In der Vergangenheit hat Donald Trump schon oft gegen Deutschland ausgeteilt. Nach einem Treffen mit dem US-Präsidenten glaubt auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, dass Trump es "besonders" auf die Bundesrepublik abgesehen hat. Doch was genau stört ihn eigentlich so an Deutschland? Ein Überblick.

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Kein anderes Land in Europa hat Donald Trump so oft und so scharf kritisiert wie die Bundesrepublik. Auf Deutschland habe es der US-Präsident anscheinend ganz besonders abgesehen, sagte auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am Mittwoch nach einem Treffen mit Trump dem Sender ORF.

Immer wieder greift Trump sich Deutschland heraus - und dabei geht es nicht nur um deutsche Autos. Ein Überblick über die Punkte, die den US-Präsidenten stören.

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Donald Trump: Handelsüberschuss ist ihm ein Dorn im Auge

Der deutsche Handelsüberschuss ist dem Republikaner ein großer Dorn im Auge. Das Defizit der USA mit Deutschland sei "massiv" und das sei "sehr schlecht", beklagte er sich im Mai 2017 auf Twitter.

Die Handelsbilanz der USA ist seit Jahren im Minus. Alle Handelspartner zusammengerechnet lag das Defizit der USA im November bei 49,3 Milliarden US-Dollar (43,4 Milliarden Euro).

Trump sieht den enormen Saldo als Folge der Handelspolitik anderer Länder, die aus seiner Sicht mit unfairen Methoden ihre Exportwirtschaften fördern. Er macht Druck auf große Handelspartner, damit diese mehr aus den USA importieren.

Mercedes und Co.

Seit langem stört sich Trump an der Präsenz deutscher Autos auf amerikanischen Straßen. Schon 1990 drohte er in einem Interview des "Playboy" damit, Steuern auf "jeden Mercedes zu verhängen, der in dieses Land rollt".

Nun stehen US-Sonderzölle in Höhe von 25 Prozent auf europäische Autoimporte im Raum, die die deutsche Branche empfindlich treffen würden. Trump will dadurch das US-Handelsdefizit abbauen und Jobs in den USA schaffen. Aber der Schritt ist auch in den USA höchst umstritten.

Verteidigungsausgaben

Trump beklagt seit langem eine unfaire Lastenteilung in der Nato und attackiert dabei vor allem Deutschland. Er drängt Berlin massiv, den Verteidigungsetat in fünf Jahren auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes aufzustocken.

Die deutschen Ausgaben lagen zuletzt bei 1,24 Prozent des BIP in 2018, die USA bei einem Wert von 3,5 Prozent.

Nord Stream 2

Die 9,5 Milliarden Euro teure Ostsee-Pipeline, durch die jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas von Russland nach Deutschland strömen sollen, ist ebenfalls ein rotes Tuch für die US-Regierung.

Trump warf Deutschland deswegen vor, von Russland kontrolliert zu sein. Deutschland zahle Milliarden an Moskau, während es sich militärisch auf den Schutz der USA verlasse. Kritiker weisen aber darauf hin, dass die USA gern selbst mehr Flüssiggas verkaufen würden. (dpa/thp)

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