Es war der Aufreger des Abends: Ein umstrittener Elfmeterpfiff und der anschließende Treffer des FC Bayern besiegelten das Aus von Werder Bremen im Pokal-Halbfinale. Die Bremer protestierten heftig. Am Tag danach äußerte sich sogar der DFB: Die Elfmeter-Entscheidung war "nicht korrekt".

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Jochen Drees hat als Chef der DFB-Videoschiedsrichter einen Kommunikationsfehler beim umstrittenen Elfmeter für den FC Bayern München im Pokalhalbfinale in Bremen eingeräumt.

Schiedsrichter Daniel Siebert und Videoassistent Robert Kampka hätten sich "im Prinzip diese Situation nochmal anschauen müssen. Und da haben beide einfach nicht auf die Art und Weise miteinander kommuniziert und geredet, wie wir das erwarten würden", sagte der frühere Bundesliga-Referee in einem SWR-Interview am Donnerstag.

Knapp und dank eines strittigen Elfmeters gewann der FC Bayern das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen. Nach Spielende drehte sich alles um den besagten Elfmeterpfiff - und die Bremer stellten sich zu Recht die Frage: War der Elfmeter vertretbar? Und warum schaltete sich der Videoassistent nicht ein? Eine Einschätzung.

Bayern-Elfmeter besiegelt Bremens Aus im DFB-Pokal-Halbfinale

Der Strafstoß war der Knackpunkt beim 3:2-Erfolg der Bayern am Mittwochabend bei Werder Bremen, mit dem der Bundesliga-Spitzenreiter den Finaleinzug perfekt machte. Bremens Trainer Florian Kohfeldt hatte den Elfmeter, den Robert Lewandowski in der 80. Minute verwandelte, als "brutal" und unberechtigt eingestuft.

Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie hatte Wirbelwind Kingsley Coman im Strafraum leicht mit dem Ellbogen berührt, woraufhin Coman zu Boden gegangen war. Siebert blieb nach kurzer Rücksprache mit seinen Assistenten bei der Entscheidung - Elfmeter für Bayern.

Kürzlich noch tönte Thomas Müller, er würde jeden unberechtigten Elfmeter am Tor vorbeischieben. Als es darauf ankam, nur Tage später Wort zu halten, ließ er seinen Bayern-Kollegen Robert Lewandowki einen unberechtigten Elfmeter zum 3:2 bei Werder Bremen verwandeln.

Am Donnerstagnachmittag veröffentlichte der DFB auf seiner Homepage eine zusätzliche Stellungnahme.

Dort heißt es von Jochen Drees unter anderem: "Einerseits gibt es Aspekte, die auf fachlicher Ebene gegen einen Strafstoß sprechen. Andererseits gibt es allerdings auch einen Aspekt, der für einen strafstoßwürdiges Vergehen spricht. Aus schiedsrichterfachlicher Sicht halten wir die Strafstoßentscheidung für nicht korrekt."

Drees: Schiedsrichter hätte sich die Szene noch mal angucken müssen

Drees nahm den Unparteiischen Siebert im Gespräch mit dem SWR aber auch in Schutz. Auf die Frage, warum der Spielleiter sich die Szene nicht nochmal am Bildschirm angeschaut habe, sagte er: "Weil der Videoassistent eine Bewertung einer Szene vor dieser Szene vorgenommen hat und der Meinung war, dass die Entscheidung, Strafstoß zu geben, nicht klar und offensichtlich falsch gewesen ist."

Problematisch an der Situation sei also gewesen, dass der Schiedsrichter und der Videoassistent unterschiedliche Details der Szene bewertet hätten.

Es wäre "auf jeden Fall notwendig gewesen, sich dessen bewusst zu machen und dem Schiedsrichter die Gelegenheit zu geben, sich diese Szene nochmals anzuschauen", erklärte Drees. (msc/dpa)

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