Wolfgang Schäuble (CDU) hat im Gespräch mit Journalisten zugegeben, dass Angela Merkels lange Regierungszeit in der Union einen "Ermüdungseffekt" hervorgerufen hat und die Kanzlerin "nicht mehr so unbestritten ist" wie früher.

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Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht durch die lange Regierungszeit der Union "Ermüdungseffekte" in Deutschland.

CDU und CSU hätten unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) "im internationalen Vergleich außergewöhnlich lange und erfolgreich unser Land regiert", sagte der CDU-Politiker der italienischen Zeitung "Repubblica". "Aber in menschlichen Systemen hat immer alles seine Zeit. Irgendwann treten dann gewisse Ermüdungseffekte ein."

Das bedeute nicht, dass die Ära Merkel zu Ende gehen müsse, betonte Schäuble. Die lange Regierungszeit erkläre aber gewisse Schwierigkeiten.

Schäuble auf Diskussion nach Landtagswahlen gefasst

Dem Südwestrundfunk sagte Schäuble, Merkel sei "nicht mehr so unbestritten wie sie über drei Legislaturperioden oder über zweieinhalb Legislaturperioden gewesen ist".

Trotzdem halte er ihre Wiederwahl zur CDU-Vorsitzenden für wahrscheinlich. Merkel habe immer noch hohe Zustimmungswerte, um die sie viele europäische Regierungschefs beneideten.

Die Landtagswahl am Sonntag in Bayern wird nach Schäubles Einschätzung noch keine Konsequenzen für die Bundesparteien und das Ansehen der Kanzlerin haben. Nach der Wahl zwei Wochen später in Hessen werde es aber "vermutlich auch Diskussionen geben".  © dpa

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