HSV-Trainer Steffen Baumgart marschiert durch das Spalier der Fans zum Training
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Christian Titz: 12. März bis 23. Oktober 2018
Unter Christian Titz gewinnt der Hamburger SV bis zum Saisonende 2017/18 immerhin vier von acht Partien, muss als Vorletzter der Abschlusstabelle aber dennoch in den sauren Abstiegsapfel beißen. Das 2:1 am 34. Spieltag über Borussia Mönchengladbach kommt zu spät, weil Mitkonkurrent Wolfsburg daheim mit 4:1 über den 1. FC Köln triumphiert und sich mit zwei Punkten vor dem HSV in die Relegation rettet.
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Titz darf trotz des Abstiegs bleiben - aber nur bis nach dem zehnten Spieltag. Wie schon in der Bundesliga hat Titz die Hälfte der Begegnungen unter seiner Leitung gewonnen. Nach einem 0:0 daheim gegen den VfL Bochum fehlen dem HSV als Fünftem lediglich zwei Punkte auf Tabellenführer 1. FC Köln. Titz aber muss nach sieben Monaten im Amt seinen Hut nehmen.
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Hannes Wolf: 23. Oktober 2018 bis 30. Juni 2019
Auf Titz folgt Hannes Wolf. Unter dem damals 37-Jährigen kassiert der HSV erst im achten Zweitligaspiel mit einem 1:3 im Derby in Kiel seine erste Niederlage. Zu diesem Zeitpunkt, einen Tag vor Weihnachten, ist die Herbstmeisterschaft bereits eingefahren.
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In der Rückrunde allerdings, nach einem triumphalen 4:0 am 25. Spieltag im Stadtduell beim FC St. Pauli, gewinnt der HSV achtmal in Folge nicht und holt in diesem Zeitraum nur drei Punkte. Vor dem letzten Spieltag, der ein bedeutungsloses 3:0 über den bereits als Absteiger feststehenden MSV Duisburg bringt, ist der Relegationsplatz theoretisch noch erreichbar, aber angesichts der Tordifferenz (21 Tore Rückstand auf den späteren Aufsteiger Union Berlin) nicht mehr realistisch. Ein Jahr vor Vertragsende muss Wolf angesichts des verpassten Wiederaufstiegs gehen.
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Dieter Hecking: 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2020
Auf Wolf folgt mit Hecking ein Trainer-Routinier, der 2006 bereits Alemannia Aachen in die Bundesliga geführt hat. Nach der Hinserie der Saison 2019/20 rangiert der HSV unter Hecking auf Platz zwei, der zum direkten Wiederaufstieg berechtigt. Zu diesem Zeitpunkt aber haben die Hanseaten dreimal nacheinander nicht gewonnen und deshalb vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer Arminia Bielefeld.
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Auch im Februar gewinnt der HSV drei Begegnungen nacheinander nicht. Und als kurz darauf wegen der Corona-Pandemie der Spielbetrieb für mehr als zwei Monate ruht, geht den Hamburgern ihre Form verloren und in den verbleibenden neun Partien die Luft aus. Der Klub fällt von Platz drei auf vier und verpasst um einen Punkt die Qualifikation für die Relegation. In den finalen fünf Vergleichen feiert der HSV nur noch einen Sieg und verliert die beiden letzten Partien, am 34. Spieltag sogar mit 1:5 daheim gegen den SV Sandhausen. Auch Heckings Mission ist gescheitert und vorzeitig beendet.
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Daniel Thioune: 6. Juli 2020 bis 3. Mai 2021
Auf Hecking folgt Daniel Thioune. Der Auftrag bleibt gleich: Rückkehr in die Bundesliga. Und nach der Hinserie sieht es prima aus. Als Herbstmeister nimmt der HSV drei Punkte Vorsprung auf den VfL Bochum mit in die Rückrunde.
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Doch auch unter Thioune hält der HSV in der Rückserie seine Form und seine Platzierung nicht. Mit dem 20. Spieltag beginnt eine Serie von fünf sieglosen Partien. Der Hamburger SV ist plötzlich nur noch Dritter und der Spitzenreiter Bochum um fünf Punkte enteilt. Auf zwei Siege folgen erneut fünf sieglose Matches. Trotzdem bleibt der HSV im Rennen, ist Dritter, inzwischen aber mit zehn Punkten Rückstand auf Platz eins und Bochum. Und auch die zweitplatzierten Fürther sind bereits um vier Punkte davongezogen. Thioune muss gehen.
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Horst Hrubesch: 3. Mai bis 30. Juni 2021
Eine Legende wird für die verbleibenden drei Saisonspiele installiert und mit der Aufgabe betraut, das Ruder herumzureißen: Horst Hrubesch, einst gefeiertes "Kopfballungeheuer" des Klubs. Hrubesch holt zwei Siege aus drei Begegnungen, letzten Endes wird der HSV hinter Bochum, Fürth und Kiel jedoch wieder nur Vierter und verpasst die Relegation um vier Zähler.
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Der sportliche Genickbruch ist das 2:3 bei Thiounes Ex-Klub Osnabrück am 33. Spieltag, als dem abstiegsbedrohten VfL ein 3:2-Heimsieg über den HSV gelingt. Hrubesch beendet seine Mission.
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Tim Walter: 1. Juli 2021 bis 12. Februar 2024
Tim Walter übernimmt zum Start der Saison 2021/22 die Verantwortung. Zuvor ist es ihm nicht gelungen, Holstein Kiel und den VfB Stuttgart in die Bundesliga zu führen. Und auch mit dem HSV scheitert Walter, ebenso tragisch wie spektakulär. 2022 ist in der Relegation Hertha BSC mit HSV-Legende Felix Magath der glücklichere Gegner, obwohl die Hamburger das Hinspiel in Berlin mit 1:0 gewinnen. Und im Jahr darauf macht der starke VfB Stuttgart, Walters Ex-Klub, klar mit 3:0 und 3:1 einen Strich durch die Rechnung - wieder in der Relegation.
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Als Walter am 12. Februar 2024 seinen Arbeitsplatz räumen muss, ist der HSV wieder mal nur Tabellendritter. Das 3:4 im Nord-Derby daheim gegen Hannover 96 ist Walters 102. und letztes Zweitligaspiel mit den Hanseaten. Er hat davon 51 gewonnen und 25 verloren. 26 Partien endeten unentschieden. Doch der Rückstand von fünf Punkten auf Stadtrivale und Tabellenführer FC St. Pauli lässt die HSV-Führung nach zwei Jahren und sieben Monaten handeln und den Trainer nach 21 von 34 Partien austauschen.
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Merlin Polzin: 12. bis 19. Februar 2024
Für das Duell mit Hansa Rostock bekommt der einstige Walter-Assistent Merlin Polzin die Verantwortung übertragen.
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Das 2:2-Unentschieden lässt den HSV auf der Stelle treten. Es ist die zweite sieglose Begegnung in Folge. Polzin zieht sich wieder in die zweite Reihe zurück.
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Steffen Baumgart: Seit dem 20. Februar 2024
Auf die Partie in Rostock folgt Mitte Februar 2024 mit der Verpflichtung des gebürtigen Rostockers Steffen Baumgart ein echter Stimmungsaufheller. Baumgart ist seit Kindertagen glühender Anhänger des einstigen Europapokalsiegers. Baumgart war seit dem 16. Dezember 2023 und seiner Entlassung beim 1. FC Köln arbeitslos, bei dem er eigentlich noch einen Vertrag bis Saisonende 2024/25 hatte.
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Baumgart schlägt in Hamburg Euphorie sowie eine riesige Erwartungshaltung der Fans entgegen. Sie kennen ihn nicht nur als Geradeaus-Typ, der seine Mannschaften aufwändigen Offensivfußball spielen lässt. Sie wissen auch, dass Baumgart 2019 den SC Paderborn, aus der 3. Liga kommend, direkt in die Bundesliga geführt hat. Und dorthin zurück will der HSV ja schon seit 2018 - vielleicht gelingt es diesmal.