BVB-Sportdirektor Zorc steht vor keiner leichten Aufgabe. Der Kader möchte weiter verbessert werden, die aktuellen Möglichkeiten sind jedoch begrenzt.

Eine Kolumne
von Christopher Giogios

Es war ein klares Signal, als Michael Zorc seinen im Sommer 2021 auslaufenden Vertrag beim BVB um ein weiteres Jahr verlängerte. In Anbetracht der Coronakrise, die auch den Profifußball wirtschaftlich hart getroffen hat, möchte man bei Borussia Dortmund auf das altbekannte Team setzen. Mit Aki Watzke, Michael Zorc, Sebastian Kehl und dem externen Berater Matthias Sammer hat man in Dortmund ein eingespieltes Team, welches den Verein nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem mit maximalem sportlichen Erfolg durch die aktuelle Situation manövrieren soll.

Zorc, seit 1978 (!) beim BVB und seit 1998 als Sportdirektor tätig, soll ab der nächsten Saison Sebastian Kehl immer mehr Verantwortung übertragen, damit dieser ab dem Sommer 2022 Zorcs Posten vollständig übernehmen kann. Als BVB-Fan freut man sich darüber, dass der Staffelstab von einer BVB-Legende an die nächste übergeben wird. Gleichwohl wird der 57-Jährige vor großen Herausforderungen stehen, was die Kaderplanung der kommenden Saison angeht.

Kaderplanung unter erschwerten Bedingungen

Werfen wir einen Blick auf den status quo: mit den feststehenden Abgängen von Mario Götze und Achraf Hakimi verliert man zwar zwei große Namen, aber eigentlich nur einen Spieler, der in der vergangenen Saison eine tragende Rolle hatte – schließlich kam Götze schon seit Ende 2019 nicht mehr wirklich zum Einsatz. Darüber hinaus ist einiges Spekulation: Ganz entscheidend wird sein, ob Jadon Sancho wirklich den Verein verlassen darf, oder ob derzeit niemand die Ablöseforderung des BVB erfüllen möchte.

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In Anbetracht der Neuzugänge sieht die Lage gar nicht mal so verkehrt aus: Das 17Jahre alte englische Supertalent Jude Bellingham soll am Donnerstag den Medizincheck absolviert haben. Darüber hinaus sicherte sich der BVB die Dienste des belgischen Rechtsverteidigers Thomas Meunier, der zuletzt bei Paris Saint-Germain unter Vertrag stand. So gesehen hat man sich auf dem Papier eigentlich nicht verschlechtert und vor allem die Lücke geschlossen, die Hakimi hinterlässt.

Nichtsdestotrotz hat Aki Watzke bereits klargestellt, dass mit keinen weiteren Verpflichtungen mehr zu rechnen ist – auch ein wirtschaftliches Schwergewicht wie der BVB muss den Gürtel während der Corona-Pandemie etwas enger schnallen.

Keine Neuzugänge mehr geplant – einen Spieler ausgenommen

Das ist aber aus zwei Gründen weniger problematisch, als es auf den ersten Blick aussieht: Zum einen darf man nicht vergessen, dass man im letzten Sommer beim BVB immer über einen überfüllten Kader gesprochen hat. Diese Ausgangslage hat sich nicht wirklich geändert, zumal man im Winter erst mit Emre Can und Erling Haaland zwei Spieler verpflichtet hat, die eigentlich fest in der Startelf eingeplant sind.

Es gibt aber noch ein weiteres Ass, welches der BVB in der Hinterhand hält: vor wenigen Monaten wurde das Mindestalter für Bundesliga-Spieler auf 16 Jahre herabgesetzt. Was das mit dem BVB zu tun hat? Nun, mit Youssoufa Moukoko hat man aktuell eines der größten Talente im deutschen Fußball in seinen Reihen.

Der erst 15 Jahre alte Stürmer spielt momentan in der U19 der Borussen und hat es dort in 20 Partien auf sage und schreibe 34 Tore gebracht und damit den Torrekord der U19-Bundesliga aufgestellt. Wohlgemerkt in einer Altersklasse, in der die meisten Spieler zwei bis drei Jahre älter sind. Kein Wunder also, dass Moukoko nun Profiluft schnuppern und mit der ersten Mannschaft des BVB trainieren soll. Denn: im kommenden November feiert er seinen 16. Geburtstag und könnte dann auch in der Bundesliga eingesetzt werden.

Freilich sollte ein Verein wie der BVB nicht seine ganzen Hoffnungen auf die Schultern eines Teenagers legen. Allerdings zeigt sich, dass der BVB mit den hochkarätigen Verpflichtungen der letzten Saison und der gewohnten Fokussierung auf junge Talente immer noch gut aufgestellt ist.

Michael Zorc hat also mal wieder einiges in diesem Sommer richtig gemacht – trotz Corona.

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