Die Gerüchte um einen frühzeitigen Abschied von Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern München reißen nicht ab. Ein Tauschgeschäft mit Angel di Maria von Manchester United soll im Raum stehen. Den Bayern-Fans bricht schon jetzt das Herz beim Gedanken daran, ihre Identifikationsfigur ziehen zu lassen. Das ist dran an den Wechselgerüchten.

"Schweini, du bist der FC Bayern München. Bitte bleib hier." - diese oder ähnliche flehenden Worte werden derzeit fast im Minutentakt auf Bastian Schweinsteigers Facebook-Wand gepostet. Seitdem die "Sportbild" das Gerücht in die Welt gesetzt hat, Schweinsteiger könnte den FC Bayern München verlassen und im Tausch für Angel di Maria zu Manchester United gehen, ist die bayerische Fanszene in Aufruhr.

Bastian Schweinsteiger, die Kampfsau, der Vorneweggeher, der Junge aus dem bayerischen Hinterland, der beim FC Bayern zum Mann geworden ist - ausgerechnet er soll vor dem Absprung stehen? Eigentlich undenkbar. Und doch halten sich die Gerüchte hartnäckig.

Franck Ribérys Zukunft bleibt ungewiss, jetzt spekuliert die "L’Equipe" sogar über das vorzeitige Ende seiner Karriere. Der FC Bayern hält weiter zu seinem Spieler - aber auch Ausschau nach möglichen Nachfolgern.

Kein Königstransfer für die Bayern

Dabei spielt wohl auch eine Rolle, dass es die Bayern bisher noch nicht geschafft haben, einen Königstransfer für die neue Saison zu präsentieren. Der Rekordmeister hat vorerst lediglich das Talent Joshua Kimmich und Ersatztorhüter Sven Ulreich unter Vertrag genommen. Und der Transfer von Douglas Costa soll kurz vor dem Abschluss stehen.

Dass der FCB an di Maria von Manchester United interessiert ist, weiß man inzwischen. Es ist jedoch auch bekannt, dass di Maria schon mehrmals versichert hat, in England bleiben zu wollen. Einen Wechsel zu den Bayern schließt er nach derzeitigem Stand aus. Obwohl der Argentinier bei den "Red Devils" eine eher maue Saison gespielt hat, will er sich unter Louis van Gaal durchbeißen.

Wechselgerüchten zum Trotz: Guardiola passt perfekt zum FCB.

Und da kommt wiederum Schweinsteiger ins Spiel: Der Vertrag des Bayern-Urgesteins - er spielt seitdem er 13 Jahre als ist für den FCB - läuft im Sommer 2016 aus. Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung soll es bisher nicht gegeben haben. Gerüchte besagten, Schweinsteiger fordere eine Verlängerung über drei Jahre. Die will ihm der FC Bayern jedoch wohl nicht mehr zusichern.

Dazu kommt, dass sich im Mittelfeld der Bayern Xabi Alonso, Javi Martinez, Thiago, Sebastian Rode, Philipp Lahm, Schweinsteiger und vielleicht auch bald Douglas Costa quasi auf den Füßen stehen. Unter van Gaal hätte Schweinsteiger dagegen vermutlich eine Einsatzgarantie. Der Niederländer kennt Schweinsteiger noch aus seiner Trainer-Zeit beim FC Bayern und hält große Stücke auf ihn.

"Wir würden über einen Wechsel nachdenken"

"Wir würden nur über einen Wechsel nachdenken, wenn Bastian mit einem konkreten Wunsch auf uns zukommen würde", hatte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge zuletzt erklärt. Schweinsteiger selbst gab sich angesichts seines auslaufenden Vertrages bisher gelassen: "Ich habe mit Karl-Heinz Rummenigge vereinbart, dass wir uns im Sommer zusammensetzen", sagte er in der ARD. "Ich hab ja noch ein Jahr Vertrag, von daher gibt es keine Eile".

Die meisten Medien titelten, Schweinsteiger vermeide damit ein klares Bekenntnis zum FC Bayern. Doch was hätte er sonst sagen sollen? "Ich werde immer für den FC Bayern München spielen."? Ein kluger Spieler, und das ist Schweinsteiger zweifellos, weiß, dass einem derartige Aussagen schnell um die Ohren fliegen können. Und er weiß auch, dass im schnelllebigen Fußballgeschäft Vereinstreue ein dehnbarer Begriff ist - sowohl von Seiten des Klubs, als auch von Seiten des Spielers. Das gilt trotz des ganzen "Mia san mia"-Gefühls und der betonten Traditionshörigkeit auch beim FC Bayern.

Viel hängt von Pep Guardiola ab

Dass Schweinsteiger die Bayern früher oder später verlassen wird, ist also nicht unwahrscheinlich. Zu einem Tauschgeschäft mit di Maria wird es dennoch wohl kaum kommen. Denn zum einen wissen Rummenigge und Co. um den Aufschrei, den ein solches Geschäft in der Bayern-Fanschaft auslösen wurde. Eine der wenigen Identifikationsfiguren des Vereins einfach wegzutauschen, das werden sich die Vereinsbosse dann doch nicht trauen. Zumindest nicht, wenn nicht Schweinsteiger selbst den Wunsch äußern sollte, die Bayern zu verlassen. Das hat er nach aktuellem Stand nicht getan. Zum anderen weiß Schweinsteiger um sein Standing im Verein und vor allem bei den Fans. Das wird er nicht leichtfertig aufgeben.

Viel hängt jedoch auch von Pep Guardiola ab. Franz Beckenbauer, "Kaiser" und Berufsexperte, ist sich im Gespräch mit "Sky" sicher: "Basti wird das Gespräch mit ihm (Guardiola, Anm.d.Red.) suchen. Er wird dann feststellen, was der Trainer von ihm hält in den nächsten ein, zwei Jahren". Sollte Guardiola Schweinsteiger kommunizieren, auch in der nächsten Saison auf ihn zu setzen, wird Schweinsteiger wohl bleiben. Zumindest noch das eine Jahr. Dann kann man ja wieder neu verhandeln.