Mario Götze bleibt ein Reizthema in Fußball-Deutschland. Entsprechend gereizt hat nun BVB-Boss Hans-Joachim Watzke auf die jüngste Kritik am BVB-Rückkehrer reagiert. Es sind trotzige und angriffslustige Worte. Das Problem: Sie klingen nicht neu.

Es ist schon ein recht kurioser Werdegang, den Mario Götze nicht ganz freiwillig vorzuweisen hat. Das einstige Jahrhunderttalent des europäischen Fußballs hat sich zu einem eigenwilligen Phänomen entwickelt.

Das Prädikat "Weltklasse" haftet ihm immer noch an, obwohl er diese Qualität nur in den seltensten Fällen - und meist nur situativ - abrufen kann. Manche Kritiker, wie etwa Jens Lehmann und Franz Beckenbauer, bemängeln Götzes Einstellung und konstatieren fehlenden Biss.

Mario Götze: Weltklasse oder überschätzt?

Andere hingegen fragen sich schon länger, ob nicht vielleicht nur die Erwartungshaltung an den 24-Jährigen angepasst werden müsste, weil man Götzes Können schlichtweg überschätzt habe. Schließlich kaschiert der historische Siegtreffer im WM-Finale 2014 die Tatsache, dass Götze auch in Brasilien keineswegs als Leistungsträger in der Nationalmannschaft gesetzt war.

Zu dieser Fraktion könnte man Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zählen, der schon im Sommer 2015 Götzes Aussage, sich beim FC Bayern durchsetzen zu wollen, trocken kommentiert hatte: "Ich wünsche ihm viel Glück dabei."

Und dann gibt es die Fraktion der treuen Fürsprecher wie etwa Oliver Bierhoff, Jogi Löw und ganz aktuell Hans-Joachim Watzke. Im Interview mit "Fußball BILD" kontert der Vorstandsvorsitzende von Borussia Dortmund Götzes Kritiker mit scharfen Worten.

Auf die Frage, ob er davon überzeugt sei, dass sich der Spieler mit seiner Rückkehr zum BVB nicht doch in eine Sackgasse manövriert habe, antwortet Watzke: "Ganz sicher!" Und den Kritikern droht er mit den Folgen der späten Erkenntnis: "Ich bin ganz sicher, dass noch einige Leute bei Götze Abbitte leisten müssen - wenn sie denn jemals die Größe dazu haben!"

In Watzkes Worten schwingt die Überzeugung mit, dass der Knoten bei Mario Götze schon bald platzen und sich endlich Weltklasse offenbaren würde. Es ist eine Überzeugung, wie es sie auch schon mal in München gegeben hatte, nachdem Götze im Sommer 2013 von der Borussia zum FC Bayern gewechselt war.

Der Knoten platzt einfach nicht

Die Überzeugung schrumpfte dort aber zunächst zur Hoffnung, dass es tatsächlich so kommen würde. Und in der weiteren Entwicklung wich diese Hoffnung einer neuen Überzeugung: der Knoten platzt nicht.

Deshalb sollte mit einer Rückkehr zum BVB alles besser werden: zurück an alter Wirkungsstätte, zurück zu alter Stärke. Doch bisher geht auch dieser Plan nicht auf. In der laufenden Saison ist Götze mit zehn Einsätzen weit weg vom Status eines Stammspielers und Leistungsträgers bei der Borussia.

Und auch das neue Jahr bringt bislang keine Trendumkehr. Beim Auftakt gegen Bremen saß Götze 90 Minuten lang nur auf der Bank. Dass er ein hervorragender Fußballer ist, hat Götze in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass er unverzichtbar ist, hingegen noch nicht. Doch genau daran wird er gemessen.

Denn es ist die Kunst der Konstanz, aus der Weltklasse erwächst.

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