Am Montagabend wird es ernst für Borussia Dortmund: Trotz aller Corona-Besonderheiten wird das Fußballjahr wie gewohnt mit der ersten Runde des DFB-Pokals eingeleitet. Für den BVB geht es zum MSV Duisburg, der in der vergangenen Saison nur knapp am Aufstieg in die zweite Liga scheiterte. Anlass genug, einen Blick auf die Form des Dortmunder Kaders zu werfen.

Eine Kolumne
von Christopher Giogios
Diese Kolumne stellt die Sicht des Autors dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

Nach dem Trainingslager im schweizerischen Bad Ragaz und zahlreichen Testspielen wurde es zuletzt etwas ruhiger um Borussia Dortmund. Das große Narrativ in der Saisonvorbereitung bis dahin war die "Verjüngungskur" beim BVB mit seiner neuen U20-Fraktion rund um Giovanni Reyna (17), Jude Bellingham (17), Reinier (18) und dem am Training teilnehmenden Youssoufa Moukoko (15).

Gleichwohl waren die Testspielergebnisse eher mau. So musste man sich etwa dem VfL Bochum und Feyenoord Rotterdam mit jeweils 1:3 geschlagen geben. Natürlich sind diese Ergebnisse aufgrund der Trainingsbelastung und der zahlreichen Auswechslungen mit Vorsicht zu genießen – gleiches gilt übrigens für die Partie gegen ebenjene Duisburger, die der BVB klar mit 5:1 für sich entscheiden konnte.

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Auffällig war, dass Trainer Lucien Favre wieder auf die Viererkette in der Abwehr zurückgriff. Gerade die Umstellung auf die Dreierkette brachte den BVB in der abgelaufenen Saison wieder in die Erfolgsspur zurück.

Diese neuerlichen Versuche waren jedoch nicht unbedingt von Erfolg gekrönt und der BVB kassierte gegen qualitativ deutlich schlechtere Mannschaften ungewohnt viele Gegentreffer. Umso interessanter wird es sein, in welcher Formation die Schwarzgelben in ihrem ersten Spiel auftreten werden.

Favre gab selbst zerknirscht zu, dass man mit der Dreierkette wohl auf der sicheren Seite sei.

Gute und schlechte Nachrichten beim BVB

Eine positive Nachricht für alle BVB-Fans kommt aber aus der Offensivabteilung: Im letzten Testspiel gegen Sparta Rotterdam (2:1) feierte der Langzeitverletzte Marco Reus nach Monaten endlich sein Comeback und tat das, was Reus nach Verletzungen tut: Er fügte sich nahtlos in das Spiel ein und traf umgehend.

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Kapitän am Montag seine Mannschaft auf das Feld führen wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich der 31-Jährige nach einer langen Pause wieder eindrucksvoll zurückmeldet.

Mit Erling Haaland, Giovanni Reyna und Jadon Sancho sind auch die weiteren Offensivkräfte beim BVB in ansprechender Form. Auch Haaland macht genau dort weiter, wo er letzte Saison aufgehört hat: Bei der Nationalmannschaft schoss er seine ersten Tore für Norwegen und traf in den Spielen gegen Österreich und Nordirland gleich dreimal.

Reyna gilt als großer Gewinner der Vorbereitung und darf mit berechtigten Hoffnungen auf Startelf-Einsätze in die Saison gehen.

Das Fragezeichen über Julian Brandt und Dortmunder Abwehrsorgen

Allerdings gibt es auch Verlierer vor dem Saisonauftakt. Vor allem die Personalie Julian Brandt bereitet den Dortmundern derzeit Sorge.

Dessen Ausflug zur Nationalmannschaft sorgte nicht unbedingt für die erhoffte Spielzeit auf Wettkampfniveau, stattdessen reichte es gerade einmal für einen unglücklichen 45-minütigen Auftritt beim 1:1 gegen die Schweiz. Insgesamt hat man immer noch nicht den Eindruck, dass sich Brandt nach seinem Wechsel vor einem Jahr als unangefochtener Stammspieler bei den Schwarzgelben etabliert hat.

Auch Emre Can hat sich seinen Einsatz für die Nationalelf vermutlich anders vorgestellt. Gegen Spanien fiel er als Rechtsverteidiger mitunter mit Unsicherheiten auf.

Diese Eindrücke könnten sich auf seine Rollenfindung beim BVB auswirken: Im defensiven Mittelfeld ist man sehr stark besetzt, was seinen Einsatz in der Verteidigung wahrscheinlich macht - zumal die Dotmunder hier mit Verletzungen zu kämpfen haben (Zagadou, Schulz, Morey, Schmelzer).

BVB muss auf Qualität in der Offensive hoffen

Vieles spricht also dafür, dass das Spiel bei den motivierten Duisburgern für die Dortmunder eine lästige Angelegenheit werden könnte. Die Fragezeichen bei der Abwehrformation sowie der nicht ganz ausbalancierte Kader sind Problemstellen, die sich durch die Vorbereitung ziehen. Der BVB wird darauf vertrauen müssen, dass es am Ende die überragende Qualität in der Offensive richtet.

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Diese Trikotnummern werden im Fußball nicht mehr vergeben

Dass eine Trikotnummer zu Ehren eines bestimmten Spielers nicht mehr vergeben wird, kennt man hauptsächlich aus dem US-Sport. Jetzt hat aber auch der Ex-Klub von BVB-Neuzugang Jude Bellingham entschieden, dessen Nummer nicht mehr zu vergeben. Bei welchen Vereinen gibt es das noch?