Das Remis zwischen Mainz und Union Berlin hilft keinem der beiden Klubs im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga weiter. Gastgeber Mainz ärgert sich im Anschluss an das Nachholspiel über den Schiedsrichter. Und der sieht seinen Fehler ein. Er hat womöglich das Spiel entschieden.

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Fassungslos standen Trainer, Spieler und Fans des 1. FSV Mainz 05 nach dem Unentschieden gegen den 1. FC Union Berlin fast wieder mit leeren Händen da. Freude über den einen gewonnenen Punkt stellte sich nicht ein. Nach nur einem Saisonsieg aus 20 Partien und zehn Begegnungen in Folge ohne Dreier konzentrierte sich der Frust des Karnevalsvereins am Vorabend der Weiberfassnacht auf Schiedsrichter Martin Petersen.

Der hatte in der zehnten Spielminute den Tritt des Berliners Robin Knoche ins Gesicht des Mainzer Angreifers Ludovic Ajorque im Union-Strafraum übersehen. Auch nach erfolgter Kommunikation mit Video-Assistent Pascal Müller entschied Petersen nicht auf Strafstoß für die Mainzer.

"Das ist unfassbar für mich."

Mainz' Trainer Jan Siewert

Die hielten ihre Empörung darüber nicht zurück. "Das ist wirklich extrem bitter für uns", sagte Coach Jan Siewert auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Da hab ich auch kein Verständnis dafür, dass man diesen Elfmeter nicht gibt." Ajorque hatte wegen seiner blutenden Nase behandelt werden müssen und spielte mit einem Pflaster weiter. "Ludo ist klar mit dem Kopf zuerst am Ball und er tritt ihm dann voll ins Gesicht. Das ist unfassbar für mich", sagte Siewert: "Wer hier eine andere Meinung hat, der soll mich mal davon überzeugen, das geht, glaube ich, nicht."

"Unglaublich, ich habe keine Worte", wurde Ajorques Kollege Nadiem Amiri bei Dazn noch deutlicher. "Für was haben wir denn den Videobeweis? Ich verstehe es nicht", klagte der fünfmalige Nationalspieler. "Das ist doch ganz klar Elfmeter. Der tritt ihm mit den Stollen ins Gesicht. Ich glaube, seine Nase ist gebrochen. Der blutet das ganze Spiel, und es ist kein Elfmeter, oder was?"

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Kein VAR-Eingriff: Martin Petersen spricht von einem "Graubereich"

Der VAR, so erklärte es Petersen nach Information des "kicker" später, habe nicht eingegriffen, weil die Bewertung der fraglichen Szene "eben nicht 100:0 oder 1:99" klar gewesen sei. Petersen sprach von einem "Graubereich. In so einem Fall findet immer eine Kommunikation statt, und ich habe meine Perspektive dargestellt". Video-Referee Müller habe "dann die Bilder angeschaut, auf meine Argumente überprüft und ist dann zu dem Ergebnis gekommen, dass man durchaus Strafstoß hätte geben können, aber es auch Argumente dagegen gibt (...)".

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Auch Amiris Mannschaftskollege Jonathan Burkardt konnte es nicht fassen. "Es ist ja unglaublich", meinte der Stürmer, der das 1:0 (45.+ 8 Minute) erzielt hatte. "Das tut wirklich weh, für mich ein ganz klarer Elfmeter. Ich weiß gar nicht, was da die Argumentation im Nachhinein ist. Das musst du auf den Bildern sehen."

Petersen, der auf Eckstoß entschieden hatte, sah es auch auf den Bildern. Und er änderte seine Ansicht. Aber erst nach dem Abpfiff. "Im Nachgang finde ich schon, dass die Argumente mehr für Elfmeter sprechen", gab Petersen zu. Er "wäre auch glücklicher gewesen, Elfmeter zu geben", trotz der Argumente, die für seine auf dem Spielfeld getroffene Entscheidung sprächen.

Martin Petersen revidiert seine Ansicht

Petersen fahre "mit dem Gefühl nach Hause, dass es besser gewesen wäre, den Strafstoß zu geben" - und versprach, mit seinem Team die strittige Szene "kritisch" aufzuarbeiten. Das hilft Mainz tabellarisch jedoch nicht weiter. Dem Klub fehlen als Vorletztem nach 20 Spielen sechs Punkte zum rettenden Platz 15. Den belegt Gegner Union Berlin.

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