt. Er verschuldet nach nur einer Minute mit seinem Foul gegen Johan Cruyff einen Elfmeter. Doch Deutschland dreht nach diesem frühen 0:1 das Spiel. Hoeneß wird daheim in München Weltmeister, zwei Jahre nach dem Gewinn der EM.
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Aufgrund anhaltender Kniebeschwerden muss Hoeneß seine Spielerkarriere bereits im zarten Alter von 27 Jahren im Jahr 1979 beenden. Seine letzten elf Bundesligaspiele bestreitet er für den 1. FC Nürnberg. Direkt danach übernimmt er, noch in der Saison 1978/79, die Rolle des Managers beim FC Bayern München und spielt eine entscheidende Rolle dabei, den verschuldeten und hinter den Erwartungen zurückbleibenden Verein auf solide finanzielle und sportliche Grundlagen zu stellen. Ab 2009 hat er die Position des Vereinspräsidenten inne. Nach seinem Gefängnisaufenthalt wegen Steuerhinterziehung kehrt er zum FC Bayern zurück, ist heute Mitglied im Aufsichtsrat und Ehrenpräsident.
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Jupp Heynckes (r.) wird im Laufe des WM-Turniers von Bernd Hölzenbein aus der Startelf verdrängt und kommt daher nur zwei Mal zum Einsatz. Die heimliche Vereinbarung, dass Hölzenbein sich im WM-Finale gegen Heynckes auswechseln lassen soll, vergisst der Frankfurter. Heynckes ist aber auch Europameister und Leistungsträger der legendären Gladbacher Aufstiegs- und "Fohlen"-Mannschaft um Günter Netzer.
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Einen noch größeren Namen macht sich Heynckes als Trainer: Er übernimmt bereits ein Jahr nach seinem Karriereende 1979 Borussia Mönchengladbach, holt mit dem FC Bayern 2013 das erste Triple der Vereins-Geschichte und wird immer wieder als Retter in der Not von Freund Uli Hoeneß reaktiviert. Auch in Spanien erreicht Heynckes als "Don Jupp" Legenden-Status, gewinnt 1997 mit Real Madrid die Champions League, trainiert Teneriffa und Bilbao. Heute lebt er auf einem Bauernhof mit seiner Frau Iris.
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Gerd Müller, der sogenannte "Bomber der Nation", legt sich schon vor dem Finale der WM 1974 fest, dass dies sein letztes Länderspiel sein wird. Mit seinem 68. Länderspieltor im 62. Spiel zum 2:1 entscheidet er das WM-Finale und macht Deutschland in München gegen die Niederlande zum zweiten Mal nach 1954 zum Weltmeister.
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Müller bleibt unerreicht in Bezug auf seine Bundesliga-Torausbeute und die Unnachahmlichkeit seiner Treffer. Miroslav Klose überholt ihn aber in Sachen Länderspieltoren, und beim FC Bayern übertrifft Robert Lewandowski in der Saison 2020/21 Müllers Bundesliga-Saisonrekord von 1971/72 um ein Tor. Müller kämpft nach seiner Karriere, die er in den USA beendet, erfolgreich gegen seine Alkoholsucht und findet wieder seinen Platz beim FC Bayern, bis seine letzten Lebensjahre von einer Alzheimer-Erkrankung geprägt werden. Er stirbt in einem Pflegeheim am 15. August 2021.