Zum zweiten Mal in zwei Wochen hat US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump am Freitag Michigan besucht. An schwarze Wähler richtete er dabei einen gewagten Aufruf.

Unterstützung von afroamerikanischen Wählern - darum hat Donald Trump am Freitag im US-Staat Michigan geworben. Hintergrund sind die seit Wochen schlechten Umfragewerte des republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

"Keine Gruppe in Amerika" sei stärker geschädigt worden von der Politik der Ex-Außenministerin Hillary Clinton als die Afroamerikaner, beteuerte Trump. An die Adresse schwarzer Wähler richtete er schließlich einen gewagten Aufruf:

"Was habt ihr zu verlieren, wenn ihr etwas Neues versucht wie Trump? Ihr lebt in Armut, eure Schulen sind nicht gut, ihr habt keine Jobs, 58 Prozent eurer jungen Leute sind arbeitslos - was zum Teufel habt ihr zu verlieren?", so Trump vor einer weit überwiegend weißen Anhängerschaft.

Trump in Umfragen abgeschlagen

Traditionell stimmen die Afroamerikaner für die Demokraten, 2012 erhielt der republikanische Bewerber Mitt Romney nur rund sechs Prozent der Stimmen von Afroamerikanern. Trump kam im Schnitt der jüngsten Meinungsumfragen laut einer Auswertung von "Real Clear Politics" in der Gesamtbevölkerung nur noch auf 41,2 Prozent, Clinton auf 47,2 Prozent.

Trump kam zu dem Wahlkampfauftritt in Michigan im Norden der USA nach einem Besuch der Überschwemmungsgebiete in Louisiana im Süden. Der 70-Jährige trat in einem Hemd mit offenem Kragen und mit einer weißen Kappe mit dem Aufdruck "Make America Great Again" auf. Er rühmte den Durchhaltewillen der Überschwemmungsopfer und kritisierte Präsident Barack Obama, der seinen Urlaub auf der Insel Martha's Vineyard trotz der Überschwemmungen fortgesetzt habe. "Obama hätte den Golfplatz verlassen müssen", sagte Trump.

Trump und sein Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten, Mike Pence, begaben sich mit republikanischen Lokalpolitikern in einige der besonders betroffenen Unwetterzonen. Der Bundesstaat im Süden der USA kämpft seit Tagen mit Überschwemmungen. Die Zahl der Toten stieg auf 13, rund 40.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört, während 86.000 Menschen Notfallhilfen beantragten.

Das Weiße Haus teilte am Freitag schließlich mit, Obama werde am kommenden Dienstag die Stadt Baton Rouge in Louisiana besuchen.

Heimatschutzminister Jeh Johnson hatte am Donnerstag bei einem Besuch vor Ort gesagt, der Chef der Exekutive könne "nicht überall sein". Der demokratische Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, verwies seinerseits auf die aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen bei einem Besuch Obamas. In der aktuellen Lage habe er darauf "keine große Lust", Obama könne sich ruhig "noch eine oder zwei Wochen Zeit lassen".

Trumps Wahlkampfmanager Manafort warf das Handtuch

Am Freitag trennte Trump sich von seinem bisherigen Wahlkampfmanager Paul Manafort. Der 67-Jährige war wegen dubioser Zahlungen aus der Ukraine unter Druck geraten.

Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen äußerte im ZDF-Nachrichtenportal heute.de Zweifel an Trumps Entschlossenheit zur Bündnistreue. Trump weigere sich, die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland zu verurteilen, sagte Rasmussen. Eine Reduzierung des militärischen Engagements der USA könne ein "Machtvakuum" schaffen. Das könne von den "Schurken dieser Welt" gefüllt werden. Dazu zählte Rasmussen auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

(afp/af)