Nordkorea hat erneut Hyperschallrakete getestet. Machthaber Kim Jong Un zeigt sich zufrieden mit dem Test. Aus Deutschland kommt derweil scharfe Kritik.

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Nordkoreas jüngster Waffentest ist nach Angaben staatlicher Medien mit einer Hyperschallrakete mit mittlerer bis großer Reichweite erfolgt. "Ein neuer Teststart einer Hyperschallrakete mit mittlerer bis großer Reichweite, mit militärstrategischem Wert wurde erfolgreich ausgeführt", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch, einen Tag nach dem Test.

Demnach war Machthaber Kim Jong Un beim Start anwesend. Kim habe gesagt, mit dem Start habe das Land nun strategische Raketen mit Feststoff, manövrierfähigem Sprengkopf und nuklearer Kapazität erlangt.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs flog die am Dienstagmorgen gestartete Rakete rund 600 Kilometer weit, ehe sie in den Gewässern zwischen Südkorea und Japan einschlug. KCNA bezifferte die Entfernung auf etwa 1000 Kilometer.

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Zahlreiche Resolutionen der UN blieben ohne Wirkung

Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte am Dienstag den "illegalen Start einer ballistischen Mittelstreckenrakete durch Nordkorea auf das Schärfste". Der Raketenstart sei erneut ein "schwerwiegender Verstoß gegen die Verpflichtungen aus den einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen".

Der UN-Sicherheitsrat hat zahlreiche Resolutionen verabschiedet, in denen Nordkorea aufgefordert wird, seine Atom- und Raketenprogramme zu stoppen. 2006 hatte das international weitgehend isolierte Nordkorea erstmals einen Atomtest vorgenommen.

Nordkoreas jüngster Start einer Hwasong-16-Rakete erfolgte weniger als zwei Wochen, nachdem Kim einen Test eines Feststoffantriebs für eine Hyperschallrakete mit mittlerer Reichweite überwacht hatte. Pjöngjang ist seit langer Zeit bestrebt, Hyperschall- und Festbrennstofftechnologien zu beherrschen. Damit sollen nordkoreanische Raketen besser in die Lage versetzt werden, US-südkoreanische Raketenabwehrsysteme auszuschalten.

Hyperschallraketen sind schneller und können mitten im Flug manövrieren, wodurch sie schwerer aufzuspüren und abzufangen sind. Feststoffraketen müssen vor dem Start nicht aufgetankt werden. Dadurch können sie schwerer entdeckt und zerstört sowie schneller eingesetzt werden.

Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea befinden sich derzeit auf einem Tiefpunkt. Nordkoreas Machthaber Kim will die Waffenentwicklung ausweiten, darunter auch jene von taktischen Atomwaffen. Als Reaktion darauf haben Südkorea und die USA ihre Verteidigungszusammenarbeit verstärkt. (afp/nib)

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